Klimaschutz – wenn das Gewissen beißt

Katrin Ellmer (16) ist Schülerin der Tourismusschulen Bad Ischl. Ihr Beitrag wurde im Rahmen des von der „Initiative for Teaching Entrepreneurship“ und „Zeitung in der Schule“ ausgelobten Schreibwettbewerbs 2020 als einer von zwei Gewinnertexten ausgezeichnet.

Katrin Ellmer, Schülerin an den Tourismusschulen Bad Ischl

Katrin Ellmer, Schülerin an den Tourismusschulen Bad Ischl

Es wird Zeit das Problem persönlich zu nehmen. Durch das schlechte Gewissen wird Klimaschutz möglich gemacht.

„Wir alle müssen unseren Teil zum Klimaschutz beitragen“, ein Trend, der in sämtliche Medien kursiert. Es ist ein Privileg, dass wir diesen Ausspruch als „Trend“ bezeichnen dürfen. In Ländern wie Haiti oder Myanmar hängen davon Millionen von Menschenleben ab. Auch die Bevölkerung der Industriestaaten hat mit Auswirkungen des Klimawandels, wie Überschwemmungen oder Dürreperioden, zu kämpfen. Aber die Hauptleidtragenden der Umweltverschmutzung durch die Industriestaaten sind Entwicklungsländer. Dort fehlt es an Infrastruktur, finanziellen Mitteln oder schlicht an Wissen, um mit der Krise fertig zu werden.

In Österreich ist Klimaschutz eine Frage der Einstellung. Niemand ist dazu gezwungen, seine jetzige Denk- und Lebensweise zu ändern. Man will für gute Leistungen belohnt werden und die Resultate seiner Bemühungen sehen. Beim Klimaschutz ist das nicht der Fall.

Nur weil Strohhalme und Plastiksackerl verboten werden, hört die Temperatur nicht auf, anzusteigen. Kinder in überfluteten Dörfern senden keine Dankeskarten, weil jemand in Europa aus dem Wasserhahn trinkt, statt sich eine Flasche Mineralwasser zu kaufen. Deswegen bleiben die Leute bei ihren alten Gewohnheiten, verwenden Plastikflaschen, fliegen jedes Jahr auf Urlaub und kaufen weiter Melonen im Winter.

Wir sind schuld an den klimabedingten Problemen in anderen Teilen der Welt. Wegen unseres ausschweifenden Lebensstils und unseres Widerstands, auch nur einen Hauch unseres Wohlstands aufzugeben. Unser Handeln hat Konsequenzen. Es fällt uns schwer das zu begreifen, weil wir es nicht am eigenen Leib erfahren, aber die Auswirkungen sind da und sie sind verheerend.

Augenöffnende Zeitungsartikel, realitätsnahe Dokumentationen und Beiträge auf YouTube, die die Gebiete und Gesichter hinter den Zahlen greifbar machen, wecken in den Leuten das schlechte Gewissen. Dadurch wird die Klimakrise zu unserem Problem. Einem Menschen in einem Krisengebiet kann man nicht so leicht helfen, aber um das eigene Gewissen zu beruhigen, ist man bereit, Opfer zu bringen. Unser Gewissen macht uns auf Fehler aufmerksam, auf Ungerechtigkeiten und Schäden, für die wir verantwortlich sind. Ein Urtrieb, der unseren Zusammenhalt als Gemeinschaft ermöglicht und dem wir folgen müssen, um die Klimakrise wirklich zu bewältigen.


Zeitung in der Schule

Der Verein „Zeitung in der Schule“ bietet Programme für Schulen, um die Lese- und Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Gemeinsam mit der „Initiative for Teaching Entrepreneurship“ hat „Zeitung in der Schule“ einen Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler unter dem Titel „Klimawandel: Wie kann jeder in seinem persönlichen Umfeld zu einer ökologischen und nachhaltigen Lebensweise beitragen?“ ausgeschrieben.

Aus allen Einsendungen hat die Jury zwei Gewinnertexte prämiert. Überzeugen konnten die 16-jährige Schülerin Katrin Ellmer (Tourismusschulen Bad Ischl) mit ihrem Kommentar „Klimaschutz – wenn das Gewissen beißt“ und der 18-jährige Schüler Gordian Bartholomäus Gudenus (Schola Thomas Morus) mit seinem Beitrag „Fastfood ist nicht nur für dich ungesund!“.

Die Jury achtete bei der Auswahl besonders auf den Problemaufriss samt Lösungsvorschlag, die nachvollziehbare Argumentation und die Originalität der Texte. Die Beiträge werden in Zeitungen und Magazinen des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) veröffentlicht, der die erfolgreiche Initiative Zeitung in der Schule bereits vor über 20 Jahren startete.
Weitere Informationen: www.zis.at

Simon Arne Manner

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