Private Pensionsvorsorge: Angebote der Banken im Test

Private Pensionsvorsorge: Angebote der Banken im Test

Die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien hat in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin trend untersucht, bei welchen Banken man die beste Beratung und das beste Service zum Thema Private Pensionsvorsorge bekommt.

Einen in finanzieller Hinsicht angenehmen Lebensabend wird die staatliche Pension nur sehr wenigen bescheren. Im Gegenteil: Wer sich nicht zusätzlich noch um eine private Absicherung kümmert, der muss nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben mit erheblichen Abstrichen rechnen.

Damit es nicht soweit kommt, bieten Banken verschiedene Möglichkeiten der privaten Pensionsvorsorge an. Die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien hat in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin trend untersucht, bei welchen Banken man die beste Beratung und den besten Service bekommt.

Die Leistungen der Banken wurden Mystery Checks in Wien, Graz und Linz untersucht. Jede der sechs überregionalen und 16 regionalen Banken wurde pro Stadt dreimal getestet.

Bei den überregionalen Filialbanken sind die am besten bewerteten Banken die Erste Bank, die BKS Bank und die Oberbank.

Gesamttesturteil Private Pensionsvorsorge

Gesamttesturteil Private Pensionsvorsorge

Erscheinungsbild und Service

Die getesteten Filialen und ihre Miarbeiter machten insgesamt einen guten Eindruck, nicht immer war jedoch sofort klar, wie sie zu dem für sie zuständigen Berater gelangen. In etwa drei Viertel der Filialen gab es Wartebereiche, oft mit Zeitungen oder einem Fernseher mit laufendem Wirtschafts- oder Nachrichtenprogramm zur Verkürzung der Wartezeit.

In fast allen Fällen waren die Berater freundlich, aufmerksam und nahmen sich ausreichend. Die Wartezeit, betrug nur in Ausnahmefällen länger als fünf Minuten und zumeist wurde auch ausreichend Diskretion durch abgetrennte Gesprächsbereiche geboten.

Gesamttesturteil Wien

Gesamttesturteil Wien

Verbesserungspotenzial gibt es bei der Bedarfsanalyse zur Ermittlung der persönlichen Situation. Diese verlief beim Test oft nicht umfassend genug. Zwar fragten die Mitarbeiter fast immer danach, wie viel die Kunden monatlich für Einzahlungen aufwenden können, sowie in etwa vier Fünftel der Fälle nach bisherigen Vorstellungen zur Pensionsvorsorge, respektive Zielen hinsichtlich der Pensionsvorsorge. Jedoch wurden nur in jedem fünften Beratungsgespräch bestehende finanzielle Verpflichtungen thematisiert.

Risikoanalyse

In fast drei Viertel der Fälle (71%) wurde nach Kenntnissen hinsichtlich Wertpapieren und Finanzinstrumenten gefragt und in ähnlicher Häufigkeit danach, wie viel Risiko man bereit ist, einzugehen. Ein wichtiger Hinweis dafür, ob und welche Aktien oder Fonds in Betracht gezogen werden könnten.

Die voraussichtliche Höhe der staatlichen Pension sowie die voraussichtliche Pensionslücke, also die Differenz zwischen dem letzten regulären Einkommen und der staatlichen Pension, berechnete nur etwa die Hälfte der Berater.

Fast immer wurde den Kunden zumindest ein Produkt zur Privaten Pensionsvorsorge vorgestellt. Positiv: Immer wurde auf den Wunsch des Kunden eingegangen, ein Produkt mit lebenslanger monatlicher Auszahlungsoption zu erhalten.

Gesamttesturteil Graz

Gesamttesturteil Graz

Ein Abstrich dabei: In nur etwa zwei Drittel der Fälle wurde erklärt, wie die Berechnung der monatlichen Auszahlungshöhe erfolgt. Erstaunt waren die Tester zudem, dass das Thema Inflationsrate häufig gänzlich ausgeklammert wurde: Nur in etwas mehr als der Hälfte der Fälle erläuterte der Berater, dass der letztendlich ausgezahlte Betrag in Zukunft einen geringeren Wert haben könnte als heute. Details zum weiteren Vorgehen unterblieben ebenfalls oftmals, ebenso Informationen bezüglich der benötigten Unterlagen, die für einen finalen Vertragsabschluss vorliegen müssen.

Fast immer wurde den Kunden ein schriftliches Angebot mitgegeben oder nachträglich per Email zugeschickt. In jedem Fall stimmten die Angaben im schriftlichen Angebot mit den Inhalten des Beratungsgesprächs überein. Die Themen Nebenkosten und Provisionen sprach jedoch nur die Hälfte der Berater aktiv an.

Gesamttesturteil Linz

Gesamttesturteil Linz

So wurde bewertet

Das Testurteil setzt sich aus den Leistungen der Banken in den folgenden vier Haupttestkategorien zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtwertung eingingen:

  1. Erscheinungsbild: Macht die Bankfiliale einen sauberen und gepflegten Eindruck? (10 Prozent des Gesamtwertes)
  2. Service: Wurden die Testkunden freundlich und zuvorkommend behandelt? (20 Prozent des Ge-samtwertes)
  3. Beratung: Erfolgte eine umfassende Bedarfsanalyse sowie eine kompetente Beratung mit passender Produktempfehlung? (50 Prozent des Gesamtwertes)
  4. Transparenz: Wurden die Pensionsvorsorgeangebote angemessen dokumentiert und waren die Kosten der empfohlenen Produkte transparent dargestellt? (20 Prozent des Gesamtwertes)

Die ausführlichen Ergebnisse des Tests sind gegen eine Schutzgebühr von 1.490 Euro zzgl. USt. Bei der ÖGVS ( info <AT> qualitaetstest.at ) erhältlich.

Service

Währungsrechner- Der Euro und die Weltwährungen

Service

Ryanair-Streiks: So können Betroffene Entschädigung fordern

Recht

Österreichs beste Anwälte - das trend Anwaltsranking 2018