Steuertricks zum Jahreswechsel: Worauf KMU nun achten müssen

Steuertricks zum Jahreswechsel: Worauf KMU nun achten müssen

In der Hektik rund um das Weihnachtsfest und die kommenden Feiertage vergisst so mancher darauf, dass der Jahreswechsel auch in steuerlicher Hinsicht wichtig ist.

„Unternehmen müssen sich jetzt mit dem Jahresabschluss befassen“, sagt die selbstständige Buchhalterin Waltraud Temmel . Wer ganz sicher sein will, sollte bei den anstehenden Aufgaben auf professionelle Hilfe vertrauen. Temmel weist darauf hin, dass Buchhaltungskanzleien ganz genau wissen würden, worauf es ankommt – schließlich sind sie selbst ja auch meist Ein-Personen-Unternehmen oder Kleinunternehmen. Gerade bei kniffligen Fällen können sie unter die Arme greifen.

Hier ihre wichtigsten Tricks:

Ausgaben für Waren, Büromaterial und ähnliches am besten noch vor dem Jahreswechsel tätigen!

Sonderausgaben wie beispielsweise Zusatzkrankenversicherungen, Lebensversicherungen, Schaffung bzw. Sanierung von Wohnraum sollten jetzt geltend gemacht werden – dabei ist der Sonderausgabentopf zu beachten.

Auch Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen müssen geltend gemacht werden, dazu zählen etwa Krankheitskosten, Heilbehelfe, Kosten für ein Begräbnis etc. Dabei ist allerdings auf den Selbstbehalt zu achten.

Ebenfalls nicht unwichtig ist die steuerliche Behandlung von Weihnachtsfeiern und Weihnachtsgeschenken vom Arbeitgeber : Hier gilt ein steuerfreier Betrag von 365 Euro für Feiern und Betriebsauflüge pro Jahr, bei Geschenken von bis zu 186 Euro pro Jahr (keine Geldgeschenke, Gutscheine sind zulässig).

Thema Spenden : Solche an an begünstigte Spendenempfänger sind steuerlich anerkannt, die entsprechende Liste des Finanzministeriums ist hier zu finden.

Aufpassen heißt es auch bei den Investitionen : Geringwertige Wirtschaftsgüter (bis zu Anschaffungskosten in Höhe von 400 Euro) können sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden und müssen nicht über die Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden. Doch dafür gibt es keinen investitionsbedingten Gewinnfreibetrag.

Stichwort Gewinnfreibetrag : Sockelbetrag: 13 Prozent vom Gewinn für die ersten 30.000 Euro, daher 3.900 Euro Gewinnfreibetrag, darüber hinaus nur wenn bestimmte Investitionen getätigt wurden, die Höhe ist abhängig vom Gewinn.

Achtung Einnahmen-Ausgaben-Rechner ! Es gilt das Zufluß-/Abflußprinzip, daher sind Einnahmen ins nächste Jahr zu verschieben und Ausgaben vorzuziehen.

Vorauszahlungen sind noch vor dem Jahreswechsel durchzuführen, aber Achtung: regelmäßig wiederkehrende Zahlungen werden dem Verursachungsjahr zugerechnet, wenn die Zahlung innerhalb von 15 Tagen vor bzw. nach dem Jahreswechsel erfolgt. Bestimmte Vorauszahlungen wie beispielsweise für die Miete werden nur dann im Zahlungsjahr anerkannt, wenn sie nur das laufende und das folgende Jahr betreffen.

Stichwort GSVG-Vorauszahlungen : Anerkannt werden diese, sofern sie der zu erwartenden Nachzahlung entsprechen.

Aufpassen auch nochmals bei den Einnahmen : Rechnungen statt am 30. Dezember erst am 2. Jänner stellen. Damit wird sichergestellt, dass die Einnahmen erst im Folgejahr erfolgen (Achtung aber bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen – siehe oben).

Und nicht vergessen: Prognoserechnungen erstellen! Selbstständige Buchhalter können dabei helfen, sagt Waltraud Temmel.

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