Adaptive IT: Wo das Herz im Unternehmen schlägt

Stefan Bergsmann, Österreich-Geschäftsführer von Horváth & Partners

Stefan Bergsmann, Österreich-Geschäftsführer von Horváth & Partners

SERIE MANAGEMENT COMMENTARY: Gastkommentar von Stefan Bergsmann, Geschäftsführer Horváth & Partners Österrreich: Flexible IT-Lösungen werden zunehmend zum Erfolgsfaktor eines Unternehmens

In den großen Konzernen Europas diskutiert man derzeit darüber, in welchen Bereichen man künftig primär investieren muss, um im Wettbewerb mit den Global Players aus den USA und Asien, aber auch mit den jungen und disruptiven Start-ups nicht ins Hintertreffen zu geraten. Das Pendel schlägt derzeit klar in Richtung Adaptive IT.

Unter dem Begriff Adaptive IT wird im engeren Sinne ein Baukastensystem zur Modellierung von Software verstanden. Dieses Konzept ermöglicht eine sehr hohe Flexibilität bei der Planung von Anlagen und Projekten und soll auch jederzeit weitere Ausbaustufen ermöglichen. Im weiteren Sinne versteht man jedoch die Flexibilität der Informationstechnologie bzw. kunden- und marktorientierten IT-Organisation insgesamt, weil diese zunehmend zum Erfolgsfaktor eines Unternehmens wird.

In der Wahrnehmung vieler Unternehmensentscheider reagieren die IT-Abteilungen derzeit nicht rasch genug auf neue Anforderungen. Innovative Lösungen kommen aber vor allem aus diesem Bereich. Eine aktuelle Studie von Horváth & Partners („Adaptive IT – Die IT-Organisation im Wandel“) zeigt so etwa, dass die IT-Organisation im Unternehmen zum Gestalter und Treiber der digitalen Transformation wird, wenn sie sich vom reinen Aufrechterhalten des IT-Betriebs hin zum Automatisierer von Geschäftsprozessen weiterentwickelt. Hierzu muss sie sich allerdings agiler aufstellen. Das Rezept dafür ist Adaptive IT.


Studie "Adaptive IT"

Für die branchenübergreifende Studie „Adaptive IT – Die IT-Organisation im Wandel“ hat Horváth & Partners 2018 rund 190 Unternehmensentscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Weitere Informationen und Studienbestellung


Nahezu 100 Prozent der befragten Unternehmensentscheider sind überzeugt, dass die Bedeutung der IT innerhalb der Gesamtorganisation in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Dennoch wird die IT immer noch von der überwiegenden Mehrheit als eine rein technische Funktion wahrgenommen. Nur jeder zehnte Konzernmanager sieht die eigene IT uneingeschränkt als Serviceorganisation. Dass im IT-Bereich proaktiv Innovationen für die Fachbereiche erarbeitet werden, ist heute noch die absolute Ausnahme in großen Unternehmen.

Mehr noch: Nur jeder zehnte Befragte glaubt, dass seine IT-Abteilung überhaupt in der Lage ist, flexibel auf Anforderungen der Fachbereiche einzugehen. Deshalb überrascht es auch nicht, dass in den meisten Unternehmen IT-Lösungen aus den Fachbereichen heraus entwickelt werden. Viele IT-Organisationen haben also noch eine erhebliche Wegstrecke vor sich, um von der reinen Abwicklung von IT-Projekten und der Sicherstellung des reibungslosen IT-Betriebs zum Gestalter und Treiber der digitalen Transformation im Unternehmen aufzusteigen.

Fazit: Auf dem Weg zur optimalen Prozess-System-Unterstützung braucht es eine Art „Business Partnering“ mit Ausrichtung auf agile Prozesse und die Orchestrierung aller IT-Aktivitäten im Unternehmen. Dazu gehört die vorausschauende Beratung der Fachbereiche bei Geschäftsprozessen und dafür verfügbaren Technologien. Adaptive IT ist nichts anderes als die koordinierte, agile und bereichsübergreifende IT-Zusammenarbeit aller Fachbereiche. Dafür sind IT-Integration und genaue Kenntnis der Geschäftsprozesse Voraussetzung. Nur so kann die IT letztlich den entscheidenden Mehrwert und Beitrag zur digitalen Transformation liefern.


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Die Serie "Management Commentary" ist eine Kooperation von trend.at und der Unternehmensberatung Horváth & Partners. Die bisher erschienen Beiträge finden Sie zusammengefasst im Thema "Management Commentary".


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