Hypo-Prozess: Kircher belastet Kulterer, legt Liste von Aktienkäufern vor

Hypo-Prozess: Kircher belastet Kulterer, legt Liste von Aktienkäufern vor

Im Hypo-Untreue-Prozess hat Josef Kircher, Ex-Hypo-Vorstand und Ex-Vorstand der Hypo-Leasing, den Mitangeklagten Hypo-Ex-Chef Wolfgang Kulterer mit seiner heutigen Aussage weiter belastet.

Klagenfurt. Im Klagenfurter Untreue-Prozess hat Josef Kircher, Ex-Hypo-Vorstand und Ex-Vorstand der Hypo-Leasing, den Mitangeklagten Hypo-Ex-Chef Wolfgang Kulterer im Laufe seiner heutigen Aussage weiter belastet. Dazu legte er unter anderem eine Liste mit Ansprechpartnern vor, mit denen Kulterer Aktiendeals abgeschlossen hatte.

In dieser Liste scheinen die Namen Moser, Köck und Flick auf. Zuvor hatte Richter Liebhauser-Karl dem Angeklagten ein Schreiben des Bauunternehmers Walter Moser vorgelegt, der die Aktien fremdfinanzierte. Darin ist zu lesen, dass die Bank Burgenland für die Finanzierung der Aktien eine Zusatzvereinbarung verlangte. Kircher bestätigte dies, er habe sie dann gemeinsam mit Kulterer geschrieben.

Auch für die Privatstiftungen Köck und Flick sei Kulterer zuständig gewesen, so der Angeklagte. Für den Deal mit der Flick-Stiftung legte er ebenfalls eine Unterlage vor, die nicht im Akt lag. Darin steht Kulterer als Ansprechpartner, vermerkt ist auch, dass ein Rückverkaufsrecht eingeräumt wird. Die Vereinbarung mit der Flick-Stiftung sei in der Anwaltskanzlei Alexander Klaus unterzeichnet worden, unter anderem von Siegfried Grigg.

"Hat jeder gewusst, was er da unterschreibt?“, frage der Richter. „Ja, denn es hat immer wieder Meetings über die Vorzugsaktien und die Eigenkapitalschädlichkeit der Put-Optionen gegeben“, antwortete Kircher. Da seien sowohl Kulterer als auch Grigg als auch Berlin dabei gewesen, präzisierte er. Über die Zusatzvereinbarung sei daher Stillschweigen beschlossen worden.




Mehr zum Thema


Auch andere Mitglieder des Vorstandes seien informiert gewesen, sagte Kircher, ebenso der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Othmar Ederer - seit dem Jahr 2000 Chef der Grazer Wechselseitige Versicherung AG (Grawe), ehemals Miteigentümerin der Hypo.

Der Deal sei eine „Schwindelei" gewesen, mit der man sich bis zum Jahr 2009 weiter retten habe wollen: "Mit Sicherheit Bescheid gewusst haben Grigg, Ederer und ich, bei den anderen Vorständen gehe ich davon aus, kann es aber nicht mit 100 Prozent Sicherheit sagen", so Kircher.

"Woher haben Sie die Urkunden jetzt? Bei Hausdurchsuchungen wurden sie nicht gefunden“, fragte der Richter. Kircher erklärte dazu: "Mir wurden die Unterlagen aus der Bank zur Verfügung gestellt. Nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand war ich als Konsulent tätig, da habe ich sehr viele Unterlagen mitgenommen und hatte die Möglichkeit, die eine oder andere Information aus der Bank zu bekommen.“

Wolfgang Kulterer steht im Fokus der Hypo-Ermittlungen. Bei anderen prominenten Beschuldigten legt die Justiz nicht so ein Tempo an den Tag.
#Hypo Alpe Adria #Kulterer
 

Hypo

Wolfgang Kulterers bittere Hypo-Tränen

Durch die "Anstaltslösung" muss der österreichische Staat auch für alle Haftungen aus dem Bundesland Kärnten aufkommen. Die Staatsschulden und Risiken für den Bund steigen dadurch unmittelbar.
#Hypo
 

Hypo

Hypo als milliardenschwere Bürde: Der Staat Österreich wird zum Bad Banker

Ehemalige Bankangestellte sagen im Zeugenstand aus: "Wir wussten nichts von Nebenabsprachen."
#Hypo
 

Hypo

Hypo-Prozess: Angebliche Nebenabsprachen waren nicht bekannt