10 Fragen und Antworten zur Pension und zum Pensionskonto

10 Fragen und Antworten zur Pension und zum Pensionskonto

Die staatlichen Pensionen sinken. Es ist immer weniger Geld zur Verteilung im Topf. Was das Pensionskonto aussagt, warum die Pensionshöhe so niedrig ausfällt und was man tun kann, um mehr Pension zu bekommen.

Es war 2014 eine Monsteraufgabe, die von der staatlichen Pensionsversicherungsanstalt zu bewältigen war. Bis Ende des Jahres 2014 erhielten alle Versicherten, die ab dem ersten Jänner 1955 geboren sind und bis zum 31. Dezember 2004 mindestens einen Versicherungsmonat erworben haben, eine Kontoerstgutschrift. Millionen Briefe verließen die Poststelle der Pensionsversicherungsanstalt, und Millionen Menschen sind überrascht. Die staatliche Pension ist doch niedriger, als die meisten erwartet haben. Die Pensionsreformen zeigen Wirkung. Doch was sagt das neue Pensionskonto wirklich aus, welche Versicherungszeiten wurden angerechnet und was kann man tun, um die Pension doch noch anzuheben.

1 Warum mussten alle Österreicher einen Fragebogen für das neue Pensionskonto beantworten?

Winfried Pinggera, Generaldirektor der staatlichen Pensionsversicherungsanstalt: "Viele der Versicherten hatten Lücken in ihren Versicherungsverläufen, weshalb die Pensionsversicherungsträger im Vorfeld als Serviceleistung Fragebögen an diese Personen zur Vervollständigung ihrer Daten verschickten." Wurde der Fragebogen nicht zurückgeschickt, wurde bis Ende 2014 eine vorläufige Kontoerstgutschrift ermittelt. Von den beachtlichen 2,4 Millionen im Jahre 2013 bis Anfang 2014 verschickten Fragebögen wurden bis heute nahezu 70 Prozent beantwortet.

2 Sollte man den Fragebogen der Pensionsversicherungsanstalt beantworten?

"Schickt uns der Versicherte die Unterlagen bis Ende 2016 nach, so wird die Kontoerstgutschrift neu berechnet. Schickt uns der Versicherte die Daten erst ab 2017, dann wird die vorläufige Kontoerstgutschrift zur endgültigen Kontoerstgutschrift und er verliert den Schutz der Vergleichsrechnung, dadurch könnte die Pension etwas niedriger ausfallen", so Pinggera, Chef der Pensionsversicherungsanstalt. Die Versicherungszeiten gehen nicht verloren, sie fließen aber nicht in die Berechnung der Kontoerstgutschrift ein.

3 Was ist, wenn auf meinem Pensionskonto noch Versicherungszeiten fehlen?

Im Brief der Pensionsversicherung sind die Versicherungszeiten angeführt, die für die Berechnung der Kontoerstgutschrift berücksichtigt wurden. Wenn diese Liste Lücken aufweist, können Versicherungszeiten nachgemeldet werden.

4 Wie lange können Versicherungszeiten nachgemeldet werden?

Fehlende Angaben können bis zum Tag des Pensionsantritts nachgemeldet werden. Trotzdem sollte man möglichst jetzt einen Schnitt machen, um sich darauf einstellen zu können, was kommt.

5 Warum ist meine Bruttopension so niedrig?

"Natürlich ist bei Personen, die wenige Versicherungszeiten oder ein niedriges Einkommen haben, beziehungsweise wenn beides der Fall ist, die Kontoerstgutschrift relativ niedrig ausgefallen. Doch die Kontoerstgutschrift ist eine Momentaufnahme", so Pinggera.

Die in der Kontoerstgutschrift angeführte Bruttopension gibt an, wie viel Pension man (14-mal pro Jahr) bekommen würde, wenn man ab sofort bis zum gesetzlichen Pensionsalter nichts mehr in den Pensionstopf einzahlen würde. Diese Summe erhöht sich tatsächlich mit jedem Jahr um 1,78 Prozent des Bruttolohns. Dieser Betrag kann also bis zum tatsächlichen Rentenantritt noch steigen! Besonders jüngere Menschen haben gute Chancen auf eine höhere staatliche Pension.

6 Zählen auch Ausbildungszeiten als Versicherungszeiten?

Schul-und Studienzeiten zählen bei der Pensionsberechnung nicht als Beitragszeiten, es sei denn, man kauft sie nach. Das ist aber sehr teuer. Jeder zusätzliche Monat kostet um die 1.000 Euro. Versicherte müssen dafür einen Antrag stellen, und die Pensionsversicherungsanstalt schickt dann ein Angebot.

7 Werden Kindererziehungszeiten für die Berechnung der staatlichen Pension angerechnet?

Für jedes Kind werden bis zu vier Jahre lang monatlich 1.649,84 Euro auf das Pensionskonto gutgeschrieben. Kommt ein zweites Kind innerhalb der vier Jahre auf die Welt, erlischt der Anspruch für das erste Kind.

8 Kann ich in mein Pensionskonto Einblick nehmen?

Jeder Österreicher kann ab sofort im Internet nachsehen, wie hoch seine Pension ausfallen würde, wenn er ab dem heutigen Tage in Pension ginge. Die Pensionshöhe errechnet sich dabei aus dem Einzahlungszeitraum und Beitragshöhe. Die Freischaltung des Pensionskontos funktioniert über die Bürgerkarte oder Handysignatur. Kunden der Erste Bank und Sparkassengruppe haben einen besonderen Service: Sie können sich ihre Handysignatur innerhalb von wenigen Minuten in jeder Filiale von einem Vorsorgeexperten freischalten lassen.

9 Lässt sich auch berechnen, wie hoch meine tatsächliche Pension ausfällt?

Um eine realistische Einschätzung der Pensionshöhe bei Pensionsantritt zu bekommen, haben die Pensionsversicherer einen Onlinerechner eingerichtet (www.pensionskontorechner.at). Der Versicherte gibt in einem Onlineformular Alter, Geschlecht, Höhe der Kontoerstgutschrift und den aktuellen Bruttolohn ein, und auf Knopfdruck wird die Brutto-und Nettopension für einen Pensionsantritt mit 62 (Korridorpension) und 65 Jahren errechnet. Damit wird für die Betroffenen ersichtlich, dass sie mehr bekommen, wenn sie später in Pension gehen.

Die Regierung will damit erreichen, dass die Menschen freiwillig länger arbeiten. Der Haken am Onlinerechner: Der Rechner geht davon aus, dass bis zur Pension durchgehend zum selben Gehalt gearbeitet wird. Trotzdem gibt der Rechner eine Ahnung davon, wie hoch in etwa die staatliche Pension ausfallen wird.

10 Was sollen jene Österreicher tun, die sich ihre Pension noch aufbessern wollen?

Grundsätzlich gilt: Je länger man arbeitet und je höher der Verdienst ist, desto höher sind auch die Beiträge und somit die Gutschriften auf dem Pensionskonto. Pinggera: "Je später der Pensionsantritt erfolgt, desto höher wird die Pension ausfallen. Daher empfiehlt es sich, nicht vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen." Zusätzlich sollte man auch eine private Pensions- oder Lebensversicherung abschließen, um ein finanziell sorgenfreies Alter sicherzustellen.

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