Das Leben danach: Aus Schaden wird keiner klugna

Das Leben danach: Aus Schaden wird keiner klugna

Bernhard Ecker

Bernhard Ecker über Karrieren nach dem Politikerdasein, die verdammt nach "Old Deal" riechen.

Reversieren! Ohne irgendwelche Anzeichen von Qualifikation in höchste politische Ämter? Davon hatten wir seit 2000 genug. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Kärntner Schlossbesitzerin Elisabeth Sickl als Kurzzeit-Sozialministerin oder an Monika Forstinger, Ex-Beschäftigte der Agrarbezirksbehörde Gmunden und spätere Infrastrukturministerin, beide von der FPÖ nominiert.

Noch verheerender ist es aber, wenn man nach weitgehend erfolgloser politischer Karriere Managementposten im staatsnahen Bereich anstrebt. Groß-Biobauer Mathias Reichhold etwa, Forstingers Nachfolger, durfte ab 2007 eineinhalb Jahre Asfinag-Vorstand spielen, eine satte Abfertigung inklusive.

Wenn es nun stimmt, wie der "Kurier" schreibt, dass auch der im Mai aus der Regierung ausgeschiedene Gerald Klug in den Asfinag-Vorstand will, dann riecht das erneut nach so einem "Old Deal": Jener Gerald Klug, der in seinen drei Jahren als Verteidigungsminister und den vier Monaten als Verkehrsminister mehr für Wortkreationen à la "situationselastisch" oder "Soldatna" im Gerede war als für politische Glanztaten.

Die Nachfolge von Asfinag-Vorstand Alois Schedl sollte deshalb professionell angegangen werden: Denn aus manchem Schaden wird man auch hinterher nicht klugna.

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