Michael Schmid:
Kein Grund zum Klagen

Michael Schmid:
Kein Grund zum Klagen

Michael Schmid - trend-Redakteur

Michael Schmid über den Hintergrund boomender Studentenzahlen in Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Wirtschafts- und Rechtskompetenz, das ergänzt sich nicht nur kongenial, sondern gehört in weiten Bereichen eigentlich zusammen. Und die Rechtsabteilungen von Großkonzernen sind längst nicht mehr die Einzigen, die diese Kombination nachfragen.

Insofern war es gut und logisch, wenn auch keinesfalls verfrüht, dass an der Wiener WU vor rund zehn Jahren die ersten Wirtschaftsrechtsstudien angeboten wurden, die letztlich auch den Zugang zu den "klassischen" Rechtsberufen (Anwalt, Richter, Staatsanwalt) eröffneten. Erste WU-Absolventen sind gerade dabei, diese einstigen Domänen der "Volljuristen" zu nehmen.

Das überzeugt offenbar immer mehr Studienanfänger von den Vorzügen der Mischung. Im beginnenden Herbstsemester könnte die Zahl der Erstsemestrigen in Wirtschaftsrecht an der WU sowohl die der neuen WU-Sozial-und - Wirtschaftswissenschaftler als auch die der Studienanfänger am Juridicum übertreffen. Die WU wäre damit - doch etwas überraschend - größter Träger der Juristenausbildung im Lande geworden.

In der Praxis ist es wohl nicht allein die Neigung zu den Rechtsfächern, die den Boom auslöst. Im Gegensatz zu den WU-Wirtschaftsstudien gibt es beim Wirtschaftsrecht nämlich (noch) keine Zugangsbeschränkung; Inskribenten ersparen sich also Anmeldephase, Motivationsschreiben sowie Aufnahmetest. Das ist ökonomisch und effizient gedacht und es nutzt den rechtlichen Spielraum.

Grund zum Klagen bietet es höchstens künftigen Jobkonkurrenten, die "nur" Wirtschaft oder Jus vorweisen können.

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