Neuer Telekom-Forensik-Bericht belastet Hochegger

Neuer Telekom-Forensik-Bericht belastet Hochegger

Die Telekom Austria soll über den Lobbyisten Peter Hochegger weitaus mehr Geld an Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft verteilt haben als dem parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss bisher bekannt war.

Die Telekom zahlte bekanntlich an Peter Hocheggers Spezialvehikel Valora AG und seine PR-Agentur Hochegger.Com insgesamt rund 40 Millionen Euro an diversen Honoraren. Davon wurden bisher rund zehn Millionen Euro bei der Staatsanwaltschaft als strafrechtlich relevant angezeigt. Tatsächlich dürften die dubiosen Zahlungen laut dem FORMAT exklusiv vorliegenden „Bericht über die forensische Sonderuntersuchung Buchhaltung Valora/ Hochegger.Com bei der Telekom Austria“ viel höher gewesen sein.

Am 18. Juni 2012 übermittelte die Wirtschaftsprüfungskanzlei BDO ihren 37 Seiten starken Endbericht an den Aufsichtsrat der Telekom Austria. Die Ausschussmitglieder kennen den Berichtsinhalt nicht, weil der Korruptions-U-Ausschuss den Telekom-Komplex fast zwei Monate zuvor abgeschlossen hatte und weitere Aktenlieferungen zum Telekom-Thema gestoppt wurden.

Der BDO-Ergebnis laut FORMAT: „Wir konnten feststellen dass die gebuchten Umsätze seitens der Telekom Austria an die Valora für den Zeitraum 2004 bis 2008 um ein Vielfaches die gebuchten Umsätze der Valora mit den Kreditoren im Zusammenhang mit den Aufträgen für die Telekom Austria für 2005 bis 2009 übersteigen.“ Dasselbe wurde für die Hochegger.Com festgestellt.

Eindeutige „Rückschlüsse auf die Verwendung der Finanzmittel“ seien wegen mangelnder Buchhaltungsunterlagen von Valora und Hochegger.Com nicht möglich, schreiben die BDO-Prüfer. Im Bericht findet sich daher eine Anregung an die Staatsanwaltschaft Wien: „Ein vollständiger Einblick in die Buchhaltung und die Mittelverwendung durch Valora und die Hochegger.Com ist nur mit den Mitteln eines Strafverfahrens möglich.“

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