Steuertipp 17: Unternehmensnachfolge (2) – ein Überblick aus steuerlicher Sicht

Steuertipp 17: Unternehmensnachfolge (2) – ein Überblick aus steuerlicher Sicht

Um zu verhindern, dass die Übergabe eines Unternehmens zu einer massiven finanziellen Belastung des Übernehmers wird, ist die rechtzeitige Planung der Unternehmensübergabe unumgänglich.Tipps zu gut geplanten Übergabe eines Unternehmens.

In Steuertipp 16 wurden bereits drei Fallbeispiele für die steueroptimale Gestaltung einer Firmenübergabe geschildert. Hier nun weitere drei Fallbeispiele:

Beispiel 4 – Schenkung eines OG/KG-Anteils

Sie haben einen 50%igen Anteil an einer Personengesellschaft (OG/KG) und eine von dieser Gesellschaft genutzte Liegenschaft im persönlichen Vermögen („steuerliches Sonderbetriebsvermögen“). Der Anteil an der Gesellschaft soll sofort, die Liegenschaft soll vorerst noch nicht übergeben werden.

Achtung! Die Abtretung des Gesellschaftsanteiles unter Zurückbehaltung des Sonderbetriebsvermögens führt zur Versteuerung der stillen Reserven des Gebäudeteiles der Liegenschaft (Überführung in das Privatvermögen. Die Überführung des Grund und Bodens des Anlagevermögens ins Privatvermögen ist seit 1.4.2012 grundsätzlich steuerneutral möglich.

Lösungsvariante: Vorerst nur Übertragung eines 40%igen Anteiles bei Zurückbehaltung von 10% und der Liegenschaft. Spätere Übertragung der restlichen 10% samt Liegenschaft mit Buchwertfortführung möglich.

Beispiel 4: Schematische Darstellung als pdf zum Downloaden

Beispiel 5 – Gründung GmbH

Sie sind Einzelunternehmerin und wollen Ihren Betrieb sukzessive an Ihre Tochter und/oder Ihren Sohn übergeben und die Liegenschaft ins Privatvermögen übernehmen?

Lösungsvariante: Einbringung des Betriebes gemäß Artikel III Umgründungssteuergesetz in eine Ihnen zu 100% gehörende GmbH, die Liegenschaft entnehmen Sie ins Privatvermögen. Sie schenken zB 75% der Anteile an Ihre(n) Nachfolger(in).

Beispiel 5: Schematische Darstellung als pdf zum Downloaden

Vorteile:
* Trennung zwischen Liegenschaft und Betrieb.
* Haftungsbeschränkungen der GmbH.
* Allfällige Verlustvorträge des Betriebes gehen grundsätzlich mit dem Betrieb mit und können vom Nachfolger/von der Nachfolgerin mit späteren Gewinnen verrechnet werden.
* Geschäftsführerbefugnis für Nachfolger(in).
* GmbH-Beteiligung nicht schädlich für vorzeitige Alterspension der Übergeberin.

Waren Tochter und/oder Sohn bereits vor der Einbringung im Einzelunternehmen als Dienstnehmer angestellt und haben sie Anwartschaft auf eine „Abfertigung ALT“, so kann die Abfertigung bei richtiger Vorgehensweise steuerbegünstigt ausbezahlt werden.

Achtung!
Die Entnahme der Liegenschaft ins Privatvermögen führt zur Besteuerung allfälliger stiller Reserven des Gebäudeteiles der Liegenschaft. Die Überführung des Grund und Bodens des Anlagevermögens ins Privatvermögen ist seit 1.4.2012 grundsätzlich steuerneutral möglich.

Beispiel 6 – Errichtung Privatstiftung

Sie haben Ihr Unternehmen in einer GmbH und wollen die Versorgung Ihrer Frau und Ihrer Kinder sicherstellen.

Lösungsvariante: Errichtung einer Privatstiftung und Stiftung des GmbH-Anteiles an diese.

Die Zuwendung des Geschäftsanteiles an die Privatstiftung unterliegt in der Regel der 2,5%igen Stiftungseingangssteuer.

Vorteile:
* Versorgung der Begünstigten aus der Privatstiftung (Zuwendungen sind mit 25% KESt endbesteuert).
* Ausschüttungen der GmbH in die Privatstiftung sind grundsätzlich steuerfrei, d.h. Thesaurierungseffekt in der Privatstiftung für weitere Investitionen etc.
* Bei Veräußerung der GmbH aus der Privatstiftung kann die Steuerbelastung durch Anschaffung geeigneter Ersatzinvestitionen aufgeschoben werden.

Beispiel 6: Schematische Darstellung als pdf zum Downloaden

Achtung!
Die Privatstiftung „gehört sich selbst“, Sie sind daher nicht mehr Eigentümer des gestifteten Vermögens! Ein derartiger Schritt ist daher genau zu überlegen und erfordert insbesondere auch eine fundierte Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt oder Notar.

Allenfalls sollten Sie sich 25,1 % GmbH-Beteiligung (Sperrminorität) zurückbehalten, um einen gewissen Einfluss auf die GmbH sicherzustellen.

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