AK-Test: Versicherer kassieren saftige Spesen

AK-Test: Versicherer kassieren saftige Spesen

Eine beliebte Form Extrageld zu kassieren: Wer die Versicherungsprämie nicht auf einmal im Voraus bezahlt, muss laut AK bis zu 6 Prozent mehr zahlen.

Die Arbeiterkammer hat erhoben, wie viel Versicherungen an Unterjährigkeitszuschlag, Verpfändungsgebühr, Mahnspesen oder Polizzen-Duplikat kassieren. Was die getesteten 20 Versicherungen an Extra-Geld verlangen.

Wenn es um variantenreiche Möglichkeiten geht, Kunden Spesen abzuknöpfen, haben manche Versicherungen eine große Phantasie entwickelt. Denn die AK fand nun, nach einem Test von 20 Versicherungen heraus, wie umfangreich und mitunter saftig diese Spesen ausfallen können. Zu den beliebtesten Spesen zählen demnach: Unterjährigkeitszuschlag, Rückbuchungen oder Mahnungen. Das könne ganz schön ins Geld gehen, warnt die AK.

Wer öfter als einmal im Jahr die Prämie zahlt, muss teils bis zu sechs Prozent mehr zahlen

Nur drei der 20 getesteten Versicherungen verlangen generell keinen Unterjährigkeitszuschlag. Dieser fällt an, wenn die Versicherungsprämie nicht auf einmal im Voraus, sondern halb-, vierteljährlich oder monatlich bezahlt wird. Die Höhe des Zuschlags variiert je nach Unternehmen und Sparte, etwa Leben, Unfall oder Kfz. Laut AK kann sich etwa bei monatlicher Zahlung der Unfallversicherung die Prämie um bis zu sechs Prozent erhöhen.

Versicherung als Kreditbesicherung kostet Extra

Bei Verpfändungen von Lebensversicherungspolizzen als Sicherheit für einen Kredit verlangen zehn der 20 Versicherungen einmalig bis zu 25 Euro Spesen für die Bearbeitung der Sicherstellung. Geht eine Polizze verloren, fallen für die Ausstellung eines Duplikats Spesen von bis zu 25 Euro an. Drei Versicherungen machten dazu keine Angaben, zwei verrechneten für Duplikat nichts, zwei verlangen keine Spesen, wenn elektronisch verschickt wird. Positiv: Die Finanzamtsbestätigung sei mit einer Ausnahme auch in Papierform kostenlos.

Mahnungen kosten bis zu 30 Prozent

Sehr unterschiedlich sind die Mahnspesen, die verlangt werden, wenn jemand mit der Prämie in Verzug ist, also sie zu spät oder nicht bezahlt. Manchmal sind Zahlungserinnerungen kostenlos, Mahnspesen können bis zu 30 Euro betragen. 18 Versicherungen stellten zumindest aber bei der zweiten Mahnung Spesen in Rechnung, zwei Versicherungen machten keine Angaben.

Wer nicht genug Geld am Konto hat, für die Prämienabbuchung zahlt zusätzlich

Ins Geld kann es auch gehen, wenn das Konto, von dem die Prämien üblicherweise gezahlt werden, ins Minus gerutscht ist: Für die Lastschrift-Rückbuchung werden Spesen fällig, neun Versicherungen geben die Spesen ihrer eigenen Hausbank weiter (3 bis 15 Euro), bei sieben Versicherungen kommen zusätzlich noch bis zu 12 Euro Versicherungsspesen dazu.

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