Erspartes langfristig sicher parken

Die Börsen trudeln. Wer jetzt Geld sicher veranlagen will, hat wenig Möglichkeiten. Lohnen sich Sparbücher, Staatsanleihen oder ein Einmalerlag bei einer Versicherung?

Erspartes langfristig sicher parken

Der Rausch am Börseparkett fand diese Woche ein jähes Ende. Innerhalb weniger Stunden verlor der ATX 3,61 Prozent. Auch der Frankfurter DAX verbuchte an diesem Tag ein Minus von 3,31 Prozent. Die Krise in der Ukraine und das militärische Säbelrasseln Russlands macht weltweit die Kapitalmärkte nervös. Es stehen wieder nervenaufreibende Zeiten an und viele Anleger suchen nach einer sicheren Anlage-Alternative. Doch der niedrige EZB-Leitzinssatz von 0,25 Prozent macht es schwer, einen sicheren, aber lukrativen Hafen für das sauer Ersparte zu finden. Ein Höchstmaß an Sicherheit bedeutet meist wenig Rendite oder lange Bindefristen.

Ganz oben auf der Liste der sicheren Sparprodukte steht in Österreich immer
noch das Sparbuch. Doch die Renditen sind mager. Bei einem täglich behebbaren Sparbuch bieten einige Banken gerade noch 1,125 Prozent Zinsen. Bindet man sich bei einem Sparbuch drei Jahre, bekommt man bei der DenizBank immerhin einen Zinssatz von zwei Prozent.

Eine Bindefrist von fünf Jahren bringt bei einem Sparbuch der DenizBank zwar
einen viertel Prozentpunkt mehr, doch dieses kleine Extra lohnt sich aufgrund
der langen Bindefrist nicht mehr. Grundsätzlich sind aber Sparguthaben in Österreich selbst im Krisenfall gut geschützt. Geht eine Bank pleite, ist ein Betrag von 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut abgesichert.

Sehr sicher sind auch österreichische Staatsanleihen. Leider lohnen sich diese aufgrund der sehr niedrigen Zinsen kaum noch. Aktuell bringt eine zehnjährige Staatsanleihe der Republik Österreich nur einen Kupon von 1,75 Prozent. Zudem ist bei einem Zinsanstieg ein Ausstieg aus einer Staatsanleihe nur mit einem herben Kursverlust machbar. Grund: Anleihen
werden ebenfalls mit einem Kurs an den Börsen gehandelt. Steigen die Zinsen, verlieren die Kurse jener Anleihen mit einem niedrigen Kupon. Hier braucht es schon einiges an Erfahrung, um mit Staatsanleihen auch lukrativ zu handeln.

Einmalerläge wieder attraktiv

Seit Anhebung der Mindestbindefrist für Einmalerläge von 10 auf 15 Jahren verlor das Versicherungssparprodukt in der Gunst der Anleger. Manfred Rapf, Vorstand der s Versicherung: „2011 kam die Neuregelung und der Markt brach darau in um rund 32 Prozent ein. 2012 sank das Prämienvolumen um 18,8 Prozent, und 2013 ist es noch einmal um 1,1 Prozent leicht zurückgegangen.“ Jetzt wurde wieder zurückgerudert. Günter Geyer, Präsident des Versicherungsverbandes (VVO): „Die neue Regierung hat erkannt, dass sie durch den Einbruch bei den Einmalerlägen um rund 40 Millionen Euro weniger Versicherungssteuer einnimmt. Das erhöhte die
Verhandlungsbereitsschaft über eine neuerliche Reform der Einmalerläge.“

Freundlichere Frist

In Windeseile wurde ein Paket verabschiedet und die Mindestbindefrist für die Generation 50- Plus mit 1. März auf zehn Jahre gesenkt. Der Garantiezinssatz solcher Einmalerläge beträgt immerhin 1,75 Prozent. Mit der jährlichen Gewinnausschüttung bekommt man bei der s Versicherung 3,25 Gesamtverzinsung pro Jahr. Im Vergleich mit einer KESt-pflichtigen Veranlagung wie einem Sparbuch entspricht das einer Rendite von über drei Prozent pro Jahr. Das in einem Einmalerlag geparkte Geld ist nicht nur sicher, sondern auf ein Viertel des veranlagten Geldes kann man jederzeit ohne Nachteile zugreifen.

Dass diese Neuregelung gerade in diesem Zinsumfeld gut ankommen wird, davon sind die Versicherer überzeugt. VVOPräsident Geyer: „Wir rechnen für 2014 mit einem Anstieg bei den Einmalerlägen um rund 20 Prozent.“

Renditecheck: Welche sichere Anlageform lohnt sich jetzt noch?

Die niedrigen Zinsen machen es den Anlegern schwer, ihr Erspartes sicher und lukrativ zu parken. Ohne Mindestbindefrist bekommt man am Sparbuch im besten Fall noch knapp über einem Prozent Zinsen. Wer mehr will, muss das Geld über einen längeren Zeitraum fest veranlagen.

Staatsanleihe - 1,75 Prozent
Der niedrige Leitzinssatz der EZB macht Staatsanleihen von sicheren Staaten wie Österreich zu einem uninteressanten Investment. Aktuell wird bei einer 10-jährigen Bundesanleihe ein Kupon von 1,75 Prozent bezahlt.
Vorteil: Sehr hohe Sicherheit auch für Beträge über 100.000 Euro.
Nachteil: Steigt der Leitzinssatz, dann sinkt der Kurs der Anleihe.

Sparbuch - 2,0 Prozent
Ohne Bindung zahlen einige heimische Banken 1,125 Prozent Zinsen am Sparbuch. Bei einer dreijährigen Bindung zahlt nur noch die DenizBank zwei Prozent Zinsen. Mit einer sinnvollen Bindefrist ist auf einem Sparbuch aktuell nicht mehr drin.
Vorteil: Das Sparbuch bietet eine sehr hohe Flexibililität.
Nachteil: Es gibt beim täglich behebbaren Sparbuch nur geringe Zinsen.

Einmalerlag 3,25 Prozent
Versicherungen bieten bei der einmaligen Veranlagung einer größeren Summe 1,75 Prozent garantierten Zinssatz und eine Gewinnbeteiligung. Bei der s Versicherung ist damit eine jährliche Gesamtverzinsung von derzeit 3,25 Prozent drin.
Vorteil: Die Mindestbindefrist für über 50-Jährige liegt nur mehr bei zehn Jahren.
Nachteil: Unter 50-Jährige müssen das Geld 15 Jahre binden.

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