Werbungskosten: So können Bürgermeister, Künstler oder Vertreter ihre Ausgaben steuerbegünstigt absetzen

Werbungskosten: So können Bürgermeister, Künstler oder Vertreter ihre Ausgaben steuerbegünstigt absetzen

Generell können Aufwendungen oder Ausgaben, die beruflich veranlasst sind, von der Steuer abgesetzt werden. Es gibt bestimmte Berufsgruppen, die bei der Ermittlung solcher Ausgaben (Werbungskosten), besonders begünstigt sind. Dazu zählen unter anderem Künstler, Vertreter, Förster, Heimarbeiter, Moderatoren und Journalisten.

Anstatt Werbungskosten mittels Beleg nachzuweisen, können diese Berufsgruppen pauschale Werbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen. Die Höhe der pauschal ermittelten Werbungskosten müssen nicht nachgewiesen werden. Voraussetzung ist nur, dass tatsächlich Werbungskosten angefallen sind, wenn auch nur in geringer Höhe.

Wer sich für eine Pauschale entscheidet, braucht die Rechnungsbelege nicht mehr bei der Finanz einreichen – höchstens es werden die tatsächlichen Werbungskosten angesetzt, weil diese höher sind als die pauschal berechneten.

Bruttobeträge als Basis für Pauschale und Höchstgrenze

Sowohl die Höhe der Werbungskostenpauschale als auch die Höchstbeträge sind von der Finanz genau geregelt. Die Berechnung der Pauschale erfolgt in Prozent und auf Basis des Bruttogehalts abzüglich steuerfreier Bezüge und Sonderzahlungen (außer diese werden wie laufender Bezug versteuert). Wird die Tätigkeit unterjährig begonnen oder beendet, so muss der Pauschalbetrag dementsprechend aliquotiert werden.

Für folgende Berufsgruppen besteht eine Begünstigung:
Branche/ Prozentsatz/ Höchstbetrag pro Jahr

Artisten 5,0% 2.628,00
Bühnenangehörige/Filmschauspieler 5,0% 2.628,00
Fernsehschaffende 7,5% 3.942,00
Forstarbeiter, Förster 5% /10% 1.752,00 / 2.628,00
Hausbesorger 15,0% 3.504,00
Heimarbeiter 10,0% 2.628,00
Journalisten 7,5% 3.942,00
Musiker 5,0% 2.628,00
Vertreter 5,0% 2.190,00
Orts-,Stadt-,Gemeindevertreter 15,0% 2.628,00

Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Kostenbeiträge, so kürzen diese den Pauschalbetrag. Das gilt auch für vom Arbeitgeber bezahltes Tag- und Nächtigungsgeld, vom Arbeitgeber bereitgestellte Mahlzeiten bei Dienstreisen und ausbezahltes Kilometergeld. Nur bei Vertretern steht der Pauschalbetrag ungekürzt zu, auch wenn ein Kostenersatz gewährt wird.

Übt der Arbeitnehmer die Tätigkeit teils unselbständig und teils selbständig aus, so darf er die Pauschale nur in Anspruch nehmen, wenn bei der selbständigen Tätigkeit keine Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Schriftliche Bestätigung vom Arbeitgeber nötig

Um diese Pauschale in seiner Arbeitnehmerveranlagung geltend zu machen, benötigt der Arbeitnehmer eine schriftliche Bestätigung seines Arbeitgebers mit folgendem Inhalt:
- Ausgeübte Tätigkeit (Berufsgruppe),
- Bestätigung, dass die Tätigkeit ausschließlich ausgeübt wird,
- Zeitraum der Tätigkeit und allfällige Unterbrechungen,
- Anzahl der Auftritte bei Fernsehschaffenden,
- Kostenersatz (ausgenommen Vertreter)

Wer zusätzlich einen anderen Beruf ausübt, der nicht unter die angeführten Berufe fällt, hat keinen Anspruch auf die Pauschale

Um die Pauschalierung beanspruchen zu können, muss die Tätigkeit des Dienstnehmers ausschließlich einer oder mehrerer der angeführten Berufsgruppen entsprechen. Umfasst die Tätigkeit des Dienstnehmers auch andere – nicht genannte Berufsgruppen – so steht dem Dienstnehmer keine Pauschale zu. Auch eine Aliquotierung des Pauschalbetrages bei nicht ausschließlicher Tätigkeit ist nicht möglich.

Der Fiskus hat auch innerhalb der begünstigten Berufsgruppen, diese genau präzisiert.

Diese Berufsgruppen zählen zu Gemeindevertretern:

Dazu zählen unter anderem Bürgermeister, Vizebürgermeister, Stadträte, Gemeindevertreter oder Bezirks- oder Ortsvertreter. Für andere politische Funktionäre ist die Pauschalierung nicht anwendbar.

Als Bühnenangehörige und Filmschauspieler gelten:

Dazu zählen unter anderem Schauspieler, Komiker, Sänger, Statisten, Solotänzer, Komiker, Tänzer sowie Darsteller in Filmen oder Werbespots. Als Bühnenangehörige zählen sowohl Personen, die vor Publikum auftreten, als auch jene, die im Rahmen des Theaterbetriebs künstlerische Dienste leisten wie z.B. Choreograph oder Regisseure. Nicht dazu zählen aber etwa Theaterdirektoren, Verwaltungspersonal, technisches Bühnenpersonal, Tanzlehrer, Filmregisseure oder Tonmeister.

Diese Regelung gilt für Vertreter:

Um eine Pauschale in Anspruch nehmen zu können, darf ausschließlich Vertretertätigkeit ausübt werden, wobei dazu neben dem Außendienst auch die für konkrete Aufträge erforderliche Innendiensttätigkeit zählt. Den überwiegenden Teil der Arbeitszeit, mehr als 50 Prozent der Tätigkeit, muss der Vertreter jedoch im Außendienst arbeiten. Unter Vertreter versteht man eine Person, die im Außendienst tätig ist, um Geschäfte anzubahnen und abzuschließen sowie in der Kundenbetreuung tätig ist.

Wer im Fernsehen auftritt, kann eine Pauschale geltend machen

Dazu zählen regelmäßig auftretende Kommentatoren oder Moderatoren mit mindestens zwei Fernsehauftritten pro Monat (24 pro Kalenderjahr). Technisches Personal, Kameraleute oder Regisseure zählen beispielsweise nicht zum begünstigten Personenkreis.

Wer aus Sicht der Finanz als Journalist gilt:

Beim Begriff Journalist handelt es sich um einen Überbegriff. Dazu zählen grundsätzlich Reporter, Redakteure und Korrespondenten und andere ausschließlich journalistisch tätige Mitarbeiter. Kennzeichen der Tätigkeit eines Journalisten ist die Mitwirkung an der Berichterstattung und/oder Kommentierung von aktuellem Geschehen in Medien. Als Tagesgeschehen gilt sowohl das aktuelle Geschehen als auch aktuelle Erscheinungen, die nur auf Fachinteresse stoßen und nur von Zeit zu Zeit thematisiert werden.

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