Vorsorge: Zehn Tipps zur Lebensversicherung

Vorsorge: Zehn Tipps zur Lebensversicherung

Die private Lebensversicherung zählt zu den wichtigsten Vorsorgeinstrumenten Österreichs. Obwohl hierzulande 9,8 Millionen Lebensversicherungsverträge laufen, gibt es viele Unklarheiten über Risiken, Kosten und Leistungen einer solchen Polizze.

Zehn Antworten auf die häufigsten Fragen bei einer klassischen Lebenspolizzen:

1. Warum macht der Abschluss einer klassischen Lebensversicherung Sinn?

Der Abschluss einer klassischen Lebensversicherung macht als Vorsorge immer Sinn. Grund: Das staatliche Pensionssystem wird in Zukunft zu einer Basisvorsorge werden. Laut einem Bericht des Rechnungshofs werden im Jahr 2015 bereits 40 Prozent der Staatsausgaben auf Pensionen und Zinsen entfallen. Gleichzeitig wird es 2015 erstmals weniger potenzielle Berufseinsteiger geben als Personen, die aus dem Berufsleben aussteigen. Wer heute nicht selbst vorsorgt, hat im Alter ein Problem.

2. Welche Leistungen erbringt eine solche Polizze?

Mit dem Begriff "klassische Lebensversicherung“ ist eine Er- und Ablebensversicherung gemeint, die sowohl Versicherungsschutz als auch Kapitalaufbau für die Zukunft bietet. Die Versicherungssumme wird nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit oder bei Tod des Versicherten an die Hinterbliebenen ausbezahlt

3. Kann man mit einer solchen Polizze auch einen Kredit besichern?

Ja, und solche Polizzen werden von Banken gerne genommen. Hierbei wird die Originalpolizze dem Gläubiger ausgehändigt, die monatlichen Prämien werden wie gewohnt vom Versicherten bezahlt.

4. Wie hoch sind die Erträge einer klassischen Lebensversicherung?

Die klassische Lebensversicherung bietet den Vorteil eines garantierten Zinssatzes von derzeit 1,75 Prozent. Zusätzlich zur garantierten Leistung bei Ablauf des Versicherungsvertrages kommt jährlich eine Gewinnbeteiligung hinzu, die, einmal zugeteilt, auch nicht mehr verlorengeht. Die österreichischen Versicherungen haben 2013 trotz Niedrigzinsphase im Schnitt eine Gesamtverzinsung von 3,25 Prozent erwirtschaftet.

5. Welche steuerlichen Vorteile bietet der Abschluss einer Lebenspolizze?

Die Leistungen aus einer Lebensversicherung unterliegen weder der Einkommenssteuer noch der Kapitalertragsteuer (KESt).

6. Welche Nachteile hat eine klassische Lebensversicherung?

Die meisten Probleme bei einer klassischen Lebensversicherung ergeben sich aus der langen Laufzeit und der Bindung des Geldes. Zudem ist ein vorzeitiges Vertragsstorno teuer. Ein Vertrag muss bei einem finanziellen Engpass nicht gekündigt, sondern kann auch "prämienfreigestellt“ werden - man setzt so die Prämienzahlung vorübergehend aus. Viele Assekuranzen ermöglichen sogar eine Teilentnahme des bereits einbezahlten Geldes.

7. Konsumentenschützer kritisieren immer wieder, dass Lebensversicherungspolizzen sehr hohe Kosten beinhalten und nur 70 Prozent des einbezahlten Geldes veranlagt werden. Stimmt das?

Manfred Rapf, Vorstand der s Versicherung: "Natürlich fallen Versicherungssteuer, Provision und Gebühren an, aber ich kann für die s Versicherung garantieren, dass bei einer Standardpolizze über 90 Prozent veranlagt werden.“ Gerne wird darauf vergessen, dass in einer klassischen Polizze auch ein Ablebensschutz enthalten ist und die Versicherung auch im Todesfall leistet. Auch dafür wird ein minimaler Teil der Prämie aufgewendet.

8. Wie sicher ist das Geld in einer Lebensversicherung?

In Österreich gab es seit dem zweiten Weltkrieg keine einzige Versicherungspleite. In den letzten fünf Krisenjahren kam auch keine heimische Assekuranz ins Trudeln. Das einbezahlte Geld der Versicherten wird im Deckungsstock veranlagt, und sogar im Katastrophenfall würde dieses Kapital erhalten bleiben. Damit Versicherungen nicht wild mit Kundengeldern spekulieren, wird die Veranlagung im Deckungsstock auch von der heimischen Finanzmarktaufsicht kontrolliert.

9. Die Niedrigzinsphase bringt deutsche Versicherer schwer in Bedrängnis, und nun wollen diese ihre Garantiezusagen nicht mehr einhalten. Droht dieses Szenario auch in Österreich?

"Die österreichische Versicherungswirtschaft ist mit jener in Deutschland nicht eins zu eins vergleichbar. In Deutschland lag das Garantiezinsniveau vor allem im Bereich der Rentenversicherung über einen viel längeren Zeitraum hinweg bei vier Prozent als in Österreich“, so s-Versicherungs-Vorstand Rapf. Derzeit gibt es auch vonseiten der heimischen Kontrollbehörden keinen Grund zur Sorge.

10. Der Garantiezinssatz soll in den nächsten Monaten sinken?

Aufgrund der aktuell sehr niedrigen Zinsen geht die Versicherungswirtschaft davon aus, dass die Finanzmarktaufsicht den Garantiezinssatz für Neukunden im nächsten Jahr auf 1,5 oder sogar auf 1,25 Prozent senken werde. Bestehende Verträge wären von dieser Maßnahme aber nicht betroffen.

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