Wie die Digitalisierung Umsatz bringt

Stefan Bergsmann, Österreich-Geschäftsführer Horváth & Partners

Stefan Bergsmann, Österreich-Geschäftsführer Horváth & Partners

SERIE MANAGEMENT COMMENTARY: Gastkommentar von Stefan Bergsmann, Geschäftsführer Horváth & Partners Österreich: Die Digitalisierung hilft Unternehmen, ihre Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. Das ist mittlerweile unbestritten. Dass sie aber auch mehr Umsatz bringt, ist noch eine vage Hoffnung. Jetzt geht es um die Frage: Wie?

Die Mehrheit der Unternehmensentscheider erhofft sich für die nächsten Jahre relevante Umsatzsteigerungen durch die fortschreitende Digitalisierung, weiß aber noch nicht wirklich wie. Eine aktuelle Untersuchung von Horváth & Partners zeigt, dass es den Unternehmen nach wie vor schwer fällt, neue Geschäftsmodelle auf Basis der digitalen Möglichkeiten zu finden. Ein Kulturwandel tut not.

Unser Tipp: Vielleicht sollte man einmal die Kunden und Märkte fragen, was sie wollen? Tatsächlich wird der größte Vorteil der Digitalisierung bisher darin gesehen, Kundenbedürfnisse direkter zu erfahren, besser zu verstehen und leichter erfüllen zu können, effizienter zu servicieren und schneller zu liefern. Damit leistet die digitale Transformation bereits einen großen Beitrag zur Unternehmenswertschöpfung.

Doch damit nicht genug: Wir wissen heute aus der Beratererfahrung, dass allein die digitale Neuausrichtung hohe Dynamik erzeugt und ein hoher Digitalisierungsgrad folglich den Geschäftserfolg steigert. Gut digitalisierte Unternehmen vermelden im Schnitt ein deutlich höheres Gewinnwachstum. Je digitaler Prozesse, Produkte und Services sind, desto stärker Umsatz und Gewinn, zeigt das Bild. Der Erfolg der Digitalisierung ist also tatsächlich messbar.

Digitaler Wandel im Produktportfolio

Trotzdem hat die Digitalisierung bisher erstaunlich wenig Einfluss auf das Produktportfolio. Nur jeder dritte Unternehmensführer gibt an, heute andere Produkte zu vertreiben als noch vor dem digitalen Wandel. Neue Zielmärkte, Erlösmodelle oder Kundensegmente haben sich bestenfalls für jedes zweite Unternehmen aufgetan. Diese Untersuchungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass die zusätzlichen Umsätze durch die digitale Transformation eher noch bescheiden sind.

Wertschöpfung der Digitalisierung
Wertschöpfung der Digitalisierung

Faktum ist, dass sich Unternehmen von den Regeln bestehender Geschäftsmodelle gedanklich lösen und völlig neu denken müssen, wenn sie ihre Hoffnungen auf relevante Umsatzsteigerungen wahrmachen wollen. Das dies möglich ist, zeigen alle verfügbaren Studien. Dafür sind viele Unternehmen in ihren Strukturen aber noch nicht flexibel genug. In jedem dritten Betrieb gibt es Zuständigkeitsprobleme, bei vielen Unternehmen sind die Hausaufgaben noch nicht gemacht.

Fazit: Investitionen in die Digitalisierung lohnen sich. Je höher der Digitalisierungsgrad, desto größer der Geschäftserfolg. Unternehmen mit „Digital Leadership“ setzen auf kulturellen Wandel, datengetriebene Managementmethoden, Transparenz und Flexibilität. Und: sie verfügen zudem über die Kompetenz, bahnbrechende neue Geschäftsmodelle zu etablieren und echte Kundenerlebnisse zu gestalten. So realisieren sie ein Umsatz- und Gewinnwachstum und nutzen die Chancen aus der Digitalisierung.


Für die Horváth & Partners Studie „Digital Value 2018 – der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung“ wurden rund 210 Digitalisierungsentscheider aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 250 Millionen Euro befragt.

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Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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