Worauf Firmen bei Pendlerpauschale, Jobticket und Sachbezug achten sollten

Worauf Firmen bei Pendlerpauschale, Jobticket und Sachbezug achten sollten

2013 gab es wieder eine Fülle von Gesetzesänderungen, viele Richtwerten und Zuschlägen die die Lohnverrechnung betreffen, müssen 2014 das erste Mal angewandt werden. Format-Online liefert gemeinsam mit TPA Horwath in mehreren Teilen die wichtigsten Änderungen, die 2014 für Firmen relevant sind.

Auch Mitarbeiter ohne Pendlerpauschale können ein Jobticket bekommen

Die bisher bestehende Möglichkeit, dem Arbeitnehmer ein Jobticket steuerfrei zur Verfügung zu stellen, wurde rückwirkend ab 1.1.2013 ausgedehnt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten nur jene Arbeitnehmer Anspruch auf ein Jobticket, die auch einen Anspruch auf die Pendlerpauschale hatten. Nun kann der Arbeitgeber, auch jene Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf eine Pendlerpauschale haben, zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel befördern lassen, ohne, dass Arbeitnehmer einen steuerpflichtigen Sachbezug abführen müssen. Diese Regelung gilt auch für jene Fälle, in denen der Arbeitgeber nur einen Teil der Kosten übernimmt.

Arbeitnehmer sollten aber darauf achten, dass die Rechnung für die nicht übertragbare Streckenkarte (in bestimmten Fällen auch Netzkarte) auf den Arbeitgeber lautet.

Das Jobticket hat zwei große Vorteile: Es fallen weder Sozialversicherung noch Lohnsteuer an und beim Arbeitgeber entfallen die Lohnnebenkosten (etwa Dienstgeberbeitrag, Kommunalsteuer). Aber Achtung: Wird das Jobticket anstatt des bisher gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohns zur Verfügung gestellt, entspricht das einer Gehaltsumwandlung, die steuerlich nicht begünstigt ist.

Am Lohnkonto muss erstmals die Nutzung eines Firmenautos ausgewiesen werden

Auf dem Lohnkonto muss erstmalig für das Jahr 2013 ausgewiesen werden, dass einem Dienstnehmer für die Strecke Wohnung – Arbeitsstätte ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird. Diese Regelung umfasst auch Firmenautos wie Bau- und Montagefahrzeuge, für die kein Sachbezug zu berücksichtigen ist.

Teilzeitkräften kann die volle Pendlerpauschale zustehen

Die Voraussetzung für den Anspruch auf die volle Pendlerpauschale von Teilzeitkräften ist dieselbe wie bei Vollzeitmitarbeitern: Die Strecke Wohnung – Arbeitsstätte muss an mindestens elf Tagen im Monat zurückgelegt werden. Fährt ein Teilzeitmitarbeiter an weniger als elf aber an mindestens 8 Tagen, so hat er seit 1.1.2013 Anspruch auf 2/3 und bei mind. 4 aber weniger als acht Tagen Anspruch auf 1/3 der Pendlerpauschale.

Pendlereuro beträgt zwei Euro pro Kilometer

Der neu eingeführte sogenannte Pendlereuro steht nur Arbeitnehmern zu, die auch einen Anspruch auf das Pendlerpauschale haben. Dieser beträgt im Jahr zwei Euro pro Kilometer der einfachen Fahrtstrecke zwischen Wohnung – Arbeitsstätte (z.B. einfache Strecke 40 km – Pendlereuro EUR 80 p.a.). Teilzeitkräften steht der Pendlereuro aliquot – entsprechend der Pendlerpauschale - zu. Der Pendlereuro reduziert als Absetzbetrag die Lohnsteuer und kann vom Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Pendlerzuschlag steigt um 149 Euro

Der Pendlerzuschlag für Arbeitnehmer, die auf Grund ihres geringen Einkommens, keine Lohnsteuer zahlen, wurde von 141 Euro auf 290 Euro angehoben.

Sachbezug für Dienstwohnungen in Vorarlberg am höchsten

Grundsätzlich gelten für Sachbezüge von Dienstwohnungen je nach Bundesland andere Richtwerte.
Diese Sachbezüge gelten 2014 für:

Vorarlberg: 7,92 Euro, Salzburg: 7,12 Steiermark: 7,11 Euro, Tirol: 6,29 Euro, Kärnten: 6,03 Euro, Wien: 5,16 Euro, Oberösterreich: 5,58 Euro, Niederösterreich: 5,29 Euro, Burgenland: 4,70 Euro.

Sachbezug bei Parkplätzen beträgt 14,53 Euro im Monat

Stellt der Dienstgeber seinen Dienstnehmern einen kostenlosen Parkplatz innerhalb einer parkraumbewirtschafteten Zone („blaue Zone“) zur Verfügung, so ist dafür ein Sachbezug in Höhe von 14,53 Euro pro Monat anzusetzen. Achten Sie vor allem in Wien auf die mehrfache Ausdehnung der Parkpickerlzone – es könnte ein Sachbezug für Parkplätze anzusetzen sein.

Sachbezug für Zinsersparnis durch Gehaltsvorschüsse: 1,5 Prozent

Gewährt ein Dienstgeber seinem Arbeitnehmer einen unverzinsten oder zinsverbilligten Kredit oder Gehaltsvorschuss, die den Wert von 7.300 Euro übersteigen, so ist vom übersteigenden Wert ein Sachbezug anzusetzen. Der Sachbezug für die Zinsenersparnis gilt seit 1.1.2013 (egal ob monatlich oder einmalig verrechnet) als sonstiger Bezug.

Weitere Infos unter:

www.tpa-horwath.at/Wichtige Neuerungen in der Lohnverrechnung 2014

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