"Wir müssen den Eingangssteuersatz deutlich senken"

"Wir müssen den Eingangssteuersatz deutlich senken"

FORMAT: Wird eine Steuerreform, sollte sie im Jahr 2016 tatsächlich kommen, dann noch unter einer Finanzministerin Fekter erfolgen?

Maria Fekter: Wer künftig das Finanzministerium leitet, bestimmt die nächste Regierung. Wichtig ist, dass wir die Steuerquote senken und den Mittelstand sowie die Familien entlasten. Daher fordert die ÖVP in ihrem Programm einen Freibetrag von 7000 Euro pro Kind.

Die SPÖ hat ein Steuerreform-Modell vorgelegt, die Neos, die Grünen, die Industriellenvereinigung und die Arbeiterkammer, dazu der Unternehmensberater Deloitte. Warum hat die ÖVP-Finanzministerin keines?

Fekter: Es wäre unseriös zu sagen, dass wir uns eine Entlastung momentan nicht leisten können, und gleichzeitig ein Modell zu präsentieren. Wir wollen kein "Reförmchen“, wo wir lediglich die Steuersätze verändern, sondern das System von Grund auf in Richtung weniger, einfacher und leistungsgerechter neu aufsetzen. Dafür braucht es eine breite Diskussion. Die ÖVP hat es geschafft, diese zu lancieren.

Seit langem heißt es immer wieder, das Finanzministerium hätte ein Konzept ohnehin in der Schublade. Warum legen Sie es nicht vor?

Fekter: Das habe ich eben beantwortet.

Die Implementierung einer Steuerreform dauert gut ein Jahr. Wenn 2016 eine kommt, könnte sich das also in der Legislaturperiode bis 2018 nicht mehr ganz ausgehen.

Fekter: Für eine Entlastung der Bevölkerung ist es nie zu spät. Eine Steuerreform auf Pump bringt aber nichts, dann ist das nächste Sparpaket schon programmiert. Daher gehen wir das an, wenn wir es uns auch leisten können.

Ist der Eingangssteuersatz von 36,5 Prozent zu hoch?

Fekter: Ja. Wir müssen im Zuge einer Reform den Eingangssteuersatz deutlich senken. Hier gibt es auch Konsens in allen Parteien.

Wieviel Gegenfinanzierungspotenzial ließe sich über eine kompromisslosere Verfolgung von Steuerbetrug und Schwarzarbeit pro Jahr realisieren?

Fekter: Fakt ist, wir sind im Kampf gegen Steuerbetrug sehr gut aufgestellt, national wie auch international. Zum Beispiel holen wir uns mit dem Schweizer und Liechtensteiner Steuerabkommen in Summe über 1,5 Milliarden von Steuerflüchtlingen zurück.

Gilt der Aufnahmestopp in der Öffentlichen Verwaltung auch für diesen Bereich?

Fekter: Die Finanzpolizei ist vom Aufnahmestopp ausgenommen.

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Steuertipps

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Start-ups

Steuern sparen für Anfänger: Zehn Tipps für Start-ups