Fragen und Antworten zur Corona-Kurzarbeit

Die von der Regierung geschaffene Möglichkeit zur Kurzarbeit in der Corona-Krise beschäftigt derzeit den Großteil der österreichischen Unternehmer. Hier werden oft gestellte Fragen zum Thema beantwortet.

Fragen und Antworten zur Corona-Kurzarbeit

Mit 400 Millionen Euro finanziert der Staat die Corona-Kurzarbeit. Nahezu jedes Unternehmen - egal welcher Größe - kann die großzügig gestalteten Regelungen beantragen. Ziel ist es, die Arbeitskosten zu reduzieren. Dafür müssen Unternehmen nur noch die tatsächlich geleistete Arbeitszeit - die im gesamten Kurzarbeitszeitraum mindestens zehn Prozent betragen muss - zahlen. Das AMS gleicht die Differenz aus. Auch Lehrlinge und angestellte Geschäftsführer sind miteinbezogen. Bei Lehrlingen beträgt die Nettoersatzquote 100 Prozent. Bei sonstigen Bruttoentgelten unter 1.700 Euro 90 Prozent, über 1.700 Euro sind es 85 Prozent und über 2.685 Euro noch 80 Prozent.

Urlaub und Überstunden müssen nicht unbedingt vorher konsumiert werden. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat und - falls dieser nicht existiert - mit den betroffenen Arbeitnehmern aufsetzt.


FRAGE 1:

Kann ich nur Teile der Belegschaft in Kurzarbeit schicken, auch wenn ich vorsorglich alle angemeldet habe?

Ja, auch wenn das großteils Neuland ist. Es dürfte, so der erste Eindruck des Arbeitsrechtsexperten Thomas Angermair von Dorda Rechtsanwälte, "ähnlich gehandhabt werden wie das Frühwarnservice des AMS". Also besser für möglichst viele Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen, denn ein nachträgliches Einspeisen ist mit erneuter Bürokratie verbunden.

Sicher ist: Corona-Kurzarbeit kann auch für einzelne Betriebsteile, für bestimmte Gruppen von Beschäftigten oder sogar einzelne Beschäftigte vereinbart werden. Für diese Gruppen kann auch jeweils ein unterschiedliches durchschnittliches Beschäftigungsausmaß vereinbart werden.

Manche Firmen melden derzeit Produktionsmitarbeiter ab 1. April an, jene aus Vertrieb und Marketing aber erst ab 1. Mai - damit haben sie auch die Chance, letztere länger in Kurzarbeit zu halten. Angermair hat aus der bisherigen Interaktion mit den Sozialpartnern und dem AMS den Eindruck, "dass es nicht enden wollende Flexibilität" gibt.

Die Corona-Kurzarbeit ist flexibler als ihre Vorgängerin: Die Arbeitsauslastung kann auch auf null Prozent sinken - durchgerechnet über den Zeitraum der Kurzarbeit kann die Arbeitszeit jedoch auf nicht weniger als zehn Prozent herabgesetzt werden. Der im Antrag angegebene Kurzarbeitszeitraum kann sowohl später begonnen als auch früher wieder beendet werden.


FRAGE 2:

Kann ich die komplizierte Antragstellung abkürzen?

Der ellenlange Antrag zur Covid-19- Kurzarbeitshilfe, die Sozialpartnervereinbarung, die Pflichtbegründung zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist für Betriebe ohne eigene Rechtsabteilungen schon am Beginn oft die größte bürokratische Hürde.

Zwar bieten AMS und die Wirtschaftskammer diverse Ausfüllhilfen an. Doch gibt es keinen Betriebsrat, wie das bei kleineren Unternehmen manchmal der Fall ist, sind bis zu 18 Seiten Formulare pro Mitarbeiter notwendig. Es gibt auch größere Unternehmen, die das Papierwerk in Eigenregie auf ein bis zwei Seiten eingedampft haben - ob diese Eigenbau-Vereinbarungen vom AMS akzeptiert werden, ist fraglich.


FRAGE 3:

Mir droht die Pleite, wenn ich die Löhne von hundert Mitarbeitern bis zu drei Monate vorfinanzieren muss. Kommt es da noch zu Änderungen?

Bis Redaktionsschluss (25.3.) war dieser Punkt noch offen. Denn tatsächlich muss der Arbeitgeber die Arbeitskosten vorfinanzieren und bekommt erst mit einer Zeitverzögerung die Kurzarbeitsbeihilfe vom AMS retourniert - binnen 90-Tages-Frist.

Für liquiditätsschwache Unternehmen kann das existenzbedrohend sein. Laut AMS-Chef Johannes Kopf ist das Ziel seiner Organisation zwar, binnen 30 Tagen zurückzuerstatten. Wenn die Liquidität schwach sei, solle das aber erst vorrangig über Kredite gelöst werden. Der Ball wird also an die Banken weitergespielt. Das war zuletzt auch die Position der Regierung.


FRAGE 4:

Wie kann ich die Beihilfe berechnen?

Das AMS hat einen nützlichen Rechner kreiert, mit dem die mögliche Kurzarbeitsbeihilfe berechnet werden kann:

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