Vergleichstest: Geldberater am Prüfstand

Vergleichstest: Geldberater am Prüfstand

Die BKS Bank entscheidet unter den überregional tätigen Instituten den ÖGVS-Test zu Geldanlage Filialbanken für sich. In Sachen Beratungsqualität und Empfehlungen von Veranlagungsprodukten haben viele Banken Aufholbedarf.

Nur Bares ist Wahres. Diesem Motto folgen viele Österreicher. Haben sich doch die Barguthaben Privater seit 2013 laut OeNB um knapp zehn Prozent auf 21,8 Milliarden Euro erhöht. Ein Boom stellte sich bei täglich fälligen Bankguthaben ein. Von 2013 bis Mitte 2016 sind die Einlagen auf täglich fälligen Sparbüchern um mehr als ein Drittel auf rund 111 Milliarden Euro gestiegen.

Das Problem: Bargeld und Sparguthaben verlieren nach Abzug der Inflation an Wert. Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende BKS Bank:"Viele Anleger vertrauen unverändert auf Sparbuch und Veranlagungsbausteine mit sehr wenig Risiko. Sie nehmen in Kauf, dass ihr veranlagtes Kapital schon seit einigen Jahren einen realen Kaufkraftverlust aufweist."

Wer dem entkommen will, kann in einer Bank bei der Geldanlage Beratung in Anspruch nehmen. Aber bei welchem Institut ist man dabei gut aufgehoben? Und welche Geldberater glänzen mit hoher Beratungsqualität und guten Werten bei Service und Transparenz?

Antworten liefert die "Studie Geldanlage Filialbanken 2016" der Gesellschaft für Verbraucherstudien ÖGVS. Im Zuge der Studie wurden die Leistungen von fünf überregionalen Instituten, die in mindestens drei Bundesländern vertreten sind, auf den Prüfstand gestellt. Zusätzlich wurde die Qualität der Anlageberatung in jeweils drei Filialen von insgesamt 16 in Wien, Graz und Linz tätigen regionalen Banken getestet.

Anonymer Test

Bei den Erhebungen holten anonyme ÖGVS-Tester Angebote für eine Geldanlage in Höhe von 50.000 Euro ein. Die Veranlagung sollte mittels Einmalerlag erfolgen, einer geringen Risikobereitschaft gerecht werden und auf eine Laufzeit von zehn Jahren ausgerichtet sein. Zusätzlich sollte zwischenzeitlicher Zugriff auf das Kapital möglich sein.

Im ÖGVS-Testurteil ist die Beratung samt Analyse der finanziellen Situation des Kunden und den empfohlenen Veranlagungsprodukten mit 40 Prozent am höchsten gewichtet. Aspekte zu Transparenz -dazu zählen die angemessene Dokumentation des Beratungsgesprächs und die Offenlegung der Kosten der empfohlenen Anlageprodukte -gehen mit 25 Prozent in die Gesamtbewertung ein.

Ebenso mit 25 Prozent ist der Bereich Service im Testurteil berücksichtigt. Das Erscheinungsbild der Bankfilialen samt der Diskretion während des Beratungsgesprächs ist im ÖGVS-Urteil mit zehn Prozent gewichtet.

Testsieger

ÖGVS-Projektleiterin Katja Likowski: "Die BKS Bank erfüllte unter den überregionalen Banken die Kriterien am besten und wurde, gefolgt von der Sparda-Bank und der Bawag P.S.K., Testsieger" . Im Detail punktete die BKS Bank mit der besten Beratung und dem besten Service. Bezüglich Transparenz überzeugte die Bawag P.S.K. In Wien entschied ebenso die BKS Bank den Test für sich. In Graz erzielte die Hypo Steiermark und in Linz die Hypo Oberösterreich die besten Ergebnisse.

Bei der Beratung selbst zeigen sich teils deutliche Schwächen. ÖGVS-Expertin Likowski: "Die Ermittlung der persönlichen Finanzlage und der Ziele der Kunden weist häufig Lücken auf."

So holten rund ein Viertel der Berater keine Informationen zu Einkommensverhältnissen sowie zu Vermögen und Schulden ein. Das ist überraschend, weil laut Wertpapieraufsichtsgesetz WAG die Erfassung finanzieller Verhältnisse des Kunden gesetzlich verpflichtend und auch notwendig ist, um angemessen beraten zu können.

Fragen nach Veranlagungszielen oder der Risikobereitschaft wurden von den Beratern häufiger, aber erstaunlicherweise auch nicht in jedem Testfall gestellt.

Konkrete Beratung

Weitgehend positiv fiel der Beratungsumfang aus. So wurden in fast jedem Erstgespräch konkrete Produkte vorgeschlagen und deren Funktionsweise und Risiken verständlich erläutert. Jedoch gaben die Berater nicht immer auch konkrete Empfehlungen, wie der anzulegende Betrag auf die empfohlenen Produkte aufgeteilt werden sollte. Stattdessen wurde diese Entscheidung oft den Testkunden, die sich als betont unterfahren ausgegeben hatten, überlassen.

Obwohl die Tester betonten, dass sie aus Renditegründen bereit seien, ein überschaubares Risiko einzugehen, boten einige Berater für die ganze Anlagesumme ausschließlich Sparbücher an. Andere übertrieben es dagegen mit der Risikoklasse und empfahlen den Kauf von Mischfonds mit einem sehr hohen Aktienoder Rohstoffanteil oder den ausschließlichen Erwerb reiner Aktienfonds. BKS-Expertin Stockbauer Bank: "Wir raten jedenfalls zu einer Streuung im Portfolio."


Weitere Informationen

Die detailierten Testergebnisse sind gegen eine Gebühr von 1.490 Euro zuzüglich USt. unter info <AT> qualitaetstest.at erhältlich.

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