Vermögen richtig weitergeben

Vermögen richtig weitergeben

Großes Vermögen bedeutet auch große Verantwortung. Wird ein solches Vermögen weitergegeben, sollte der Erbe darauf vorbereitet sein und sich frühzeitig mit dem Thema Geldanlage beschäftigen.

Immer zwei Züge weiterzudenken – das ist beim Schachspielen eine erfolgreiche Strategie. Aber nicht nur dort: Auch potenzielle Erben sollten auf den Erbfall vorbereitet sein. So wie sich der Erblasser rechtzeitig Gedanken machen sollte über die Aufteilung seines Vermögens, sollten sich auch Erben frühzeitig mit dem Thema Vermögen und Geldanlage beschäftigen. Damit ist keineswegs gemeint, schon vor dem Eintreten des Todesfalls das erhoffte Erbe oder Teile davon auszugeben. Das wäre weder wirtschaftlich vernünftig noch besonders pietätvoll.

Aber auf eine neue Lebenssituation vorbereitet zu sein, war noch nie ein Fehler. Schon gar nicht, wenn es um große Vermögen geht. Denn diese können neben viel Freude auch eine große Verantwortung mit sich bringen. Erben von traditionsreichen Familienunternehmen wissen davon ein Lied zu singen. Doch auch wer Sparkonten, Wertpapierdepots oder Immobilien erbt, wird dadurch nicht automatisch glücklich. Viele Menschen sind mit plötzlichem Reichtum überfordert, wie man aus den Schicksalen vieler unglücklicher Lottomillionäre weiß. Denn wer sich noch nie besonders für die Möglichkeiten der Geldanlage interessiert hat, fühlt sich in einer solchen Situation schnell unsicher und hilflos. Potenzielle Erben sind daher gut beraten, sich frühzeitig mit den Themen Vermögen und Veranlagung zu beschäftigen.

Expertentipp

von Werner Steiber, Erste Bank und Sparkassen Private Banking


Damit kein Gefühl der Überforderung entsteht, sollte sich ein potenzieller Erbe frühzeitig mit dem Thema Vermögen und Geldanlage beschäftigen. Das vertrauensvolle Gespräch mit Bankberaterin oder Bankberater hilft dabei, die wesentlichen Fragen zu stellen und dierichtigen Antworten darauf zu finden.

Und das nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch in dem des Erblassers. Denn niemand wird gerne das Gefühl haben, dass das aufgebaute Vermögen in den Händen der nächsten Generation wie Sand durch die Finger rinnt und womöglich in unseriösen Anlagemodellen verschwindet. Übrigens ein Aspekt, der das Gespräch über dieses Thema erheblich erleichtert. Denn ein weitblickender Erblasser wird sich freuen, wenn seine Erben sich ernsthaft und frühzeitig mit dem Familienvermögen und dessen Erhalt beschäftigen und sich eine gewisse Kompetenz aufbauen. „Mein Erbe in guten Händen“ – das ist wohl eines der besten Gefühle, das man haben kann. Ein gemeinsames, vertrauensvolles Gespräch mit den Erben bei einer BankberaterIn kann dabei eine wichtige Hilfe- und Weichenstellung sein.

Die Beschäftigung mit dem Thema Geld und Anlage beginnt in der Regel mit einem Selbst-Check: Wie stehe ich zu Geld, zu einem Vermögen? Was habe ich für materielle Wünsche, die ich mir erfüllen möchte? Was gibt es für Verpflichtungen?
Welcher Anlagetyp bin ich, welcher Risikotyp? Kann ich noch gut schlafen, wenn mein Aktiendepot zehn Prozent im Minus ist? Oder werde ich nervös, wenn eine festverzinsliche Anleihe zwei Prozent im Kurs nachgibt? Wie ist eigentlich mein Know-how bei der Geldanlage? Wen diese Fragen verunsichern, für den gibt es zwei gute Nachrichten. Die erste: Der Umgang
mit Geld ist keine Geheimwissenschaft, wenn man sich über seine Ziele, Motive und Fähigkeiten Klarheit verschafft. Die zweite gute Nachricht: Man muss diese Fragen nicht alleine beantworten. Kompetente BankberaterInnen geben dabei gerne Hilfestellung. Sie können in einem Gespräch abklären, welcher Risikotyp man ist, und entsprechende Anlagemöglichkeiten
vorschlagen.

Die Risikobereitschaft, die Ertragserwartung und der Zeithorizont der Veranlagung sind die wesentlichen Faktoren zur Bestimmung des Anlegertyps. Der sicherheitsorientierte Anleger will vor allem stabile Erträge. Wer ein bisschen
mehr Risiko nimmt und auch Aktien in seine Überlegungen miteinbezieht, zählt zu den dynamisch-risikobewussten Anlegern. Gewinnorientierte Investoren setzen auf Kapitalzuwachs; wer überdurchschnittlich hohe Ertragserwartungen hat und wem hohe Gewinne wichtiger sind als ein niedriges Risiko, gehört zum Typ des chancenorientierten, spekulativen Anlegers. Für
jeden Anlegertyp gibt es eine passende Geld-Strategie, von sicherheitsorientierten Rentenportfolios über dynamische Portfolios bis zu offensiven Depots mit bis zu 60 Prozent oder auch mehr Aktienanteil.


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