Weniger Steuer, mehr Sicherheit

Weniger Steuer, mehr Sicherheit

Mit welchen Versicherungen können Angestellte und Unternehmer am meisten rausholen? Mit diesen sieben Tipps können Sie Ihre Steuerbelastung 2014 senken.

Unglaubliche 138 Milliarden Euro haben die Österreicher 2013 an Steuern bezahlt. Das Steueraufkommen ist dabei sogar um 3,8 Prozent oder 5,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Sparpakete der letzten Jahre machten sich besonders in den vergangenen zwei Jahren bei den Steuerzahlern bemerkbar. Umso wichtiger ist es vor dem Jahresende, die eigene Steuer zu gestalten. Mit einigen Tipps und Tricks lässt sich dabei nicht nur die Steuerbelastung senken, sondern auch einiges für die persönliche Vorsorge tun.

1. Nur mit einer langfristigen Strategie lässt sich die Steuerlast senken

Belege in einer großen Kiste sammeln und diese am Jahresende beim Steuerberater abgeben, ist zu wenig. Um wirklich alle Gestaltungsmöglichkeiten bei Steuern und Abgaben nutzen zu können, braucht es einen langfristigen Plan. Dabei sollte man mit dem Steuerberater nicht nur eine einjährige Strategie erarbeiten, sondern am besten gleich fünf Jahre im Voraus planen. Besonders in den ersten fünf bis sieben Jahren lässt sich bei Jungunternehmern das meiste Geld sparen.

2. Im Bereich Topf-Sonderausgaben gibt es Geld vom Fiskus zurück

Auf diesen Bereich wird gerne bei der Steuererklärung vergessen, dabei lassen sich gerade hier die Prämien für freiwillige Personenversicherungen absetzen. Im Bereich der Topf-Sonderausgaben können Renten-, Unfall- und Krankenversicherungen berücksichtigt werden. Irmgard Herndl, Steuerexpertin der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei KPMG: "Hier sind aber bestimmte Einkommensgrenzen zu beachten. Zudem können die Topf-Sonderausgaben nur zu einem Viertel steuermindernd gelten gemacht werden.“
Grundsätzlich können Topf-Sonderausgaben bis zu 2.920 Euro pro Jahr von der Steuer abgesetzt werden. Alleinverdiener können sogar 5.840 Euro pro Jahr geltend machen. Topf-Sonderausgaben werden allerdings nur dann steuerwirksam, wenn pro Jahr mehr als 240 Euro für Versicherungen aufgewendet werden. Zudem ist grundsätzlich nur ein Viertel der Gesamtkosten absetzbar. "Zudem sinkt der Absetzbetrag der Topf-Sonderausgaben ab einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von über 36.400 Euro, ab 60.000 Euro entfällt die Abzugsfähigkeit überhaupt“, so KPMG-Expertin Herndl.

3. Die besonderen Steuerprivilegien der Zukunftsvorsorge nutzen

Die Zukunftsvorsorge ist nach der grundlegenden Reform im vergangenen Jahr ein spannendes Altersvorsorgeprodukt geworden. Neben mehr Flexibilität in der Veranlagung und einer noch größeren Transparenz sind es besonders die Förderung und die Steuervorteile, die locken. Wie bisher beträgt der staatliche Zuschuss 4,25 Prozent. KPMG-Steuerexpertin Herndl: "Für 2014 sind Leistungen bis zu 2.495 Euro prämienbegünstigt und die höchstmögliche jährliche Prämie beträgt 106 Euro. Zudem fallen bei der Zukunftsvorsorge keine Kapitalertrags-, Einkommen- oder Versicherungssteuern an. Auch der Bezug der Rente ist völlig einkommensteuerfrei.“

4. Es muss nicht immer die Gehaltserhöhung sein, wie wäre es mit einer Rente

Werden Lebensversicherungen als Zukunftssicherung deklariert und übersteigt die jährliche Prämie die 300-Euro-Grenze nicht, dann sind die Leistungen völlig einkommensteuerfrei. Ist die jährliche Gesamtprämie höher, dann fällt für diesen Anteil Einkommensteuer an. Doch diese Zahlungen können vom Arbeitnehmer bei einer Rentenversicherung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Unternehmen kann wiederum die Beiträge zu einer Direktversicherung als Betriebsausgaben absetzen. Übersteigen die jährlichen Prämien je Arbeitnehmer die 300-Euro-Grenze nicht, dann fallen für das Unternehmen auch keine Lohnnebenkosten an.

5. Mit der betrieblichen Kollektivversicherung in der Rente Steuern sparen

Eine steuerlich interessante Variante für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist eine betriebliche Kollektivversicherung. Beiträge, die der Arbeitnehmer selbst an eine betriebliche Kollektivversicherung leistet, sind im Rahmen der Sonderausgaben abzugsfähig. Zudem sind die Prämienzahlungen, die der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer leistet, weder lohnsteuer- noch sozialversicherungspflichtig. Manfred Rapf, Vorstand der s Versicherung: "Über eine betriebliche Kollektivversicherung können Mitarbeiter jährlich bis zu 1.000 Euro als geförderten Eigenbeitrag leisten. Spannend dabei ist, dass die daraus resultierende zukünftige Rente zur Gänze steuerfrei ist.“

6. Es lohnt sich, die Sozialversicherungsabgaben jetzt zu zahlen

Jungunternehmer können ihre Steuerbelastung durch eine Vorauszahlung in die Sozialversicherungskasse senken. Grund: Wird die ersten drei Jahre von der GSVG nur der Mindestbeitrag verlangt, so kommt nach drei Jahren die große Rechnung auf Basis der ersten Bilanz, was viele Jungunternehmer ins Strudeln bringt. Zahlt man voraus, ist schon mal ein großer Brocken erledigt und gleichzeitig sinkt die Steuerlast.

7. Risikoabsicherungen können auch als Betriebsausgabe abgesetzt werden

Einzelunternehmer und Gesellschafter können die Prämien für betriebliche Sach- und Schadenversicherungen, aber auch für eine Betriebsunterbrechungsversicherung sowie für eine Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen. Eine private Krankenversicherung oder Lebensversicherung zugunsten des Betriebsinhabers kann aber nicht als betriebliche Ausgabe geltend gemacht werden. Ausnahmen sind aber eine Risikolebensversicherung zur Besicherung eines betrieblichen Kredits oder auch eine Unfallversicherung für einen Artisten.

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