Wir wollen Herbstferien. Heuer noch.

Wir wollen Herbstferien. Heuer noch.

Othmar Pruckner

Othmar Pruckner zur ewigen Diskussion, ob acht schulfreie Tage im Herbst Sinn machen.

Schulbeginn! Die Schultüten sind gekauft, die Ranzen geschnürt, die Nachprüfungen bestanden. Nein, wir diskutieren hier weder Schulreform noch Integrationsfragen. Sondern das heiße Herbstferien-Thema, das ebenso alt ist wie der Streit um die Gesamtschule.

Bemühen wir ein historisches Argument: Bruno Kreisky selig hat die Februar-Semesterferien nicht zuletzt im Sinne der Wintersportorte erfunden. Pädagogisch war diese urlaubsfreie Zeit drei Wochen nach den ausgiebigen Weihnachtsferien ja nie zu argumentieren. Auch die angedachten Herbstferien kann man ökonomisch begründen: Nach einem langen Sommer wollen die heimischen Thermen ordentlich gefüllt werden.

Ein später Wanderurlaub (der Klimawandel macht's möglich!) tut der Seele gut. Und auch einige Tage im Shoppingparadies sind erlaubt. Bereits jetzt läuft zwischen Nationalfeiertag und Allerheiligen der Unterricht auf Sparflamme. Coole Eltern melden ihre Sprösslinge krank, fahren mit ihnen eine Woche auf die Kanaren (oder nach Serbien).

Die Lehrer sitzen derweil in spärlich gefüllten Klassenzimmern. Dies ahnend, geben viele Schulen diese Zeit als "schulautonome Tage" frei, andere allerdings nicht. Was für Mehrkindfamilien einfach blöd ist.

Ja, dies ist ein Plädoyer für allgemeine Herbstferien. In der Zeit rund um Nationalfeiertag und Allerheiligen. Acht Wochen Sommerferien wären genug, acht freie Tage im Herbst tun allen gut: Den Kindern zuerst. Aber auch den Lehrerinnen und Lehrern - und nicht zuletzt der Tourismuswirtschaft.

Wenn das kein Win-win-Projekt für die notleidende Koalition wäre, was dann?

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