Tschechien: Erhebliche Änderungen bei Umsatz- und Einkommenssteuer

Tschechien: Erhebliche Änderungen bei Umsatz- und Einkommenssteuer

Die wichtigsten Infos zur Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer, über die neue Immobilienertragsteuer, über die Haftung von Rechnungsempfängern und welche neuen Fristen es gibt, ab wann bebaute Grundstücke nun umsatzsteuerfrei sind. TPA Horwath informiert.

Verkauf von Gebäuden ab einem bestimmten Zeitpunkt umsatzsteuerfrei

Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken, die weder für Bauzwecke gewidmet noch bebaut sind, gelten seit heuer als unecht umsatzsteuerfrei. Das bedeutet: Ein Abzug der Vorsteuer ist nicht möglich. Der Verkauf von Gebäuden ist gänzlich umsatzsteuerfrei - allerdings nur wenn das Objekt nicht innerhalb von fünf Jahre nach erstmaliger Bauabnahme bzw. erstmaliger Verwendung veräußert wird. Ansonsten gilt der 21 %ige Steuersatz (mit Ausnahme von Sozialwohnungen für die der reduzierte Satz von 15% gilt). Für Gebäude, die vor dem 1. Jänner 2013 erworben wurden, beträgt der Befreiungszeitraum weiterhin drei Jahre. Da Gebäude und Grundstück nun als Einheit gelten, können die Vorschriften nun auch auf Grundstücke angewendet werden.

Seit 1. Jänner 2014 ist der Kaufpreis für Grundstücke beim Verkauf steuerlich vollständig abzugsfähig. Des Weiteren sind Verluste aus dem Verkauf voll abzugsfähig. Für natürliche Personen gilt eine Einschränkung bis zu den Einkünften aus dem Verkauf des jeweiligen Grundstücks.

Wann der Empfänger einer Rechnung dafür haftet, dass die USt nicht abgeführt wurde

Wer eine Rechnung empfängt, die an ein nicht veröffentlichtes Bankkonto geht, haftet nun als Empfänger einer Lieferung dafür. Das ist der Fall, wenn 1. Der Besteller einer Ware oder Dienstleistung die vereinbarte Summe auf ein tschechisches Bankkonto einzahlt und dieses Konto nicht bei der Steuerbehörde veröffentlicht wurde. Allerdings haftet der Rechnungsempfänger für die Bezahlung der USt nur dann, wenn die Rechnung über 700.000 Tschechische Kronen (25.557 Euro) ausmacht.
2. Haftet der Rechnungsempfänger, wenn der Lieferant dem Fiskus bereits als „unverlässlicher USt-Zahler“ bekannt ist, die Zahlung nicht an ein tschechisches Bankkonto geht oder wenn bereits eine Steuerhinterziehung bzw. ein Herauslocken von steuerlichen Vorteilen vorliegt. Dann ist die Steuerschuld für den Rechnungsempfänger unbegrenzt.

Grundsätzlich müssen alle Steuerzahler für ihre Geschäftszwecke über ein tschechisches Bankkonto verfügen.

Elektronische Umsatzsteuererklärung nun Pflicht

Seit 1. Jänner 2014 müssen alle Steuerpflichtigen ihre Umsatzsteuererklärungen, ergänzende Steuererklärungen und Berichte inklusive Beilagen, elektronisch einreichen. Das gilt auch für die Registrierung zur Umsatzsteuer und für die Änderung der Registrierung. Ausnahmen gelten für natürliche Personen, deren Umsätze in den 12 vorangegangenen Kalendermonaten 6 Millionen Kronen nicht überstiegen haben.

Was sich durch die Abschaffung der Erbschafts- und Steuersenkung ändert

Durch die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegen Einkünfte aus derartigen Quellen nun der Einkommensteuer. Einkünfte aus Erbschaften sind jedoch für natürliche und juristische Personen steuerfrei. In manchen Fällen sind für natürliche Personen auch erhaltene Schenkungen steuerfrei. Etwa wenn es sich um gelegentliche Geschenke handelt, die einen Wert von 15.000 Kronen (548 Euro) nicht übersteigen.

Immobilienertragsteuer ersetzt Erbschafts-, Schenkungs- und Grunderwerbsteuer

Seit 1. Jänner 2014 gelten Gebäude und Rechte an Gebäuden nicht mehr als eigenständige Objekte, sondern als Teil des Grundstücks. Der Begriff „unbewegliches Vermögen“ wurde um „Rechte an unbeweglichem Vermögen“ erweitert. Die neue Immobilienertragsteuer ersetzt nunmehr die bisherige Erbschaftsteuer, Schenkungssteuer und Grunderwerbsteuer.

Weitere Infos zu dem Thema erhalten Sie unter:
Steuerliche Änderungen in Tschechien 2014

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