Christoph Leitl: "Unternehmergeist wecken"

Christoph Leitl: "Unternehmergeist wecken"

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl über die Bedeutung von unternehmerischen Kompetenzen in frühen Jahren und die Chancen eines qualifizierten Berufseinstiegs.

TREND: Sie sind bereits langjähriger Partner der Aktion "Schule macht Wirtschaft". Warum unterstützen Sie das Projekt?

LEITL: In den letzten Jahren hat das Thema Gründertum und Unternehmergeist stark an Bedeutung gewonnen. In Österreich hat sich eine blühende Start-up-Szene entwickelt, die für die heimische Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt. Im Bildungsbereich ist diese Entwicklung aber noch nicht angekommen. Es ist wichtig, bereits bei den Jugendlichen die Begeisterung für das Thema zu wecken und sie mit unternehmerischen Kompetenzen auszustatten. Im Junior-Company-Programm arbeiten die Schüler unternehmerisch selbstständig und trainieren ebendiese Fähigkeiten. Es ist inspirierend, ihre Begeisterung und Professionalität im Projekt zu erleben.

Gibt es eine Junior Company, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Da gab es bereits viele tolle Projekte aus den verschiedensten Schultypen. Von einer polytechnischen Schule, wo der Unternehmergeist der Schüler richtig greifbar wurde, bis hin zu HTLs, an denen die Jugendlichen technische Innovationen entwickeln und deren Wirtschaftlichkeit ausloten. Besonders beeindruckt hat mich vergangenes Jahr die Junior Company "Read Together".

Wovon profitieren die teilnehmenden Schüler am meisten?

Vom selbstständigen Arbeiten. Das Prinzip des "Learning Business by Doing Business" ermöglicht den Schülern, eigene Erfahrungen zu machen und die Auswirkungen ihrer Entscheidungen direkt zu erleben: mit realem Geld zu wirtschaften, mit anderen Persönlichkeiten im Team zu arbeiten und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Das ist etwas ganz anderes, als nur theoretisch zu wissen, was zu tun wäre. Die Schüler nehmen aus diesem Projekt reale Arbeitserfahrung mit.

Wie profitiert die freie Wirtschaft von den Kenntnissen, die sich die Schüler hier aneignen?

Die Wirtschaft profitiert von qualifizierten Berufseinsteigern, die bereits reale Arbeitserfahrung gesammelt haben und ein Grundverständnis mitbringen. Das spart Unternehmen Zeit und Kosten für die Einschulung. Unternehmensgründungen haben eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit, wenn die Gründer bereits selbstständiges Arbeiten erlernt haben und die Wirtschaftlichkeit von Ideen und unternehmerischen Entscheidungen beurteilen können.

In welchen Branchen haben Gründer die größten Erfolgschancen?

Es kommt nicht auf die Branche allein an. Viel wichtiger ist es, eine spannende, innovative Unternehmensidee zu haben, von der man als Gründer begeistert ist und andere begeistern kann. Natürlich ergeben sich mit der Digitalisierung in vielen Bereichen auch neue Chancen. Die gilt es zu nutzen.

Was sind die häufigsten Stolpersteine?

Das Um und Auf ist eine solide Planung. Gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg! Wer einen Businessplan erstellt und sich strukturiert mit den Fragen von Finanzierung über Marketing bis zur Standortfrage auseinandersetzt, der hat auch höhere Erfolgschancen. Hier hilft die WKO.

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