Die Private Unfallversicherung

Die Private Unfallversicherung

Die PUV wird über einen privaten Versicherer abgeschlossen. Bei der Privaten Unfallversicherung spielen Ort und Tätigkeit keine Rolle, eine Ausnahme bilden jeweils bestimmte Ausschlüsse, die durch das Versicherungsunternehmen festgelegt werden. In der PUV kann sich jeder versichern, wichtig ist sie insbesondere für Hausfrauen und Selbständige, die nicht gesetzlich grundversichert (GUV) sind. Hinzu kommt, dass Unfälle in der Freizeit generell vom gesetzlichen Schutz ausgenommen sind.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) wird bei der PUV bereits ab einem Invaliditätsgrad von 1 Prozent ausbezahlt. Des Weiteren können Zusatzleistungen wie der Todesfallschutz bei Bedarf mitversichert werden. Versicherungsnehmer sind bei der PUV weltweit 24 Stunden am Tag geschützt. Jeder Versicherungsnehmer zahlt seine Beiträge selbst, die Höhe hängt von der vereinbarten Versicherungsleistung (d.h. dem ausgeübten Beruf oder Hobby des Versicherten) ab.

Bei der privaten Unfallversicherung lässt sich eine Entschädigung für den Fall vereinbaren, dass nach einem Unfall eine dauerhafte Invalidität zurückbleibt. Solche schweren Unfallfolgen sind statistisch gesehen selten. Für Versicherungsfälle müssen die Gesellschaften daher nur knapp 40 Prozent der eingenommenen Beiträge ausgeben.

Beim Abschluss sollte darauf geachtet werden, dass die Grundinvaliditätssumme mindestens den zwei- bis dreifachen Jahresverdienst abdeckt (wie dies beispielsweise bei www.grawe.at der Fall ist). Liegt der empfohlene Progressionsgrad bei 350 Prozent, erhält der Versicherte im Falle einer Vollinvalidität die 3,5fach vereinbarte Grundsumme ausgezahlt. Lineare Tarife mit einer 100prozentigen Progression hingegen sind zwar deutlich günstiger, decken allerdings die stark steigende finanzielle Belastung hoher Invaliditätsgrade nur unzureichend ab. Nur wer zusätzlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, kann entsprechend niedrigere Summen ansetzen. Die Todesfallleistung sollte 10 Prozent der Grundsumme nicht übersteigen. Zusätzlich sollte zur Invaliditätssumme eine Übergangsleistung, eine Unfallrente sowie Krankenhaustagegeld vereinbart werden. Die Unfallrente wird lebenslang gezahlt, sofern ein Invaliditätsgrad vorliegt.

Vorteile und Beschränkungen

Ob Skiurlaub oder Unfälle im Haushalt: wen es auf die Piste oder die Berge zieht, für den kommt die GUV nicht auf. Gleiches gilt für typische Unfälle im Haushalt: Verletzungen durch Messer oder Feuer, das Stürzen beim Aufhängen der Gardinen, rutschige Unfallgefahren innerhalb des Bades. Hier hilft die PUV, die Kosten niedrig zu halten bzw. diese ganz abzudecken. Die GUV zahlt in diesen Fällen oftmals nicht einmal die Behandlungskosten.

Auch für Senioren gibt es spezielle Angebote für Unfallversicherungen. In diesen werden zusätzlich Hilfs- und Pflegeleistungen wie Essens- oder Wäschedienste abgedeckt. Nicht versicherbar sind hingegen schwer pflegebedürftige oder geisteskranke Personen bzw. Personen, die berufsbedingt einem hohen Risiko ausgesetzt sind (bspw. Taucher, Rennfahrer, Artisten, Geldtransporterbegleiter, Leibwächter etc.).

Nur eingeschränkt versicherbar sind Vergiftungen infolge Einnahme fester oder flüssiger Stoffe durch den Schlund, Unfälle durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen (Schlaganfälle, epileptische Anfälle, Krampfanfälle, Trunkenheit), Unfälle infolge einer versuchten Straftat, Unfälle durch Kriegsereignisse (lediglich im Ausland besteht für solche Fälle Versicherungsschutz) sowie Schädigungen durch Eingriffe oder Heilmaßnahmen. Zudem leistet die PUV unabhängig davon, ob die versicherte Person berufsunfähig ist oder nicht (http://www.versicherungen.de/unfall-faq.0.html). Ist der Versicherungsnehmer noch in der Lage, seinen Beruf ganz oder teilweise auszuüben, hat er dennoch einen Anspruch auf Leistung.

Die PUV ist zudem deutlich günstiger als eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Die PUV eignet sich daher auch für Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen von den Berufsunfähigkeitsversicherungen abgelehnt werden sowie für Arbeitslose und Geringverdiener, da diese nur schwierig Schutz in der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten bzw. dieser Schutz einfach nicht finanzierbar ist. Zudem ist es ratsam, in der PUV auch die Familienmitglieder mit zu versichern (Beitragsrabatt). Weiter ist darauf zu achten, dass die Versicherung beim Tod des Hauptversicherten für die Kinder kostenlos weitergeführt wird.

Die Unfallversicherung lohnt sich aber auch dann, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist oder keinen ausreichenden Schutz bietet. So müssen Interessenten mit Vorerkrankungen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung in vielen Fällen empfindliche Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge hinnehmen - wenn sie überhaupt einen Vertrag bekommen. Schüler, Studenten, Hausfrauen und Hausmänner ohne Berufsausbildung können sich in der Regel nur für den seltenen Fall in der Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit absichern. Kinder sind besonders auf die private Unfallvorsorge angewiesen. Gesetzlich unfallversichert sind sie erst vom vollendeten dritten Lebensjahr an. Der staatliche Schutz gilt auch nur für Unfälle auf dem direkten Weg zwischen Wohnort und Kindergarten oder Schule, während des Aufenthaltes dort sowie bei Klassenfahrten oder im Schullandheim. Zudem sind die Leistungen mehr als mager, so beträgt z. B. die Kinderrente bei einer 50prozentigen Erwerbsunfähigkeit ca. 154 Euro im Monat.

Eine private Unfallversicherung kann für Kinder von der Geburt an abgeschlossen werden. Bis zum 18. Lebensjahr gelten meist die günstigeren Tarife der Kinderunfallversicherung. Dann lässt sich der Vertrag zum Erwachsenentarif fortsetzen. Viele Gesellschaften bieten aber auch Sondertarife bis zum Ende der Ausbildung an. Der Vergleich der Prämien lohnt sich: Es gibt Preisunterschiede bis zu 150 Prozent im Erwachsenentarif und bis zu 90 Prozent im Kindertarif. Zusatzangebote wie Übergangsleistung, Tagegeld, Genesungsgeld oder Kostenübernahme für kosmetische Operationen treiben die Prämie in die Höhe, sind aber nur in seltenen Fällen sinnvoll. Dagegen lohnt es sich, auf die Angebote einzelner Versicherungsmakler zu schauen. Dort gibt es fürs gleiche Geld manchmal besseren Versicherungsschutz.

Die Invaliditätsleistung

Als Hauptleistung lässt sich eine Kapitalzahlung versichern für den Fall, dass der Versicherte nach einem Unfall auf Dauer "in seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt" ist. Die gesamte Versicherungssumme gibt es nur bei 100 Prozent Invalidität. Der Grad der Invalidität wird meist anhand einer so genannten Gliedertaxe bestimmt, die für die meisten Körperteile feste Invaliditätssätze vorgibt: Wer z. B. nach einem Unfall den Daumen und Zeigefinger verliert, kann 30 Prozent Invalidität geltend machen. Die Gesellschaft zahlt dann 30 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme. Daher der Tipp: Vor Abschluss einer Unfallversicherung nach der Gliedertaxe fragen - einige Anbieter und Makler bieten höhere Prozentsätze.

Progression und Mehrleistung

Mehrleistungstarife verdoppeln bei hohen Invaliditätsgraden - meist ab 70 Prozent - die vereinbarte Versicherungssumme. Bei Tarifen mit Progression steigt die versicherte Summe meist ab 26 Prozent Invalidität schrittweise an. Auf dem Markt sind Progressionsstaffeln zwischen 225 und 500 Prozent. Doch Achtung: Nach 80 Prozent der Unfälle bleibt die Invalidität unter 26 Prozent, daher besser von vornherein eine hohe Versicherungssumme ohne Staffel vereinbaren. Für Kinder ist der Aufpreis für die Progression und Mehrleistung gering und somit günstig.

Todesfallschutz und Übergangsleistung

Mehrleistungstarife verdoppeln bei hohen Invaliditätsgraden - meist ab 70 Prozent - die vereinbarte Versicherungssumme. Bei Tarifen mit Progression steigt die versicherte Summe meist ab 26 Prozent Invalidität schrittweise an. Auf dem Markt sind Progressionsstaffeln zwischen 225 und 500 Prozent. Doch Achtung: Nach 80 Prozent der Unfälle bleibt die Invalidität unter 26 Prozent, daher besser von vornherein eine hohe Versicherungssumme ohne Staffel vereinbaren. Für Kinder ist der Aufpreis für die Progression und Mehrleistung gering und somit günstig.

Nebenleistungen

Finanzielle Engpässe während der Behandlung beim Arzt lassen sich gegen Aufpreis mit einem Tagegeld ausgleichen. Gegen Aufpreis kann für die Zeit der Krankenhausbehandlung ein Krankenhaustagegeld vereinbart werden, für die Zeit danach ein Genesungsgeld. Voraussetzung für diese Leistungen des Versicherers ist ein Unfall. Tipp: Nebenleistungen können entsprechend über die private Kranken- oder Krankenzusatzversicherung abgedeckt werden.

Die Pflichten

Manche Versicherer verweigern den Schutz, wenn ihre Kunden auch einen kleinen Unfall nicht sofort melden und nicht unverzüglich zum Arzt gehen. Einige Gesellschaften und Makler vereinbaren dagegen, dass Schäden erst dann gemeldet oder behandelt werden müssen, wenn sie für den Versicherten sichtbar oder als Beeinträchtigung bemerkt werden. Im Zweifel nach jedem Unfall die Versicherung informieren und vorsichtshalber zum Arzt gehen.

Empfehlenswerte Vereinbarungen

Einige Versicherungsgesellschaften und Makler bieten zum Teil gegen Aufpreis verbesserte Klauseln, darunter zum Beispiel:

• Verbesserte Gliedertaxe (25 statt 20 Prozent für den Daumen);
• Einschluss von verspäteter Unfallmeldung oder Behandlungsbeginn;
• volle Übernahme der Gebühren für eigene ärztliche Gutachten;
• verkürzte Frist zur Nachprüfung der Invalidität durch den Versicherer.

Günstige Prämien bieten häufig auch Berufsverbände, Vereine und Betriebe über Gruppenverträge. Tipp: Angebote von Versicherungsmaklern einholen, bei der Personalabteilung des Arbeitgebers nachfragen.

Service

Der neue Preis für Sicherheit

Versicherung

AK-Test: Versicherer kassieren saftige Spesen

Versicherung

Zukunftsvorsorge: Schwerer Konstruktionsfehler