Vorsorge: Staatliches Sicherheitsnetz mit Lücken

Vorsorge: Staatliches Sicherheitsnetz mit Lücken

Wer ausschließlich auf den Staat vertraut, kann böse Überraschungen erleben. Das staatliche Sicherheitsnetz in Österreich ist gut, hat aber gefährliche Lücken. Der Wohlfahrtsstaat stößt bald an seine Grenzen. Gegen das entstehende Risiko kann man sich mit einer privaten Vorsorge absichern.

Wer in Österreich lebt, kann sich auf ein hohes Niveau an sozialer Sicherheit verlassen. Doch wie lange ist dieses "Rundum-Sorglos-Paket" vom Staat noch finanzierbar? Schon heute gibt es gefährliche und nicht zu unterschätzende Lücken.

Ob bei der Sozialversicherung, der Pension oder dem Pflegegeld, die tatsächlich anfallenden Kosten übersteigen oft die Leistungen des sozialen Sicherungssystems.

Unfallrisiko: Nur die Basiskosten sind gedeckt

Jedes Jahr verunglücken rund 830.000 Österreicher. Alleine in den eigenen vier Wänden erleiden jährlich rund 195.100 Personen einen Unfall. "Kaum jemand glaubt an ein Verletzungsrisiko in den eigenen, vermeintlich sicheren vier Wänden", so Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Forschung und Wissensmanagement im KFV. "Oft reichen eine unachtsame Bewegung oder ein Schritt daneben, und schon ist es passiert." Die staatliche Unfallversicherung bietet hier nur die Absicherung der Akutkosten. Fallen Kosten durch einen Verletztentransport an, muss der Verunglückte selbst dafür aufkommen. Will der Patient vom Arzt seiner Wahl versorgt und behandelt werden oder sich im Krankenhaus in einem Zweibettzimmer erholen, bedarf es ebenfalls einer privaten Vorsorge.


Kaum jemand glaubt an ein Verletzungsrisiko in den eigenen vier Wänden

Bei Unfällen mit Dauerfolgen hat man nur Anspruch auf eine Rente, wenn sich der Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin ereignet hat. Bei Dauerinvalidität und Berufsunfähigkeit nach einem Freizeitunfall besteht kein Leistungsanspruch. Wie erwerbstätige Erwachsene sind auch Kinder bei Unfällen in der Schule oder auf dem Schulweg pflichtversichert. Doch in den Jahren davor ist der Versicherungsschutz nicht gegeben. Denn erst mit Eintritt in das letzte Kindergartenjahr unterliegt ein Kind der gesetzlichen Unfallversicherung. Keinen staatlichen Schutz genießen übrigens auch nicht erwerbstätige Ehepartner wie Hausfrauen beziehungsweise Hausmänner oder Pensionisten.

Pensionslücke: Lebensstandard in der Pension ist oft gefährdet

Wer bei Antritt seiner Pension keine böse finanzielle Überraschung erleben will, muss rechtzeitig vorsorgen. Denn es droht eine Lücke zwischen den Letztbezügen und der zu erwartenden monatlichen Rente, die von Experten auf zukünftig bis zu 40 Prozent des letzten Aktivbezuges geschätzt wird. Die Leistungen einer Privatpension werden notwendig sein, um den Lebensstandard im Ruhestand zu erhalten.

Das österreichische Pensionssystem finanziert sich vor allem durch die Beiträge der Versicherten. Durch den demografischen Wandel und die hohe Arbeitslosigkeit nimmt die Zahl der aktiv einzahlenden Arbeitnehmer jedoch stetig ab, und damit auch die Finanzierbarkeit. Bis ins Jahr 2050 wird das Verhältnis der Personen über 65 Jahren gegenüber den Erwerbstätigen auf 48 Prozent ansteigen, das bleibt nicht ohne Folgen für die zukünftigen Rentenzahlungen.

Pflegevorsorge: Zusätzliche Vorsorge ist notwendig

Nicht jeder ist bis ins hohe Alter fit und gesund. 456.000 Österreicher sind auf ständige Pflege angewiesen. Und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Das 1993 eingeführte gesetzliche Pflegegeld und die staatliche Pension reichen aber meist nicht aus, um einen Platz in einem Pflegeheim zu finanzieren. Auch die Kosten für eine Betreuung zu Hause sind enorm. Reichen die finanziellen Mittel für die Deckung der Kosten nicht aus, kann der Staat auf das Vermögen des Pflegebedürftigen und in manchen Fällen auch auf das Vermögen von nahen Verwandten zugreifen.

Um die Finanzierungslücke zwischen einem staatlichen Alterseinkommen und den tatsächlichen Pflegekosten zu schließen, bedarf es einer privaten Pflegevorsorge. So kann sich der Versicherte aussuchen, ob er in einem bestimmten Pflegeheim oder lieber zu Hause versorgt werden möchte.

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