Haftpflichtversicherung für Hunde: Worauf es ankommt

Haftpflichtversicherung für Hunde: Worauf es ankommt

Dass man für ein Auto eine Haftpflichtversicherung abschließt, ist für jedermann selbstverständlich. Aber für seinen Hund oder sein Pferd? Experten raten dazu und bieten zahlreiche Varianten an, um Schäden, die durch eigene Tiere verursacht werden, abzusichern.

Wenn mit dem Hunderl der Beschützerinstinkt durchgeht und den vorbeilaufenden Jogger ins Wadl beißt, kann das nicht nur schmerzhaft sondern auch teuer werden. Doch das ist gar nichts dagegen, wenn ein Hund einen Autounfall verursacht, bei dem Menschen zu Schaden kommen. Robert Wasner, Sachversicherungsvorstand UNIQA Österreich: „Ein Hund bleiben letztlich unberechenbare Tiere mit natürlichen Instinkten. Daher rate ich jedem Tierhalter zu einer Hundehalterhaftpflichtversicherung.“ In manchen Bundesländern ist der Abschluss einer Hundehalterhaftpflicht sogar zwingend vorgeschrieben. Etwa in Oberösterreich (Mindestdeckungssumme von 750.000 Euro) sowie in Wien oder auch in der Steiermark besteht ebenfalls Versicherungspflicht.

Prämienfrei in der Haushaltsversicherung inkludiert

Generell kann jeder, der eine Haushalts- oder Eigenheimversicherung besitzt, eine Hundehalterhaftpflichtversicherung mit einschließen. Das ist laut Uniqa auch die günstigste Variante, um zumindest die finanziellen Folgen, abzufedern, wenn sich das Tier daneben benimmt. Wasner: „Hunde sind bei uns automatisch in der UNIQA Haushalts- und Eigenheimversicherung prämienfrei inkludiert.“

Große Preisunterschiede

Einen guten Vergleich welche Hundeversicherung für den eigenen Hund gut und günstig ist, finden Sie unter: www.durchblicker.at.

Die Prämien variieren beträchtlich. Für einen reinrassigen Chihuahua, der 2011 geboren ist, zahlt man jährlich zwischen 32 Euro bei der Zürich (Versicherungssumme drei Millionen Euro, Selbstbehalt 80 Euro) und 139,13 bei der Oberösterreichischen (Versicherungssumme eine Million Euro, kein Selbstbehalt.)

Jedem Hund seine Versicherung

Wer mehrere Hunde besitzt, sollte nicht nur einen Hund versichern, sondern für all Vierbeiner solche Versicherung abschließen. Ansonsten wird im Schadenfall die Leistung der Versicherung aliquot, also im Verhältnis der vorhandenen zu den versicherten Hunden gekürzt.

Eigene Polizze für den Hund

Die etwas teurere Variante ist eine eigene Polizze für den Vierbeiner. „Wenn wirklich etwas passiert, ist es aber immer noch besser eine etwas höhere Prämie in Kauf zu nehmen, bevor das Risiko gar nicht abgesichert ist“, rät Wasner. Im schlimmsten Fall übernimmt die Versicherung die Schäden, die der Hund an Dritten anrichtet bis zur Höchsthaftungssumme. Das bedeutet, dass die Versicherung gerechtfertigte Ansprüche befriedigt, aber auch ungerechtfertigte Ansprüche abwehrt. Grobe Fahrlässigkeit ist bei der Tierhalterhaftpflicht kein Ablehnungsgrund.

Ob Dogge oder Pudel: Rasse und Größe nicht entscheidend

Größe und Angriffslust des Hundes haben auf die Prämie praktisch keine Auswirkung. „Auch ein kleiner Hund kann einen Unfall mit sehr großen finanziellen Folgeschäden verursachen“, erklärt Wasner. Die Rasse jedoch sehr wohl. Muss man bei der Polizze doch genau angeboten, um welche Gattung es sich handelt.

Bei Betreuung durch Dritte ist der Hund versichert

Ein wichtiger Aspekt: Auch wenn ein Bekannter oder der Nachbar die Betreuung für den Hund übernommen hat, ist er mitversichert, wenn ein Dritter zu Schaden kommt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, wo die Versicherung gilt.

Was bei Reisen gilt

Standardmäßig sind Schäden versichert, die in Europa oder in einem Mittelmeeranrainerstaat passieren. „Wenn Sie Ihr Tier auf eine Reise außerhalb dieses Bereiches mitnehmen möchten, wenden Sie sich unbedingt vorher an Ihren Versicherungsbetreuer oder direkt an Ihre Versicherung“, so Wasner.

Pferd: Finanzielle Folgen eines Unfalls abdecken

Auch Pferdebesitzer sind gut beraten eine Pferdehalterhaftpflicht abzuschließen, um zumindest die finanziellen Folgen eines Unfalls abzuwenden, etwa wenn das Pferd ausbricht und frei umherirrt oder wenn man selbst beim Ausreiten herunterfällt und das Pferd herrenlos wieder in den Stall galoppiert und dabei einen Schaden an Dritten verursacht.

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