Die Höhle, die zur Hölle werden kann

Angelika Kramer - trend-Redakteurin

Angelika Kramer

Angelika Kramer über das Start-up-Fieber, das durch TV-Shows wie die "Höhle der Löwen" angeheizt wird.

Seit Kurzem läuft im deutschen Fernsehen wieder der Quotenhit "Die Höhle der Löwen". Ich möchte mich hiermit als Fan dieser Start-up-Castingshow outen. Schon allein deshalb, weil sie der breiten Masse die Grundbegriffe des Wirtschaftens näher bringt: Was sind Deckungsbeiträge, was muss eine Finanzplanung alles beinhalten, wie erfolgt eine Unternehmensbewertung - ein Hauch von Bildungsfernsehen, gepaart mit "Big Brother"-Flair.

Denn neben nützlichen Informationen werden die Kandidaten auch öffentlich so lange gegrillt bis sie heulen, schnippische Antworten geben oder unverrichteter Dinge und ohne Geld die Höhle der Löwen wieder wütend verlassen müssen.

Diese Kombination aus Lehrreichem und Unterhaltung lässt einen mühelos zweieinhalb Stunden vor dem Fernseher ausharren, zumal auch so merkwürdigen Ideen wie der "Abfluss-Fee" oder dem essbaren Deo Raum gegeben wird. Castingshows wie "Die Höhle der Löwen" oder deren Austro-Pendant "2 Minuten 2 Millionen" kurbeln aber nicht nur die Quote an, sondern erwecken auch falsche Erwartungen: Nicht jede Idee - sei sie noch so absurd - sollte in die Realität umgesetzt werden, und kaum eine ist die heiß ersehnten Millionen wert.

Tausende Start-ups, die niemand braucht und die den Gründer und wohlmeinende Investoren ins Verderben stürzen, sind die bedauerliche Folge. Nur sieht man die im TV nicht mehr. Also: Es ist gut, dass es Shows wie "Die Höhle der Löwen" gibt, aber es sollte jedem Zuschauer klar sein, dass es sich dabei eben um eine Show handelt und nicht jeder das Zeug zum Gründer hat.

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