Mehr Pflege für wenig Geld

Mehr Pflege für wenig Geld

Im Alter sind immer mehr Menschen auf fremde Hilfe angewiesen. FORMAT zeigt, welche Vorteile eine private Pflegeversicherung bietet und worauf man achten sollte.

Als Kind erlebte Luise K. den Bombenhagel auf Wien. Sie schuftete Jahrzehnte für ein besseres Leben für sich und ihre Familie mit vier Kindern. 73 Jahre erfreute sie sich bester Gesundheit und im Alter genoss sie ihren Garten. Plötzlich traf es sie wie der Blitz: Sie kippte bei Gartenarbeiten einfach um. Der Notarzt war schnell zur Stelle und brachte sie ins Wiener Allgemeine Krankenhaus – Diagnose „Gehirnschlag“. Nichts war mehr wie vorher.

Die halbseitige Lähmung und der teilweise Gedächtnisverlust machten für Frau K. ein Leben ohne Hilfe unmöglich. Zum Glück hatte sie auf Anraten Ihrer ältesten Tochter schon vor Jahren eine private Pflegeversicherung abgeschlossen. Das machte sich jetzt bezahlt. Sie bekommt nicht nur das staatliche Pflegegeld, sondern auch zusätzliche Unterstützung aus der privaten Vorsorge. Wer sich auch im Fall der Fälle ein gewisses Maß an Komfort bewahren möchte, kommt um eine private Vorsorge nicht herum. FORMAT zeigt, welche Vorteile eine Pflege-Polizze bietet, wie hoch die Kosten dafür sind und worauf man beim Abschluss achten sollte.

Es droht der Pflegenotstand

Das Thema Pflege wird aufgrund der Kosten ein immer größeres Problem für den Staat. Grund: Die Bevölkerung wird immer älter und der Anteil der Pflegebedürftigen steigt stetig an. Sind es heute bereits 442.000 Menschen die in Österreich Pflegegeld beziehen, so wird diese Zahl in den nächsten Jahren massiv ansteigen. Denn unsere Bevölkerung wird immer älter. Laut Statistik Austria werden im Jahr 2030 beachtliche 25 Prozent der Österreicher 65 oder älter sein. Aufgrund der zunehmend steigenden Lebenserwartung wird sich gleichzeitig die Zahl der pflegebedürftigen Menschen verdoppeln. Schon heute werden nur für die Pflege vom Staat 192 Millionen Euro aufgebracht. Zudem werden die Kosten für die Pflege von den Gemeinden und Ländern übernommen.

Aber gerade diese Körperschaften haben schon heute kaum noch Mitteln zur Ausweitung ihrer Leistungen zur Verfügung. Manfred Rapf, Vorstand der s Versicherung: „Das Sozialsystem in Österreich ist wirklich ausgezeichnet und mir liegt fern dieses zu kritisieren. Doch es ist eine einfache Rechnung: Wenn sich die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten 20 Jahren verdoppelt, dann werden sich auch die Kosten mindestens verdoppeln und schon heute stößt der Staat bei der Finanzierung der Sozialleistungen an seine Grenzen.“ Hinzu kommt ein gesellschaftliches Phänomen. Die Menschen bevorzugen heute ein Single-Dasein oder kleine Familien und damit gibt es in Zukunft immer weniger Kinder, die Zeit für die Pflege der Angehörigen haben.

Versicherung schützt das Erbe

Thilo Börner, Eigentümer des Versicherungsmaklerbüros Börner GmbH: „Man sollte rechtzeitig für die Pflege vorsorgen, denn der Staat greift zur Deckung der Pflegekosten auf das eigene Vermögen und in machen Bundesländern sogar auf das Hab und Gut des Ehegatten sowie naher Familienangehöriger zu, wenn die bestehenden finanziellen Mittel für eine Pflege nicht ausreichen.“ Doch der größte Vorteil, den eine private Pflegevorsorge bietet, ist, dass der Betroffene wählen kann, welche Art der Pflege er gerne haben möchte. Von den Versicherungen gibt es meist eine monatlichen Rente, sobald die Sozialversicherung die Pflegebedürftigkeit festgestellt hat. Damit wird die von den meisten Österreichern bevorzugte Pflege in den eigenen vier Wänden leistbar.

Österreicher sind Vorsorgemuffel

Trotz der zunehmenden Zahl an Pflegebedürftigen haben nur wenige Österreicher für den Ernstfall vorgesorgt. Dabei ist die Pflegeversicherung durchaus leistbar. Bei der s Versicherung kostet beispielsweise für einen 33 jährigen Mann ein Basispflegeschutz ab Pflegestufe 3 und einer versicherten Monatsrente von 1.000 Euro nur 33 Euro im Monat. Wichtig ist aber der rechtzeitige Abschluss einer solchen Polizze. „Ist man bereits ein Pflegefall, kann man sich nicht mehr versichern. Zudem ist die Prämienhöhe bei den Assekuranzen vom Eintrittsalter bei Vertragsabschluss abhängig. Je älter die Person ist, desto höhere die Prämie“, so Versicherungsmakler Börner. Auch stehen die Chancen auf einen privaten Versicherungsschutz bei chronischen Erkrankungen sehr schlecht. Doch Rauchen oder Übergewicht sind in der Regel kein Ausschlussgrund. Wichtig ist, dass bei einem Gesundheitstest nicht geschwindelt wird. Denn kommt die Versicherung dahinter, dass ihr eine wichtige Krankheit verschwiegen wurde, gilt das als Verletzung der Anzeigepflicht, und die Assekuranz muss nicht leisten. Eine Besonderheit bei
der Pflegeversicherung ist, dass diese sogar bis ins hohe Alter abgeschlossen werden kann. Zum Beispiel werden bei der s Versicherungen Kunden bis zum 70. Lebensjahr akzeptiert. Damit besteht die Möglichkeit, einen Teil der Abfertigung bei Pensionsantritt als Einmalerlag für die Pflegevorsorge einzusetzen.

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