Diversität als Vorbild für türkis-grüne Regierung

Die Zusammensetzung des Regierungsteams gibt Grund zur Hoffnung.

Diversität als Vorbild für türkis-grüne Regierung

Sonja Zimmermann, Aufsichtsratsmitglied der Berndorf AG sowie der B&C Industrieholding

Die neue Regierung ist deutlich weiblicher geworden. Teams mit größerer Diversität, so liest man immer wieder in entsprechenden Studien, bringen bessere Ergebnisse als homogene Gruppen.

Ich hoffe sehr, dass die Arbeit des neuen Regierungsteams als weiterer Beweis genau dafür gelten wird. Als Vorbildwirkung für andere Bereiche, wo man Frauen in Führungspositionen weniger häufig antrifft. Und damit endlich all jene verstummen, die meinen, dass es für diese oder jene Aufgabe kaum möglich ist, eine qualifizierte Frau zu finden.

Unabhängig von der Geschlechterfrage wird es spannend sein, ob die neue Regierungsmannschaft im Alltag fünf Jahre lang ihre unterschiedlichen Standpunkte unter einen Hut bringen kann -denn auch hier herrscht ohne Zweifel große "Diversität". Im besten Fall lassen sich die Erkenntnisse der oben erwähnten Studien ebenfalls anwenden. Von den dringend notwendigen Reformen bei Verwaltung, Pensionen und Bildung habe ich im türkis-grünen Regierungsprogramm leider nicht viel gefunden, weshalb ich einerseits die neue Regierung dringend ersuche, darauf nicht zu vergessen, und andererseits bei meinen Wünschen kleinere Brötchen backe.

Konkret möchte ich, dass die schon seit Jahren immer wieder verschobene Stiftungsreform weiter vorangetrieben wird, um eine Versteinerung der Stiftungen und deren Unternehmen zu verhindern. Mittlerweile empfiehlt auch der aktuelle OECD-Länderbericht eine Stiftungsnovelle, die Begünstigten und Stiftern einen größeren Einfluss auf die in den Stiftungen befindlichen Unternehmen ermöglicht -sie dürfen von der Vorstandsverantwortung nicht ausgeschlossen werden!

Wichtig ist weiters die steuerliche Gleichstellung von Spenden an Bildungs-NGOs bzw. Schulen mit Spenden an Universitäten: An Letztere kann aus einer Stiftung ohne Kapitalertragsteuer gespendet werden, während Schulen und Bildungs-NGOs von einer Spende in der Höhe von 100 Euro nur rund 72 Euro sehen. Diese Ungleichbehandlung muss abgeschafft werden, damit mehr privates Geld in Bildungsprojekte fließt.


Zur Person

Sonja Zimmermann ist u. a. Aufsichtsratsmitglied der Berndorf AG sowie der B&C Industrieholding.


Türkis-Grün - die große Chance, aber richtig


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trend Chefredakteur Andreas Lampl

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