Winzer: Wenn die Krankenkasse nach Beiträgen angelt ...

"Ausg'steckt is" - und alle helfen mit. Vom Onkel über die Tante bis zu den Kindern - hat die unentgeltliche Mithilfe bei Österreich's Weinbaubetrieben eine große Tradtion. Wie Sie mögliche Probleme mit der nach Beiträgen angelnden Gebietskrankenkasse vermeiden, erfahren Sie in unserem Steuertipp. Zusammengestellt von den Experten der TPA Horwath-Gruppe.

Thema: Steuertipps
Winzer: Wenn die Krankenkasse nach Beiträgen angelt ...

Grundsätzlich erfolgt die Prüfung der Dienstnehmereigenschaft von Familienmitgliedern wie bei Dritten immer an Hand der allgemeinen Bestimmungen unter Berücksichtigung der (am besten schriftlichen) Vereinbarung und der tatsächlichen Verhältnisse.

Bei einem Ehepartner ist grundsätzlich von einer unentgeltlichen Mithilfe im Rahmen der ehelichen Beistandspflicht auszugehen und der Ehepartner ist nicht bei der GKK anzumelden. Ein entgeltliches Dienstverhältnis muss bei einem Ehepartner ausdrücklich schriftlich vereinbart werden. Bei nicht volljährigen Kindern wird ebenfalls davon ausgegangen, dass sie aufgrund familienrechtlicher Verpflichtungen im elterlichen Betrieb mitarbeiten, sofern nichts anderes ausdrücklich vereinbart wurde.

Schriftliche Vereinbarung sichert ab

Bei volljährigen Kindern, Eltern und Großeltern kann – sofern ausdrücklich (am besten schriftlich) Unentgeltlichkeit vereinbart wurde – von einer unentgeltlichen Mitarbeit ausgegangen werden und sind diese somit nicht bei der GKK anzumelden.

Wir empfehlen jedenfalls – unabhängig davon, ob eine unentgeltliche oder entgeltliche Beschäftigung vorliegt - eine ausdrückliche schriftliche Vereinbarung aufzusetzen, um diese im Falle einer Prüfung vorlegen zu können.

Bei entfernteren Verwandten, wie z.B. Tante, Cousin, wird im Zweifel von einem entgeltlichen arbeitsrechtlichen Dienstverhältnis ausgegangen, sofern nicht zulässigerweise Unentgeltlichkeit ausdrücklich schriftlich vereinbart wurde, keine Verpflichtung zur Arbeitsleistung besteht und lediglich ein zeitlich sehr beschränkter Einsatz vorliegt.

Hauptberuflich in der Land- und Forstwirtschaft mittätige Kinder und Ehepartner sind im Rahmen der Bauernsozialversicherung grundsätzlich pflichtversichert und ist dadurch auch die Mithilfe im (nicht gewerblichen) Heurigenbetrieb beinhaltet.

Zwingende Anmeldung bei der Krankenkasse

Werden Kinder mit einem Alter von mehr als 17 Jahren im Betrieb der Eltern regelmäßig ohne Entgelt beschäftigt, gehen sie keiner anderen hauptberuflichen Tätigkeit nach, und handelt es sich um keinen land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb, so sind solche Kinder zwingend bei der GKK anzumelden. Die Vorschreibung erfolgt auf einer fiktiven Beitragsgrundlage (2012: EUR 708,60 monatlich) mit einem monatlichen Beitragssatz von 31,75 %. Die Beitragspflicht entfällt zur Gänze auf den Dienstgeber. Eventuell sollte in diesem Fall eine entgeltliche geringfügige Beschäftigung (2012: EUR 376,26 monatlich) vereinbart werden.

Bei Fremden wird grundsätzlich von einem Dienstverhältnis auszugehen sein und sind diese gemäß den jeweiligen Bestimmungen des anzuwendenden Kollektivvertrags für Land- und Forstwirtschaft zu entlohnen.

Liegt ein gewerblicher Gastronomiebetrieb vor, so erfolgt die Entlohnung gemäß den Bestimmungen des Kollektivvertrages für Hotellerie und Gastronomie.

Steuer-Sommelier: Steuerberatung für Winzer - Ansprechpartner Gerhard Burger