Hypo-Prozess: Ex-Vorstand Kircher von Zeugen belastet

Hypo-Prozess: Ex-Vorstand Kircher von Zeugen belastet

Gerhard Nyull, stellvertretender Vorstand der Bank Burgenland, belastet den früheren Hypo Alpe Adria Vorstand Josef Kircher: "Er war der Ansprechpartner bei dem Verkauf von Vorzugsaktien inklusive Put-Option."

Klagenfurt (APA) - Der stellvertretende Vorstand der Bank Burgenland, Gerhard Nyul, hat als Zeige im Hypo-Untreueprozess am Klagenfurter Landesgericht hat den Angeklagten, Ex-Hypo-Vorstand Josef Kircher, belastet. Kircher sei sein einziger Ansprechpartner bei der Abwicklung des Verkaufs von Vorzugsaktien inklusive Put-Option gewesen, erklärte Nyul. Kircher selbst hatte sich in seinem Geständnis als Randfigur präsentiert.

Die Bank Burgenland finanzierte Hypo-Vorzugsaktien im Wert von 15 Mio. Euro für den Klagenfurter Unternehmer Walter Moser. Dieser habe die Differenz zwischen den niedrigen Kreditzinsen und der Vorzugsdividende von sechs Prozent als Ertragsmöglichkeit gesehen, sagte Nyul. Zur Absicherung der Bank Burgenland wurde mit der Bank eine Put-Option abgeschlossen.

"Wer hatte die Idee dazu?", fragte Richter Christian Liebhauser-Karl. "Das kann ich nicht mehr sagen", antwortete Nyul. Jedenfalls habe ihm Kircher mitgeteilt, dass ein Entwurf einer Put-Option vorliege. Auf Nachfrage der Verteidigung erklärte er, mit dem ebenfalls angeklagten und ehemaliger Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer in dieser Fragen keinen Kontakt gehabt zu haben. Kircher habe ihn auch gebeten, den Vertrag über die Put-Option nicht zu den Kreditakten zu nehmen, damit Moser nichts davon erfahre und nicht auch andere Kunden eine solche Vereinbarung einforderten, sagte der Zeuge. So sei die Zusatzvereinbarung beim Vertrauensnotar der Bank hinterlegt worden. Bei seiner Einvernahme im Vorverfahren war ihm jedoch mitgeteilt worden, dass Moser selbst auch im Besitz einer Put-Option gewesen sei. Und dass der Kundenbetreuer der Bank Burgenland, der Moser betreute, die Put-Option unterschrieben hatte, erfuhr der Zeuge laut eigener Aussage erst am Mittwoch im Zuge der Hauptverhandlung.

Kulterer erklärte am Abend, an diesem Tag nicht mehr einvernommen werden zu wollen, wie es ursprünglich geplant gewesen war. Richter Christian Liebhauser-Karl kündigte an, dass ergänzende Einvernahmen der Angeklagten in Zeitfenstern zwischen Zeugenbefragungen stattfinden sollen.

Die Hauptverhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt. Als Zeugen sind unter anderem der Notar Reinhard Kern und der Rechtsanwalt Alexander Klaus angekündigt.

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