Österreicher sind keine Sparefrohs

Österreicher sind keine Sparefrohs

2014 planen Österreicher ihr Geld mehr auszugeben als anzulegen. Sparefrohs bevorzugen nach wie vor Klassiker wie Bausparer oder Sparbuch aber auch Immobilien sind hierzulande gefragt wie nie. Die Preise auf diesem Sektor stiegen im vergangenen Jahr in Österreich so stark wie nirgendwo im Euroraum.

Wien. Die Österreicher wollen heuer weniger sparen und sind auch bei Krediten zurückhaltender als vor einem Jahr, geht aus einer Umfrage der Erste Bank hervor. Für Neu- und Wiederveranlagung werden durchschnittlich 4.700 Euro geplant, um 1.000 Euro weniger als vor einem Jahr. Aktuell werde mehr Geld in den Konsum gesteckt. Die durchschnittliche Kreditsumme sank um 10.000 Euro auf 68.200 Euro.

Klassiker: Sparbuch

Beliebteste Anlageform in den nächsten zwölf Monaten bleibt das Sparbuch mit 61 Prozent, gefolgt vom Bausparvertrag (54 Prozent) und der Lebensversicherung (37 Prozent). Rund ein Drittel will in eine Pensionsvorsorge einzahlen. Fonds sind für 16 Prozent interessant und 15 Prozent können sich für Immobilien begeistern. Aktien und Anleihen wollen 11 bzw. 10 Prozent kaufen, Gold ebenfalls 10 Prozent. 17 Prozent planen keine Geldanlage. Die Sparquote, also der Anteil des Ersparten am frei verfügbaren Einkommen, sei mit aktuell 6,4 Prozent zwar sehr niedrig, die Tendenz gehe aber wieder leicht nach oben, so die Erste Bank heute in einer Pressemitteilung zum aktuellen Spar- und Kreditmonitor.

Österreicher investieren in Immobilien

Die Preise für Wohnimmobilien sind in Österreich in den vergangenen Jahren so stark gestiegen wie nirgendwo sonst im Euroraum. Vor allem für gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien mussten die Österreicher deutlich tiefer in die Tasche greifen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Erhebung der Nationalbank hervorgeht. In der gesamten Alpenrepublik seien die Preise zwischen Anfang 2007 und Mitte 2013 durchschnittlich um 39 Prozent gestiegen, während sie im Euroraum stagniert hätten. Rund ein Drittel der Befragten plane im kommenden Jahr eine größere Anschaffung wie eine Wohnung, neue Einrichtung oder ein neues Auto. 8 von 10 wollen über eigene Ersparnisse finanzieren, 12 Prozent (minus 1) wollen dafür einen Kredit aufnehmen, geht aus der Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral unter 1.000 Personen hervor.

Grund dafür seien neben einer stärkeren Nachfrage auch die niedrigen Zinsen. Zudem hätten viele Menschen ihr Erspartes in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise lieber in eine Wohnung investiert, als es anders anzulegen. Die Gefahr einer Immobilienblase wittert die Nationalbank aber dennoch nicht - weil die Österreicher die Wohnungen in großen Teilen mit eigenem Geld und nicht mit Krediten finanziert hätten.

Pensionsvorsorge unbeliebt

Für den langfristigen Vermögensaufbau über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Jahren steht für ein Drittel der Befragten an erster Stelle der Bausparvertrag, gefolgt vom Sparbuch (23 Prozent), Immobilien (22 Prozent), Aktien (14 Prozent), Fonds und Lebensversicherung (je 12 Prozent) und Gold (10 Prozent). 7 Prozent können sich Anleihen dafür vorstellen und 5 Prozent eine Pensionsvorsorge. In Schmuck oder Kunst zu investieren oder das Ersparte zu Hause aufzubewahren kommt nur für 1 Prozent in Frage. Mehr als ein Viertel gaben an, keine Ahnung zu haben.

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