Steuertipps für Einnahmen- Ausgaben-Rechner und Neue Selbstständige

Steuertipps für Einnahmen- Ausgaben-Rechner und Neue Selbstständige

Die steuerlichen Änderungen für Neue Selbstständige im Jahr zukommen und wie Einnahmen-Ausgaben-Rechner die Steuerlast noch am besten drücken können.

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen durch verschiedene Maßnahmen optimieren. Die beiden Steuerexperten Monika Seywald und Gottfried Sulz von TPA Horwath geben Tipps, was man aus steuerlicher Sicht noch dieses Jahr tun kann, um die Steuerlast zu drücken.

TPA Horwath Tipp: Heuer noch Ausgaben tätigen
So sind Einnahmen-Ausgaben-Rechner gut beraten, Betriebsausgaben noch vor dem 31. Dezember zu tätigen und auch zu bezahlen. Auch Vorauszahlungen können die Steuerlast senken, dabei ist jedoch zu beachten, dass die Vorauszahlungen nur das laufende Jahr bzw. das Jahr 2016 betreffen dürfen, um sofort abzugsfähig zu sein. Werden Rechnungen an Kunden am 31. Dezember ausgestellt, so steht diesen unter Umständen noch für das Jahr 2015 der Betriebsausgabenabzug bzw. Vorsteuerabzug zu.Kleinunternehmer sollten die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze im Auge behalten. Denn wer Umsätze von netto jährlich mehr als 30.000 Euro erzielt, zahlt höhere Steuern.

TPA Horwath Tipp: 15-Tage-Frist beachten
Bei Rechnungen, die in den letzten 15 Tagen des alten Jahres oder ersten 15 Tagen des neuen Jahres gestellt werden, gilt für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben die sogenannte fünfzehntägige Zurechnungsfrist. Das bedeutet: Werden bestimmte Einnahmen regelmäßig erzielt und beziehen sich diese auf im jeweiligen Vorjahr geleistete Tätigkeit, wird diese steuerlich auch dem Vorjahr zugerechnet, außer die Leistung bzw. Rechnung ist erst in 2016 fällig. Wer also beispielsweise eine Honorarnote erst Anfang nächsten Jahres stellt, um etwa seine Steuerlast für dieses Jahr zu senken, sollte diese Frist beachten und auf die Fälligkeit achten.

Steuerliche Entlastung bis zu einem Einkommen von 60.000 Euro


Nächstes Jahr gelten neue Progressionsstufen
Bis 25.000 Euro Einkommen: 11,50 Prozentpunkte weniger Steuern für die Einkommensteile ab 11.000 Euro
Einkommen bis 25.000 Euro werden bei der Besteuerung spürbar entlastet. Sie zahlen statt bisher 36,50 Prozent Steuern auf Ihre Einkommensteile über 11.000 Euro, ab dem neuen Jahr 25 Prozent.
Bis 60.000 Euro Einkommen: cirka 8,7 Prozent weniger Steuern.
Auch jene, die bis zu 31.000 Euro pro Jahr verdienen , haben einen erheblichen Steuervorteil: Statt der bisherigen 43,21 Prozent Steuern für Einkommensteile über 25.000 Euro, zahlen sie nun 35 Prozent.
Bis 90.000 Euro Einkommen: cirka 6,7 Prozent weniger Steuern
Bisher zahlen all jene, die mehr als 60.000 Euro verdienen 50 Prozent Steuern. Ab 2016 wird ab 90.000 Euro eine weitere Steuerstaffelung eingezogen. Wer bis zu 90.000 Euro verdient, zahlt um rund 6,7 Prozent weniger Steuern.
Für Einkommensteile über eine Million Euro im Jahr, fällt ein Einkommensteuersatz von 55 Prozent an.

Übersicht: Steuertarif ab 2016 und jetzt:

TPA Horwath Tipp: Einnahmen verschieben, neue Progression nutzen
Wenn möglich, verschieben Sie als Einnahmen-Ausgaben-Rechner einzelne Betriebseinnahmen in das Jahr 2016, um so die niedrigere Progression auszunutzen.

Spenden: Bis zu 10 Prozent des Gewinns absetzbar

Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis höchstens 10 Prozent des steuerlichen Gewinnes des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar. Betriebsspenden, die darüber hinausgehen, und Privatspenden können als Sonderausgaben abgesetzt werden, sofern diese - gemeinsam mit den Betriebsspenden - 10 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigen. Die aktuellen Listen der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des BMF unter www.bmf.gv.at.

TPA Horwath Tipp: Wie man Spenden ohne Höchstgrenze nutzt
Geld- und Sachspenden in Katastrophenfällen können steuerlich ohne 10%ige Höchstbegrenzung als Betriebsausgaben abgesetzt werden, soweit sie mit einem Werbeeffekt verbunden sind. Dies ist dann gegeben, wenn man aufgrund von Spenden in Zeitungsberichten erwähnt wird, auf Homepages davon berichtet wird und es Fotos gibt, die etwa die Spendenaktion werbewirksam dokumentieren.

Neue Versicherungsgrenzen für Neue Selbstständige

Ab 2016 werden die Versicherungsgrenzen für Neue Selbständige vereinheitlicht. Die Grenze ist dann einheitlich – unabhängig davon, ob weitere Beschäftigungen vorliegen. Die Geringfügigkeitsgrenze wird im nächsten Jahr voraussichtlich 4.988,64 Euro pro Jahr betragen.

Umsatz-Meldepflicht für Neue Selbständige

An diese neue Versicherungsgrenze schließt sich auch eine neue Pflicht an. Neue Selbständige müssen ein Überschreiten der Versicherungsgrenzen im laufenden Kalenderjahr bis zum Jahresende melden, sonst wird ein Strafzuschlag von 9,3 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge fällig. Das Überschreiten der Versicherungsgrenze muss acht Wochen nach Ausstellung des Einkommensteuerbescheides gemeldet werden.

Vorauszahlung möglich

Um die Steuerlast im betreffenden Jahr zu senken, anerkennt die Finanz bei Einnahmen-Ausgaben- Rechnern eine Vorauszahlung von GSVG-Beiträgen. Vorausgesetzt wird, dass die Vorauszahlung der voraussichtlichen Nachzahlung für das betreffende Jahr entspricht. Ab 2016 besteht auch die Möglichkeit, die vorläufige Beitragsgrundlage bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen.

TPA Horwath Tipp: Durch Vorauszahlung Nachzahlung vermeiden
Rechnen Sie bei der SVA mit einer Nachzahlung, können Sie durch Leistung einer freiwilligen Vorauszahlung Ihren Gewinn reduzieren bzw. glätten, und damit evtl. auch teure Progressionssprünge vermeiden.

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