Reiseversicherung: Wie Sie am besten auf Nummer sicher gehen

Wer Reisversicherung vergleicht, kann bis zur Hälfte der Kosten sparen.

Wer Reisversicherung vergleicht, kann bis zur Hälfte der Kosten sparen.

Welche unterschiedlichen Reiseversicherungen es gibt, welche man sich sparen kann, wann eine Haushalts- oder Unfallversicherung nicht reicht, in welchen Fällen die Kreditkarte gilt und wie viel man durch den Prämienvergleich sparen kann.

Wer storniert, zahlt ohne Versicherung bis zu 85 Prozent des Preises

Eine Reiseversicherung ist in vielen Fällen sinnvoll, denn die e-card gilt nur in der EU, den Staaten des EWR und der Schweiz, und dann auch nur bei Vertragsärzten und staatlichen Krankenhäusern. Auch manche Clubmitgliedschaften wie die des ÖAMTC oder Alpenverein beinhalten oft bereits eine Reiseversicherungen. Vielfach bieten auch Haushalts- oder private Unfall- und Krankenversicherungen Schutz für Leib und Leben im Ausland.

In welchen Fällen die Kreditkarte gilt und wann nicht

Auch viele Kreditkarten inkludieren eine Reiseversicherung. Daran sind jedoch je nach Karte bestimmte Bedingungen geknüpft. So müssen sie regelmäßig benutzt werden, es muss ein bestimmten Mindestumsatz getätigt werden und kurz vor Reiseantritt damit bezahlt worden sein. Doch Achtung: Es gibt auch gratis Kreditkarten, diese bieten überhaupt keinen Versicherungsschutz. Also vor Reiseantritt nochmals genau informieren, ob man auch auf Reisen versichert ist. Wem es zu mühsam ist, das Kleingedruckte danach abzusuchen, ruft am besten die Kreditkarten-Firma an und fragt. Mitreisende von Kreditkartenbesitzern, die einen Unfall haben oder eine andere medizinische Behandlung benötigen sind generell nicht versichert. Die Reisegepäck-, Reisehaftpflicht-, Reisestorno- und Verkehrsmittel-Unfallversicherungen gilt dagegen nicht nur für den Inhaber einer Visa- und Mastercard, sondern auch für den Ehepartner und den Lebensgefährten, der im selben Haushalt lebt.

Wann die Reisestornoversicherung nichts bringt

Dennoch können Zusatzversicherungen wie Reisestornoversicherungen hilfreich sein. Wer unerwartet seine Reise nicht antreten kann, trägt ansonsten laut Informationen des Versicherungsvergleichportals durchblicker.at bis zu 85 Prozent des Reisepreises selbst. Doch selbst wer eine Reisestornoversicherung abschließt und dann denn Urlaub nicht antreten kann, kriegt nicht zwangsläufig von der Versicherung das Geld zurück. Wer etwa keine Bestätigung vom Arzt hat, dass er beispielsweise krank ist, einen Unfall hatte oder nachweisen kann, dass ein naher Verwandter gestorben ist, schaut durch die Finger. Auch bei Last-Minute-Reisen kann man sich eine Stornoversicherung sparen.

Wann eine Stornoversicherung ratsam ist

Eine Reisestornoversicherung kann jedoch ratsam sein, wenn eine Reise weit im Voraus gebucht wird, diese besonders teuer ist und viele Mitreisende oder Familienmitglieder eingeplant sind, die noch erkranken können.

Nur wer Koffer zwischen die Beine klimmt, kriegt im Ernstfall Geld

Genauso wenig wie von Stornoversicherungen von Last-Minute-Reisen halten Konsumentenschützer von Reisegepäckversicherungen, wenn im Koffer ohnehin nichts wirklich Wertvolles ist. Nur wer teure Fotoausrüstung, Laptop oder Sportausrüstung mit sich führt, sollte eine solche Versicherung überhaupt in Erwägung ziehen. Außerdem ist das Reisegepäck zum Teil in der Haushaltsversicherung mitversichert. Das gilt, wenn beispielsweise das Gepäck aus dem verschlossenen Hotelzimmer gestohlen wird.
Aber selbst im Ernstfall zahlt die Versicherung nur selten. Wer nicht wie ein Luchs auf sein Gepäck aufpasst, kriegt nämlich nichts. Einmal kurz weg geschaut und schon hat man in den Augen der Versicherer grob fahrlässig gehandelt und schaut durch die Finger. Laut dem Kleingedruckten reicht es meist nicht aus, dass man den Koffer neben sich stellt. Man muss ihn buchstäblich zwischen die Beine klemmen. Nur wenn einem das Gepäck auf diese Weisen gestohlen wird, bekommt den Schaden ersetzt. Allerdings auch nur zum Zeitwert oder anteilig. Wer seine Kamera nicht am Körper befestigt, muss auch fürchten, dass er nichts kriegt. Nur locker über die Schulter hängen reicht meist nicht.
Wer eine solche Versicherung dennoch hat und zu Schaden kommt, muss sofort noch vor Ort, also unter Umständen im Ausland, eine polizeiliche Meldung machen, selbst wenn man dadurch etwa einen Flug versäumt. Allerdings muss man den neuerlichen Flug selbst bezahlen und sollte deshalb die Kosten für gestohlenes Gut und Flug gut abwiegen.

Wann die Mitversicherung bei anderen Versicherungen nicht reicht

Doch selbst, wenn man durch andere Versicherungen für Reisen mitversichert ist, gibt es Fälle, in denen diese nicht ausreichen. "Sei es aufgrund fehlender Stornoversicherung, Einschränkungen bei der regionalen Gültigkeit oder zu geringe Deckungssummen", so Baudisch.

Die drei Kategorien von Reiseversicherungen:

Doch es gibt auch Reiseversicherungen, die sich lohnen, sofern diese nicht nur durch andere Versicherungen abgedeckt sind. Grundsätzlich lassen sich Reiseversicherungen in drei Kategorien einteilen: Reiner Storno/Abbruch-Schutz, reiner Reise-Schutz, zum Beispiel bei Krankheit und Unfall, oder die Kombination dieser Bausteine. "Wir empfehlen, vor Abschluss einer Reiseversicherung die persönlichen Anforderungen genau abzuklären, um den optimalen Schutz zu günstigen Konditionen zu bekommen“, erklärt Reinhold Baudisch, Geschäftsführer des Vergleichsportals durchblicker.at.

Wer schon eine Reiseversicherung hat sollte vor Antritt einer Reise das Kleingedruckte noch einmal genau lesen und wenn nötig eine Zusatzversicherung abschließen. So lässt sich bei günstigen Prämien ein vollwertiger Schutz in den Bereichen Storno/Abbruch, Haftpflicht, Unfall, Krankheit bis hin zum Reisegepäck sicherstellen.

Rechnungsbeispiel bringt bis zu 50 Prozent Ersparnis

In einem aktuellen Prämienvergleich hat durchblicker.at verschiedene Versicherungsvarianten für eine einwöchige Familienurlaub nach Griechenland, der insgesamt 2.000 Euro kostet, errechnet. Bereits die Möglichkeiten, wie sich eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern versichern kann, sind sehr unterschiedlich.
Reine Reise-Deckungsversicherung
- Eine reine Reise-Deckung ohne Storno-Schutz würde beim günstigsten Anbieter derzeit 55 Euro kosten. Beim teuersten Anbieter kostet der Versicherungsschutz 88 Euro, also um 60 Prozent mehr.
Versicherung gegen Storno und Abbruch der Reise
Ähnlich die Situation bei einer Versicherung gegen Storno/Abbruch: Während das günstigste Angebot um 88 Euro zu haben ist, kommt das teuerste mit 122 Euro knapp 40 Prozent teurer.
Komplettpaket mit Reiseschutz, Storno und Abbruch
Beim Komplettpaket mit Reiseschutz und Storno-/Abbruchsversicherung beträgt der Unterschied zwischen dem günstigsten Angebot mit 119 Euro und dem teuersten mit 134 Euro ebenfalls noch 12 Prozent.

Jahresversicherung bei mehreren Reisen im Jahr billiger

Geht die gleiche Familie im selben Jahr mehrmals auf Reisen, bietet sich möglicherweise eine sogenannte Jahresversicherung an: Die Reisedeckung kostet dann aktuell zwischen 140 und 278 Euro pro Jahr, für den Komplett-Schutz sind je nach Anbieter zwischen 184 und 260 Euro zu bezahlen.
Baudisch: „Vielreisende kommen mit dieser Variante in der Regel günstiger. Bereits ab der zweiten oder dritten Reise pro Jahr hat man die Zusatzkosten kompensiert. Allerdings sind bei diesen Produkten auch die Unterschiede bei der Leistung besonders groß, weswegen man genau vergleichen sollte, ob das ausgewählte Produkt dem individuellen Bedarf entspricht.“

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