Magisch aufräumen auf Japanisch: Die KonMari-Methode

Magisch aufräumen auf Japanisch: Die KonMari-Methode

Den Dauerbrennern Aufräumen und Ausmisten kann mit "Magic Cleaning" ein Ende bereitet werden.

Stapel von Zeitungen und Dokumenten am Schreibtisch, der Desktop überfüllt und eingestaubte Bücher am Boden. Aufräumen fällt schwer, das jährliche Ausmisten wird zur Qual und das Schlimmste: Es bleibt nie ordentlich. Die Japanerin Marie Kondo hat ein System entwickelt, dass Ordnung und Erleichterung schafft - für immer.

Da wollte man jahrzehntelang dem Chaos Herr werden und kommt nach der Lektüre eines kleinen Büchleins einer Japanerin darauf, dass man es bisher komplett falsch angegangen ist.

Marie Kondo hat einen Bestseller geschrieben, der in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt wurde. Die KonMari-Methode ist im deutschsprachigen Raum auch unter dem Begriff "Magic Cleaning" bekannt und ist für ihre Anhänger das Evangelium des Aufräumens schlechthin.

Perspektivenwechsel

Der Erfolg dieser Methode liegt im ganzheitlichen Ansatz begründet, denn sich von Dingen zu trennen ist eine emotionale Angelegenheit: Nostalgie, Erinnerungen und diffuse Ängste spielen beim Loslassen von Altem und dem Platzmachen für Neues eine wesentliche Rolle. Für langfristige Erfolge und um Spaß an der Sache zu bekommen, ist es aber nur logisch diese Ebene beim Aufräumen miteinzubeziehen. Kondos stramme These: Zwei Drittel der Sachen in einem Haushalt oder am Arbeitsplatz können entsorgt werden. Behalten wird nur, was "Freude bereitet". Das klingt zunächst komisch, dieser positive Ansatz setzt aber Energien frei und legt Dinge zutage, die viele Sammler und Messies nicht für möglich gehalten haben.

Und so machen Sie aus Ihrem Wirrwarr eine aufgeräumte Bento-Box:

1. Tempo und Konsequenz

Aufräumen sollte laut Marie Kondo rasch passieren. Ordnung schaffen ist für die Japanerin ein besonderer Event, kein ständiger Prozess. Nehmen Sie sich eine Kategorie vor und setzen Sie sich Deadlines. Zum Beispiel eine halbe Stunde für die Kategorie "Socken" oder "Stifte" und das Thema ist erledigt. Andere nehmen sich ihren kompletten Haushalt nach der Methode vor und haben in drei Monaten ihr Zuhause verändert.

2. Sortieren Sie nach Kategorie, nicht nach Ort

"Heute das Bad, morgen den Flur" oder "Erst den einen Stapel, dann das Regal" sind die falschen Herangehensweise, denn Aufräumen nach diesem Prinzip wird laut Kondo nie ein Ende nehmen. Die Organisationsberaterin empfiehlt außerdem diese Reihenfolge zu beachten: Kleider, Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungsstücke. Kleidung fällt den meisten am leichtesten und man trainiert sich im Abschiednehmen. Erinnerungsstücke fallen den meisten Menschen am schwersten auszusortieren, diese kommen zum Schluss. Sie sammeln also aus dem ganzen Haus oder dem Büro eine Kategorie auf einen Haufen. Dieses "Schockerlebnis" ist Kondos Meinung nach wichtig, da die Visualisierung hilft, sich klar zu werden, wie viele Sachen man eigentlich hat und die Dringlichkeit des Ausmistens bewusst wird. Wenn eine Kategorie an mehreren Orten und diversen Zimmern verstreut liegt, wird im Alltag dieser Fakt häufig verdrängt.

3. Anfassen!

Nun geht es Schritt für Schritt: Nehmen Sie eine Sache in die Hand, fassen Sie es an, schauen Sie es an. Hier können Sie das Hirn ausschalten, Kondo rät auf das Körpergefühl zu achten. Wie fühle ich mich mit dem Gegenstand? Zieht er mich runter, werde ich verspannt oder sagt jeder Körperteil "Ja"? Lieben Sie den Gegenstand?

4. Bringt es Freude?

Kondo dreht den Spieß um: Es geht nicht darum, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was man alles loswerden sollte, sondern wichtig ist, sich klar zu werden, was man behalten möchte. Ein Beispiel: Sie stehen vor Ihrem Bücherhaufen und halten ein Buch in der Hand, Sie blättern es durch, berühren es. Sie spüren im Körper nach, wie sie sich fühlen und fragen sich nun: Inspiriert mich dieses Ding? Macht es mich glücklich? Schenkt es mir Freude? Kondos radikaler Ansatz hilft nicht nur auszumisten, man setzt sich mit sich auseinander, wie man sein will, wie man leben will und entdeckt, was wirklich wichtig ist. Mit welchem Ding möchte ich in Zukunft "zusammenleben"?

5. Jedes Ding hat seinen Platz

Ja, auch Bücher dürfen weggeworfen werden. Wem das zu radikal ist, kann immer noch funktionstüchtige Gegenstände spenden oder online verkaufen. Die Dinge, die Freude bereiten oder schlichtweg für den Alltag notwendig sind, werden an einem Ort aufbewahrt. Eine Kategorie hat einen bestimmten Platz. Sie haben zum Beispiel kaputte Kugelschreiber entsorgt und behalten sich drei Stück, die Ihnen besonders gefallen, die gut schreiben und die Sie gerne in die Hand nehmen. Diese kommen dann in einen Behälter auf Ihren Schreibtisch - und nicht etwa in die Schublade oder eine Tasche. Für die Kategorie Kleidung hat sich Marie Kondo eine bestimmte Art zu Falten und Aufbewahren ausgedacht. Alles, was man besitzt, ist auf einen Blick überschaubar, griffbereit und platzsparend verstaut.

Kleidung aufbewahren á la KonMari.

6. Ein Altar für Erinnerungen

Hier kommt eventuell ein wenig der Shintoismus-Einfluss von Kondo zum Tragen: Die Aufräum-Expertin hält es für wichtig, die Habseligkeiten zu respektieren und ihnen beim Abschied Dankbarkeit entgegenzubringen, das helfe sich zu lösen. In etwa so: "Danke liebes Format-Heft, du warst interessant, ich habe dich gelesen, du hast deine Dienste getan, nun darfst du ins Altpapier". Bei Erinnerungsstücken wie Fotos, Postkarten, Herzlebkuchen und Co. fällt das natürlich schwerer. Kondo schlägt hier vor, eine Art "Altar" zu schaffen. Ein bestimmter Ort, zum Beispiel eine Regal-Ablage oder die Ablage einer Kommode ist der "heilige Ort" für Dinge, die für schöne Erinnerungen stehen. Wichtig: Das ist ein fix definierter Ort, der nicht größer wird und nur mit ganz besonderen Dingen bestückt wird.

Weniger ist mehr

Wer die KonMari-Methode durchzieht, schafft nicht nur Ordnung und Platz für Neues. Chaoten werden zu Minimalisten und das Tolle: Man vermisst nichts. Wer für zukünftige Anschaffungen den Ansatz im Hinterkopf behält "Bringt es Freude, inspiriert es mich?" wird sich seiner eigenen Lebensart und seinem Stil bewusst. Viele Dinge kommen erst gar nicht mehr ins Haus und sammeln sich an. Auch in anderen Lebensbereichen führt diese Denkweise dazu, zu wichtigen Dingen bewusster "Ja" zu sagen und viele Dinge, die keine Freude bereiten abzulehnen.

Tipp : Die App zum "Magic Cleaning"-Programm.

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