Klaus Puchleitner: Wenn Ältere um Jüngere werben

Klaus Puchleitner: Wenn Ältere um Jüngere werben

Die Bundespräsidentenwahl: Der jüngste Wahlkampf aller Zeiten, in dem die ältesten Kandidaten um Stimmen kämpfen.

Und Action! Wir können ab sofort den jüngsten Wahlkampf der ältesten Kandidaten verfolgen, den es um den Topjob in der Hofburg je gab. Internet, Social Media und vorerst vor allem: Videos. Der reife Wahlkampfauftakt in juvenilem Gewand in Form der Antrittsvideos ist schon abgehakt. Spindoktoren haben einigen der wesentlichen Kandidaten - Durchschnittsalter: 70 - ganz offensichtlich gesagt, dass sie nicht so aus der Zeit gefallen wirken, wenn sie ihre Kandidatur auf YouTube bekannt geben.

Fassen wir diese Startschüsse also kurz zusammen: Irmgard Griss muss aufpassen, dass sie im flippigen Medium Web nicht zu staatstragend einherschreitet, noch bevor sie den Staat überhaupt zu tragen hat. Bei Andreas Khol auf Video weiß man nicht, ob da maschek mitmischten oder ob der Regisseur noch ein wenig unter Pröll-Schock stand. Etwas konkludenter wirkt der VdB-Auftritt - wohl, weil die Grünen tatsächlich noch halbwegs jung sind, abgesehen von ihrem Kandidaten jedenfalls.

Durchaus holprig wiederum der SPÖ-Start in den UHBP-Wahlkampf: Dort vergaß man glatt, diverse Hundstorfer-Internet-URLs zu reservieren, die gehören jetzt zwei Politikwissenschaftsstudenten. War ja wenig Zeit, an so was zu denken. Eindruck: Weniger bemüht-jugendlicher Krampfgestus Marke "I mog die Leit“ wäre vielleicht mehr.

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