Ungarn: Massive Steuerkontrollen bei Warentransporten

Elisabeth-Brücke in Budapest

Elisabeth-Brücke in Budapest

Seit Anfang des Jahres geht Ungarn bei der Ein- und Ausfuhr von Waren massiv gegen Umsatzsteuerbetrüger vor. Unternehmen, deren Lkws ohne die neue Warenkontrollnummer (EKAER) unterwegs sind, droht eine Strafe in der Höhe von bis zu 40 Prozent des Warenwerts.

Jeder LKW, der mit Waren nach Ungarn fährt oder von dort kommt, ist künftig meldepflichtig. Für jede Ein- oder Ausfuhr von Waren nach oder von Ungarn innerhalb der EU transportiert werden, muss seit 1. Jänner 2015 vorher eine sogenannte EKAER-Nummer gelöst werden. Damit wird kontrolliert, ob Produkttransporte im Straßenverkehr auch versteuert werden. „Das neue elektronische System zur Kontrolle des Warentransports im Straßenverkehr (EKAER), ist einer der wichtigsten Gesetzesänderungen für Unternehmen in den vergangenen Jahren“, erklärt Jószef Szemeredi von TPA Horwath Ungarn.So sind rund 2.000 Spediteure von der Maßnahme betroffen. Diese liefern täglich rund 1.500 Warenladungen per Lkw von oder nach Ungarn.

Folgende Transporte eines mautpflichtigen Lkws mit einem Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen müssen über eine gültige Nummer im EKAER-System verfügen: :

- Anschaffung eines Produkts oder Einfuhr mit sonstigen Zwecken aus der übrigen EU nach Ungarn,
- Lieferung eines Produkts oder Ausfuhr eines solchen mit sonstigen Zwecken aus Ungarn in die übrige EU,
- erste steuerpflichtige Lieferung es Produkts für Nicht-Endverbraucher im Inlandsverkehr.

Für jeden Transport eigene EKAER-Nummer

Die betroffenen Steuerzahler sind verpflichtet, bei der Steuerbehörde auf der elektronischen Fläche eine EKAER-Nummer zu beantragen. Die Steuerbehörde gibt für jede einzelne Anmeldung (Transport) eine separate EKAER-Nummer aus. Die EKAER-Nummer ist 15 Tage lang gültig. Derjenige, der eine EKAER-Nummer erhält, muss diese Nummer auch demjenigen zur Verfügung stellen, der den Transport vornimmt oder der Transport organisiert.

Um eine EKAER-Nummer zu erhalten, müssen 15 verschiedene Angaben, wie etwa das Kennzeichen des Lkw, Angaben zu den Gütern, der Grund des Transport, der Verkaufs- und Anschaffungspreis der Ware, die erwartete Ankunftszeit der Güter oder der Zeitpunkt der Verladung gemacht werden.

Bis zu 40 Prozent Strafe

Betroffene Unternehmen, die den Transport nicht beim Finanzamt melden und keine gültige EKAER-Nummer haben oder falsche Angaben machen, riskieren an die Steuerbehörde eine Säumnisstrafe in Höhe von bis zu 40 Prozent des Wertes der transportierten Ware zahlen zu müssen. Selbst kleinere administrative Fehler können so rasch zu erheblichen Geldbußen führen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die transportierte Ware auch gleich gepfändet wird.

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