Lebensversicherung: Rettungsaktion für die Privatpension

Weniger Garantiezins und Rückstellungen schmälern künftig den Ertrag von Lebensversicherungen. Wie private Zusatzvorsorge weiter attraktiv bleibt.

Lebensversicherung: Rettungsaktion für die Privatpension

Die klassische Lebensversicherung, die in Österreich beliebteste Form der privaten Zukunftsvorsorge, steht vor großen Veränderungen. Der Garantiezins wird für ab 1. 1. 2016 neu abgeschlossene Verträge - auch bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge - nur noch ein Prozent betragen. Derzeit liegt der Garantiezins noch bei 1,5 Prozent.

Die Anpassung ist notwendig geworden, weil die Assekuranzen selber keine Möglichkeit mehr haben, mit sicheren Veranlagungen Geld zu verdienen. Anfang des Jahres 2000 hat der Garantiezins noch vier, später 3,25 Prozent betragen. Die Renditen zehnjähriger österreichischer Staatsanleihen lagen früher noch klar über jenen Werten. Der gesamte durchschnittliche Garantiezins aus Altverträgen, den die Versicherungen in Zukunft noch leisten müssen, liegt derzeit bei 2,7 Prozent. Doch der Zinssatz von Staatsanleihen liegt unter einem Prozent. Deshalb war diese Anpassung nötig.

Schutz vor Niedrigzins: Eine Veranlagung in zehnjährige Staatsanleihen bringt weniger als der Garantiezins.

Beachtet man ein paar Punkte, kann eine Lebensversicherung weiterhin Sicherheit und auch Ertrag für die Altersvorsorge bieten.

Wer noch heuer eine Lebenspolizze abschließt, sichert sich damit zwei Vorteile.

Zum einen erhält er noch einen Vertrag, der ihm eine Verzinsung seiner Prämien von 1,5 Prozent garantiert. Zum anderen kann er damit auch noch steuerliche Förderungen in Anspruch nehmen.

Neue Lebensversicherungen ohne Gewinnbeteiligung bieten mehr Flexibilität.

Viele Besitzer einer Lebensversicherung kennen das Problem. Ein paar Jahre nach Abschluss des Vertrages bräuchten sie das Geld für eine dringend anstehende Investition. Doch wenn sie die Polizze vorzeitig kündigen, erhalten sie deutlich weniger als die einbezahlten Prämien zurück.

Mehr Ertrag kann mit speziellen Fondspolizzen erzielt werden.

Werden die Abschlusskosten über die gesamte Laufzeit verteilt, heißt das im Fachjargon nach dem Erfinder dieser Praxis "ungezillmert“. Nützt man die Prämien dann noch im Rahmen einer fondsgebundenen Lebensversicherung, können die Renditen deutlich gesteigert werden. Man sollte dabei aber unbedingt auf einem "ungezillmerten“ Vertrag bestehen.

Renditeschub - Mehr mit Fondspolizzen: Vorteil ungezillmert. Werden Abschlusskosten über die Laufzeit verteilt (blau), bringt eine Fondspolizze mehr.

Lesen Sie den ganzen Artikel in Format Nr. 38/2015
Zum Inhaltsverzeichnis und ePaper-Download

Der neue Preis für Sicherheit

Strengere Eigenkapitalvorschriften und erwartete Rückgänge bei …

AK-Test: Versicherer kassieren saftige Spesen

Die Arbeiterkammer hat erhoben, wie viel Versicherungen an …

Zukunftsvorsorge: Schwerer Konstruktionsfehler

Die Zukunftsvorsorge wird zum Auslaufmodell. Immer mehr Anbieter wie …

So hohe Schäden verursacht Bond in "Spectre"

Häuser, Autos, Flugzeuge: Im neuen Bond-Film kommt einiges zu schaden. …