Ans Schenken denken

Ans Schenken denken

Besonders bei der Übertragung von Immobilien zu Lebzeiten können Vorteile geschaffen werden.

Auch nach der Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes mit Jahresbeginn 2016 stellt sich immer noch die Frage, ob Wohnungen oder Häuser nicht schon zu Lebzeiten an Erben übergeben werden sollen. Denn das Thema Erbschaftssteuer steht in Österreich weiterhin im Raum. Das Nachbarland Deutschland besteuert beispielsweise Erbschaften, wie auch andere europäische Länder. Um einer Erhöhung der Grunderwerbsteuer in den kommenden Jahren zuvorzukommen, kann eine Schenkung von Immobilien zu Lebzeiten also durchaus Sinn machen.

Aufpassen heißt es jedoch, wenn anlässlich einer Immobilienschenkung Ausgleichszahlungen an Geschwister vereinbart werden. Angenommen, die Eltern schenken ihrer Tochter eine Wohnung mit der Auflage, dass sie ihrem Bruder einen bestimmten Betrag zahlt. Überschreitet die Ausgleichszahlung den halben Verkehrswert, gilt das wirtschaftlich als Verkaufsfall. Das hat zur Folge, dass Steuer anfällt. Bleibt es der Tochter überlassen, freiwillig eine solche Zahlung zu leisten, tritt diese Wirkung zwar nicht ein, der Bruder hat dann jedoch keinen Rechtsanspruch auf das Geld.

Expertentipp

von Mag. Reinhard Rindler, Leiter Tax, BDO Österreich


Vor dem Hintergrund immer wiederkehrender Diskussionen über eine Erbschafts- und Schenkungssteuer kann es ratsam sein, anstelle der letztwilligen Verfügung bereits zu Lebzeiten Schenkungen zu tätigen. Soll in diesem Fall das Vermögen zwar übertragen werden, aber dem Schenkenden bis zum Todesfall zur Nutzung verbleiben, ist die Schenkung unter Vorbehalt eines Fruchtgenuss- oder Gebrauchsrechts ein gangbarer Weg. In diesem Fall wechselt zwar das Eigentum an der Substanz, der Schenkende ist aber bis zum Eintritt des Todesfalls berechtigt, über die Vermögensgegenstände zu verfügen.

Zur Steuerfalle kann auch ein Zweitwohnsitz im Ausland werden – egal, ob Ferienwohnung oder beruflich benötigte Unterkunft und unabhängig davon, wie oft und wie lang man sich dort aufhält. Problematisch wird das, wenn es in dem betreffenden Land eine Erbschaftsund Schenkungssteuer gibt und dafür beim Wohnsitz angeknüpft wird.


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