Mehr Zukunft mit Vorsorge

Im Jahr 2003 wurde die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge mit großem Brimborium eingeführt. Der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser ließ sich dafür feiern. Bis 2008 war alles gut, doch dann kam die Finanzkrise.

Mehr Zukunft mit Vorsorge

Die Abschlusszahlen sanken, und der Unmut der Bürger über die schlechte Performance dieses Produkts stieg. 2013 wurde endlich gehandelt: Versicherungen, Finanzministerium und die Konsumentenschützer setzten sich an einen Tisch und zogen in wenigen Monaten eine Reform der Zukunftsvorsorge durch. Heute ist das Produkt wieder zu einer echten Alternative für die Altersvorsorge geworden.

1. Warum wird vom Staat die private Altersvorsorge gefördert?

Gunter Mayr, Sektionschef im Finanzministerium: "Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge wurde mit dem Ziel eingeführt, die private Altersvorsorge zu stärken und gleichzeitig den Kapitalmarkt zu fördern. Neben der gesetzlichen sollen auch die betriebliche und private Altersvorsorge gefördert werden, damit auch im Alter der gewohnte Lebensstandard der Bürger abgesichert werden kann.“

2. Was machte eine Reform der Zukunftsvorsorge 2013 notwendig?

"2008 hat sich das Marktumfeld geändert und es war dringend notwendig, darauf zu reagieren, damit die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden konnte“, so Sektionschef Mayr. Aufgrund der hohen Aktienquote und der stark gefallenen Kurse war das Vertrauen der Versicherungsnehmer erschüttert und die Zahl der Neuabschlüsse sank. Vor allem wurden viele Verträge auch "ausgestoppt“, was letztendlich bedeutete, dass die Versicherten aufgrund der Kapitalgarantie am Ende der meist zwölfjährigen Laufzeit nicht mehr rausbekommen, als sie einbezahlt haben.

3. Welche Änderungen brachte die Reform der Zukunftsvorsorge?

Dreh und Angelpunkt der Reform war eine Senkung der Mindestaktienquoten. Sektionschef Mayr: "Ab 1. August 2013 wurde das dreistufige Lebenszyklusmodell auf ein zweistufiges umgestellt.“ Für unter 50-Jährige gilt eine Aktienbandbreite von 15 bis 60 Prozent. Für Versicherungsnehmer über 50 gilt eine Aktienbandbreite von fünf bis 50 Prozent.“

4. Wie dürfen die Assekuranzen das Geld investieren?

Bis zu den Neurungen im vergangenen Jahr durften die Versicherungen das Geld hauptsächlich an der Wiener Börse oder ähnlich kapitalisierten Börsenplätzen wie zum Beispiel Polen investieren. Das wurde nun ebenfalls erweitert. Heute müssen nur mehr 60 Prozent der gehaltenen Aktien an einer Börse im Europäischen Wirtschaftsraum investiert werden. 40 Prozent der Aktien können nun sogar weltweit veranlagt werden.

5. Wie hoch ist die staatliche Förderung für die Zukunftsvorsorge?

Die Höhe der Prämie beträgt derzeit 4,25 Prozent der laufenden Prämie. Achtung: Einzahlungen sind zwar in unbegrenzter Höhe möglich, aber die Förderung ist gedeckelt. Für 2014 beträgt die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung 2.495,12 Euro pro Jahr. Die höchstmögliche staatliche Prämie beträgt somit für das laufende Jahr 106,04 Euro.

6. Welche steuerlichen Vorteile bietet die Zukunftsvorsorge?

Der große Vorteil dieses Produkts ist, dass bei einer Rentenauszahlung keine Kapitalertrags-, Einkommens-, Erbschafts- oder Versicherungssteuern anfallen. Auch der Bezug der Rente ist einkommensteuerfrei.

7. Wie darf das angesparte Kapital verwendet werden?

Frühestens nach Ablauf von zehn Jahren darf man bei der Zukunftsvorsorge über das angesparte Kapital verfügen. Dabei ist auch eine Auszahlung in bar möglich, doch in diesem Fall ist die Hälfte der staatlichen Prämie wieder zurückzuzahlen. Außerdem werden die bislang steuerfreien Kapitalerträge mit 25 Prozent nachversteuert. Günstiger ist der Wechsel in einen neuen Zukunftsvorsorgevertrag. Ab dem 50. Lebensjahr kann eine Überbrückungsrente bis zum gesetzlichen Pensionsalter ausbezahlt werden. Der beste Fall ist aber eine lebenslange Zusatzrente bei Pensionsantritt.

8 Was geschieht bei Ableben des Versicherten?

Stirbt der Polizzeninhaber noch während der zehnjährigen Ansparphase, gehen die Ansprüche auf den oder die Erben über. Sie können frühestens nach Ablauf von zehn Jahren die Auszahlung des Kapitals verlangen. Bei Tod des Versicherten nach zehnjähriger Einzahlung, aber vor Rentenauszahlung können die Erben die sofortige Auszahlung des angesparten Kapitals verlangen. In diesem Fall kommt es allerdings zum teilweisen Verlust der Prämie und zur Nachversteuerung der Kapitalerträge mit dem Satz von 25 Prozent. Stirbt der Versicherte nach Beginn der Rentenzahlungen, kommt es darauf an, ob er eine Rente zugunsten der Hinterbliebenen vereinbart hat oder nicht. Eine persönliche Zusatzpension geht nicht auf die Erben über.

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