10 Fragen und Antworten zum Thema Pensionskonto

10 Fragen und Antworten zum Thema Pensionskonto

Seit dem 1. Jänner 2014 gibt es das neue Pensionskonto. Doch was lässt sich aus dem Pensionskonto ablesen und welche Änderungen gehen mit der Neueinführung einher?

Eines ist sicher: Einfacher wird die Lage rund um die Pensionen nicht. Zehn Fragen und Antworten führen durch den Pensionsdschungel.

1. Sind unsere Pensionen in Zukunft noch sicher?

Dass es eine staatliche Pension auch in Zukunft geben wird, steht nicht zur Diskussion. Doch Österreich leistet sich ein sehr luxuriöses Rentensystem. Schon heute betragen die staatlichen Zuschüsse ins Pensionssystem beachtliche 8,7 Milliarden Euro. Dieser Betrag wird bis 2060 valorisiert auf 37 Milliarden Euro anwachsen. Unsere Volkswirtschaft wird das nicht stemmen können, deshalb sind Reformen im Rentensystem so gut wie fix. Die staatliche Rente wird in Zukunft immer mehr zu einer Basisversorgung werden.

2. Wird es mit der Einführung des Pensionskontos zu Kürzungen kommen?

Für jene Menschen, die vor 1955 geboren wurden, hat das neue Pensionskonto keine Auswirkungen. Wer später geboren ist, für den werden die Pensionen nach dem neuen System berechnet: In Zukunft zählen nicht mehr die besten oder letzten Jahre im aktiven Erwerbsleben als Berechnungsgrundlage für die Pension, sondern das Lebenseinkommen. Nach dem man üblicherweise in den letzten Arbeitsjahren am besten verdient, bedeutet diese Ausweitung der Berechnungsgrundlage sinkende Renten.

3. Wer muss die größten Einbußen durch das neue Pensionskonto hinnehmen?

Junge Berufstätige mit stark schwankenden Einkommenskurven und vielen Karenzzeiten können mit dem neuen Pensionskonto bis zu 25 Prozent verlieren. Doch heute lässt sich nicht absehen, welche Reformen auf die Österreicher in den nächsten zehn, 20 oder 30 Jahren zukommen. Das macht Prognosen schwierig.

4. Kommen Verschärfungen bei der Invaliditätspension und "Hacklerregelung“?

2012 bezogen rund 23.000 Männer und 21.000 Frauen unter 50 Jahren eine Invaliditätspension. Ab 2014 wird es das nicht mehr geben, denn für unter 50-Jährige wird die Invaliditätspension abgeschafft. In Zukunft wird auf Rehabilitation und Wiedereingliederung in das Berufsleben gesetzt. Die "Hacklerregelung“ wird gänzlich abgeschafft. Zudem werden die Abschläge bei der ab dem 62. Lebensjahr möglichen "Korridorpension“ von 4,2 auf 5,1 Prozent angehoben.

5. Wie hoch wird die Pensionslücke ausfallen?

Die Pensionslücke, das ist die Differenz zwischen dem letzten Aktiveinkommen und der tatsächlichen ausbezahlten Pension, wird nach Meinung vieler Experten bei einem Durchschnittseinkommen zumindest 500 Euro betragen. Achtung: Bei Besserverdienern wird diese Lücke deutlich größer sein!

6. Wie kann ich in mein Pensionskonto Einblick bekommen?

Ab 2014 kann jeder Österreicher im Internet nachsehen, wie hoch seine Pension ausfallen würde, wenn er ab dem heutigen Tage in Pension ginge. Die Pensionshöhe errechnet sich dabei aus Einzahlungszeitraum und Beitragshöhe. Die Freischaltung des Pensionskontos funktioniert über die Bürgerkarte oder Handysignatur. "Kunden von Erste Bank und Sparkassengruppe haben einen besonderen Service: Sie können sich ihre Handysignatur innerhalb von wenigen Minuten in jeder Filiale von einem eigens ausgebildeten Vorsorgeexperten freischalten lassen“, so Heinz Schuster, Vorstandsvorsitzender der s Versicherung.

7. Muss man den Fragebogen der Pensionsversicherungsanstalt beantworten?

2013 wurden 1,7 Millionen Fragebögen verschickt, in denen beantwortet werden musste, welche Versicherungszeiten bereits erworben wurden. Der Fragebogen ist auf jeden Fall zu prüfen und zu beantworten, denn die Angaben darin entscheiden darüber, wie hoch die Erstgutschrift und damit die Pension in Zukunft ausfallen wird. Selbst wenn die Angaben der PVA in Ordnung sind, sollten diese schriftlich bestätigt werden.

8. Wie lange kann ich Beschäftigungs-jahre nachmelden?

Fehlende Angaben können bis zum Tag des Pensionsantritts nachgemeldet werden. Trotzdem sollte man schon heute einen Schnitt machen, um sich darauf einstellen zu können, was kommt.

9. Welchen Einfluss haben Ausbildungszeiten auf meine Pensionshöhe?

Ausbildungszeiten haben keinen Einfluss auf die spätere Pensionshöhe. Eine Ausnahme ist, wenn man diese Zeiten nachkauft. Pro Ausbildungsmonat werden bei der PVA über 1.000 Euro fällig. Der Nachkauf lohnt selten und es ist besser, mit dem Geld privat vorzusorgen.

10. Was kann ich tun, um meine Pensionslücke zu schließen?

Hier gibt es viele Möglichkeiten, doch sehr bewährt haben sich in der Vergangenheit klassische Lebensversicherungen. Grund: Sie bieten derzeit eine Garantieverzinsung von 1,75 Prozent und bei Pensionsantritt kann zwischen einer lebenslangen Rente oder einmaligen Kapitalauszahlung gewählt werden. "Ein sehr spannendes Produkt ist, seit der Reform 2013, aufgrund der steuerlichen Vorteile und der staatlichen Förderung von 4,25 Prozent die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge. Um aber eine optimale Altersvorsorge zu erzielen, lohnt es sich seinen Bankberater zu Rate zu ziehen“, so Manfred Rapf, Vorstand der s Versicherung.

FORMAT-Interview. Heinz Schuster und Manfred Rapf, Vorstände der s Versicherung über ein gutes Geschäftsjahr 2013, das neue Pensionskonto und weitere drohende Rentenreformen.

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