Steuertipp 7: Der GmbH-Geschäftsführer im Rechtsdschungel: Was zu beachten ist!

Steuertipp 7: Der GmbH-Geschäftsführer im Rechtsdschungel: Was zu beachten ist!

Eines der am häufigsten diskutierten Themen im Bereich der GmbH-Geschäftsführung ist die Frage nach der Stellung des GmbH-Geschäftsführers in der Gesellschaft und zur Rechtsnatur seines Anstellungsvertrags.

Die Regelung der Beziehung im Innenverhältnis zwischen GmbH und GmbH-Geschäftsführer erfolgt grundsätzlich durch den Anstellungsvertrag. Dieser ist zwar sehr häufig, muss aber nicht zwangsläufig ein Dienstvertrag sein, es kann sich dabei auch um einen Werkvertrag, einen freien Dienstvertrag oder ein Auftragsverhältnis handeln.

Die Ausgestaltung des Anstellungsvertrages sowie vor allem die Höhe der Beteiligung des GmbH-Geschäftsführers an der Gesellschaft haben Auswirkungen in verschiedenen Bereichen z.B. Sozialversicherungsrecht, Arbeitsrecht, Einkommensteuerrecht oder Umsatzsteuer

Beteiligung 0 % bis 25%

Es besteht keine Weisungsbindung gegenüber der Generalversammlung, bei Bestehen einer Sperrminorität gelten die Ausführungen weiter unten.

In der Regel liegt ein echtes Dienstverhältnis mit ASVG-Pflichtversicherung und Lohnsteuerpflicht vor. Die GmbH hat Beiträge zur MV-Kasse, den Dienstgeberbeitrag zum FLAG, den Dienstgeberzuschlag sowie die Kommunalsteuer zu leisten. Aus arbeitsrechtlicher Sicht liegt Dienstnehmereigenschaft vor, Umsatzsteuerpflicht besteht mangels Unternehmereigenschaft nicht.

Das freie Dienstverhältnis bzw. der Werkvertrag mit GSVG-Pflichtversicherung und Einkommensteuerpflicht stellen bei dieser Beteiligungshöhe die Ausnahme von der Regel dar. Der Geschäftsführer hat Beiträge zur Selbständigevorsorge zu bezahlen und kann bei seiner Einkommensteuererklärung das Betriebsausgabenpauschale sowie den Gewinn(grund)freibetrag) in Anspruch nehmen. Es fallen für die GmbH weder Dienstgeberbeiträge zum FLAG, noch Dienstgeberzuschlag oder Kommunalsteuer an, auch liegt kein arbeitsrechtliches Dienstverhältnis vor. Bei Unternehmereigenschaft besteht Umsatzsteuerpflicht, dem Geschäftsführer steht dann jedoch auch das Vorsteuerpauschale zu.

Beteiligung 0,1% bis 25%

Bei der Vereinbarung einer sog. Sperrminorität besteht keine Weisungsbindung gegenüber der Generalversammlung und ist damit keine arbeitsrechtliche Dienstnehmereigenschaft gegeben.

Es liegt ein echtes Dienstverhältnis mit ASVG-Pflichtversicherung und Lohnsteuerpflicht vor. Die GmbH hat Beiträge zur MV-Kasse, den Dienstgeberbeitrag zum FLAG, den Dienstgeberzuschlag sowie die Kommunalsteuer abzuführen. Aus arbeitsrechtlicher Sicht liegt keine Dienstnehmereigenschaft vor, bei Unternehmereigenschaft besteht für den Geschäftsführer das Wahlrecht in der Umsatzsteuer (Vorsteuerpauschale).

Ausnahmen gibt es hier in der Praxis im Regelfall keine.

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