Von wegen starkes Geschlecht

Von wegen starkes Geschlecht

Michaela Knapp über die neue Unzufriedenheit der Männer, die sich auch als großes Thema am Buchmarkt zeigt.

Sie wurden gedemütigt, klein gehalten und kämpften dennoch Jahrzehnte für ihr Recht, respektive das Wahlrecht für Frauen. Im Kampf der "Suffragetten" wurde auf Taten statt Worte gesetzt. 1918 gab es hierzulande das Frauenwahlrecht. 2015 in Saudi-Arabien!

Ein beklemmendes Stück Geschichte, derzeit im Kino. Platziert in eine westliche Gesellschaft, deren Wertebilder gerade wieder heftig im Wanken scheinen. Zu verhärtet sind die Fronten zwischen angstgetriebenen Anhängern des Rechtspopulismus auf der einen und penetranter Political Correctness einer Verbotsgesellschaft auf der anderen Seite. Wohin entwickelt sich da der Feminismus?

Während die Realität mit sexualpolitischen Absurditäten wie einer Ladyzone in städtischen Bussen reagiert, wie jüngst in Regensburg andiskutiert, verarbeitet die Literatur zunehmende männliche Unzufriedenheit auf ihre Weise. Houellebecq beschäftigte sich in "Unterwerfung" mit der Bereitwilligkeit zu einem euro-arabischen Großreich, in dem Frauen keinen Beruf mehr ausüben dürfen, Michael Kumpfmüller analysiert in "Die Erziehung des Mannes" die emotionale Ausbeutung des ehemals starken Geschlechts, und Sachbücher listen auf, was Männer lernen müssen, um in dieser Welt noch eine Rolle zu spielen.

Karin Duve ist die radikalste. Sie zeigt im Roman "Macht", was die feministische Demokratie im Jahr 2031 aus Männern gemacht hat. Ihr Protagonist fühlt sich als "nützlicher Idiot" der Frauenbewegung missbraucht und sperrt seine Frau in den Keller.

Motto: "Manchmal muss man eine Frau zerstören, wenn man nicht von ihr zerstört werden will." Das gibt zu denken. Sichtlich ist der moderne Mann noch lange nicht so stark, dass er Schwächen zeigen kann. Statt Schwarz-Weiß-Denken wäre endlich Verinnerlichung von Gleichberechtigung angesagt.

Motto: "Willst du? Kannst du!"


Der Kommentar ist im trend. Ausgabe 6/2016 am 12. Februar 2016 erschienen.

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