Die Geheimnisse des Milliardärs Martin Schlaff

Die Geheimnisse des Milliardärs Martin Schlaff

Ex-ÖVP-Chef Josef Taus stellte Schlaff Kapital und Polit-Connections zur Verfügung und kassierte im Gegenzug satte Prämien. Fast alle Ostgeschäfte zwischen Schlaff und der Telekom Austria liefen mit Beteiligung des diskreten Unternehmers Taus.

Das wäre für die ÖVP beinahe unangenehm geworden. Seit die Telekom-Forensiker BDO bei den Ost-Deals immer öfter auf den Namen Josef Taus gestoßen waren, wurden die Rufe lauter, ihn als Zeuge in den U-Ausschuss zu laden. Nicht ohne Grund: Ex-VP-Obmann Josef Taus und Martin Schlaff bilden seit Jahren eine enge geschäftliche Achse. Taus stellt Kapital und politische Verbindungen bereit, verleiht den Geschäften staatsmännische Bedeutung und wird dafür fürstlich entlohnt.

Erste Kontakte knüpften die beiden zu Beginn der 90er-Jahre, als die MTH-Gruppe von Taus Großkunde der Bawag war, die auch Schlaffs Firmennetzwerk als Hausbank betreute. Aus dem bulgarischen Mobiltel-Geschäft mit der Telekom Austria lukrierte Taus rein rechnerisch rund 100 Millionen, was seiner 15-Prozent-Beteiligung an dem Deal entspricht.

Taus legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass er dabei nur als Berater tätig war und eine weitaus geringere Summe lukrierte. Der finanzielle Segen dürfte allerdings Ansporn zum ähnlich gelagerten Mobtel-Geschäft mit der serbischen Regierung gewesen sein.

Gemeinsam mit dem eingespielten Duo Schlaff und Herbert Cordt hatte Taus eine Optionsvereinbarung mit der Telekom, um nach erfolgreichem Zwischenhandel den serbischen Mobilfunker gegen eine Provisionsgebühr der TA zuzuführen. Als der Deal zu scheitern drohte, wurde die Holdenhurst Holding mit Sitz in Zypern gegründet, an der Taus 15 Prozent hielt. Die anderen 85 Prozent hielt die MS Privatstiftung.

Die Holdenhurst wurde an der Mobtel-Nachfolgegesellschaft Mobi 63 beteiligt, die Telenor stieg ein, und über wundersame Umwege bekam die TA eine dritte Handylizenz in Serbien. Profit für Taus & Co aus Verkaufserlös, Beratungsleistungen und Kautionsrückzahlung: 200 Millionen Euro.

Das Trio war auch beim lettischen Pipeline-Betreiber Ventspils Nafta engagiert, wo Schlaffs Sohn David kurzfristig sogar einen Aufsichtsratsposten bekleidete. Taus selbst war für FORMAT nicht für eine Stellungnahme erreichbar - in der Vergangenheit war er aber stets bemüht, seine Partnerschaft mit Schlaff herunterzuspielen. Taus: "Schlaff ist immer der Dealmaker gewesen.“

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