Mühsame Leichensuche im Keller der Volksbanken AG

Interne Revision der ÖVAG prüft Malversationsverdacht in Österreich und Malta. Externe Forensiker suchen nach den Gründen für die ÖVAG-Milliardenverluste.

Mühsame Leichensuche im Keller der Volksbanken AG

Ein Milliardengrab ist die Volksbanken AG schon jetzt. Im Jahr 2011 baute das Spitzeninstitut des genossenschaftlich organisierten Volksbanken-Sektors einen Rekordverlust von 1,34 Milliarden Euro. Gigantische Abschreibungen auf das Wertpapier- und Derivateportfolio machten einen Kapitalschnitt und die Teilverstaatlichung lebensnotwendig. Wenig überraschend wird die ÖVAG auch 2012 einen Verlust bauen. Zwar werden die Ergebnisse erst im Frühjahr bekannt gegeben. Doch laut FORMAT-Informationen sollen es weit über 150 Millionen Euro Miese sein.

Der neue ÖVAG-General Stephan Koren (Bild) will den Defizitpfad möglichst rasch verlassen. Doch das ist schwer. Denn bis dato schlummern erhebliche Risiken im Bankbuch. ÖVAG-Abschlussprüfer KPMG hat bereits im Vorjahr festgestellt, dass im Wertpapierportfolio „wesentliche stille Lasten“ bestehen, die mittelfristig schlagend werden können.

Abgesehen vom operativen Geschäft steht die Vergangenheitsbewältigung ganz oben auf Korens To-do-Liste. Zwar hat eine Sonderprüfung durch Ernst & Young, die sich mit der Frage beschäftigte, ob Malversationen auf Managementebene für die Verluste 2011 verantwortlich sind, keine strafrechtlich relevanten Ergebnisse geliefert. Doch das bedeutet nicht, dass die Aufräumarbeiten in der ÖVAG abgeschlossen sind. Einerseits, weil der Endbericht von Ernst & Young noch nicht vorliegt. Andererseits, weil die Interne Revision den Radius der hauseigenen Sonderprüfung massiv ausgeweitet hat. So werden die Geschäfte in der Volksbank Malta und die Beratervertragsvergabe unter den früheren ÖVAG-Chefs Franz Pinkl und Gerald Wenzel wegen Kickback-Verdachts geprüft. Zwischen 2004 und 2011 sollen laut Unterlagen der Korruptionsstaatsanwaltschaft in Summe rund 200 Millionen Euro an diverse Berater geflossen sein. Angesichts der katastrophalen Geschäftsentwicklung der ÖVAG war der gute Rat nicht nur teuer, sondern schlecht.

Im von Hans Jörg Schelling präsidierten ÖVAG-Aufsichtsrat, dem seit Mitte Jänner auch Klaus Liebscher als Vorstand der Banken-ÖIAG Fimbag angehört, spielt man mit dem Gedanken, eine „CSI ÖVAG“ zu installieren, um alle Leichen im Keller der Volksbanken AG zu finden. Entschieden wird demnächst.

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