Renault steigt bei 180 km/h auf die Bremse

Der französische Autohersteller Renault will mit einem Tempolimit von 180 km/h für eigene Autos und die der Marke Dacia mehr Sicherheit auf die Straßen bringen.

Renault CEO Luca Di Meo

Renault CEO Luca Di Meo

Immer mit der Ruhe. Der französische Autohersteller Renault lässt mit der Nachricht aufhorchen, dass seine Autos und die der zum Unternehmen gehörenden Marke Dacia künftig nicht mehr schneller als 180 km/h fahren sollen. Neuwagen der beiden Marken sollen bei 180 km/h abriegeln.

Die Ankündigung - eine ebensolche hat Volvo bereits vor etwa zwei Jahren abgegeben - lässt die Wogen hochschlagen. "Wie können die nur, die Franzosen?", fragen sich all jene, für die seit jeher nur die Devise: "Pedal to the Metal" - Deutsch: "Gaspedal vorwärts" zählte. Ihr logischer Schluss ist: "Eine Automarke weniger."

Ja, wie können die Franzosen nur? Deren Antwort ist einfach. Generaldirektor Luca de Meo geht in Richtung Zukunft. Er hatte bereits bei der Hauptversammlung angekündigt, dass Renault bei Autos mit Elektroantrieb Spitzenreiter in Europa werden soll. 2025 solle der Anteil von elektrifizierten Personenwagen 65 Prozent betragen. 2030 sei dann ein Anteil von mindestens 90 Prozent geplant.

Speed kills

Und es ist ein weiteres Ziel, die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr zu reduzieren, und bei der Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge anzusetzen ist da der richtige Schritt. Der Blick in die Unfallstatistiken zeigt, dass eine überhöhte Fahrgeschwindigkeit die häufigsten Ursache für Straßenverkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang ist. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit lässt sich in Österreich jeder dritte dieser fatalen Unfälle (33 %) direkt auf eine überhöhte Geschwindigkeit zurückführen. Andere Versäumnisse bzw. Vergehen folgen mit Respektabstand. Vorrangverletzung (14,2 %), Unachtsamkeit oder Ablenkung (12 %), Überholen (8,7 %), Fehlverhalten von Fußgängern (8,3 %) und erst dann folgen Alkohol (5,7 %) und Übermüdung (4,9 %).

Dennoch geht die Einführung einer Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h etwas in die falsche Richtung, zumal auch eine Fahrgeschwindigkeit von 180 km/h abgesehen von Streckenabschnitten auf den Autobahnen Deutschlands international praktisch nirgendwo erlaubt ist.

Die Weiterentwicklung der Technologien für selbstfahrende Autos wird nämlich schon in absehbarer Zukunft dazu führen, dass sich der Verkehr überall automatisch auf das Tempo der aktuell zulässigen Höchstgeschwindigkeit einbremst - und gleichzeitig auch die weiteren Hauptursachen für tödliche Verkehrsunfälle (siehe oben) aus dem Weg räumt.

Wirklich zukunftsorientiert wäre es daher, neben der Elektromobilität auch das autonome Fahren stark zu forcieren, denn das größte Risiko ium Straßenverkehr ist erwiesenermaßen der Mensch. Eine Drosselung auf 180 km/h ist dabei bloß ein halber Schritt. Wer ein derartiges Tempolimit als Beeinträchtigung empfindet wird in Zukunft ohnehin Bahn fahren müssen.

Martin Sajdik (li.) und Hannes Androsch

Neutralität ist kein Schutz - jetzt Sicherheit schaffen!

In Österreich hält sich der Mythos, dass die Neutralität vor allen …

Bundeskanzler Karl Nehammer und Vizekanzler Werner Kogler beim Sommerministerrat in Mauerbach.

Heißer Inflationsherbst [Politik Backstage]

28 Antiteuerungsmilliarden, aber null Applaus. Nach der Strompreisbremse …

Andreas Lampl, Chefredakteur trend

"Wohlstandswehleidigkeit": Jammern auf (zu) hohem Niveau

Wir werden letztlich mit deutlich teurerem Gas zurande kommen. Wenn sich …

Die Unvereinigten Staaten von Amerika

Der Wiener Wirtschaftsanwalt Robin Lumsden verhandelt in Kalifornien …