Steuertipp 16: Unternehmensnachfolge (1) – ein Überblick aus steuerlicher Sicht

Steuertipp 16: Unternehmensnachfolge (1) – ein Überblick aus steuerlicher Sicht

Einschlägige Studien belegen, dass in den nächsten Jahren zahlreiche Betriebsübergaben bevorstehen. Eine Betriebsübergabe ist eine der größten Herausforderungen im unternehmerischen Leben. Deshalb empfehlen die Experten von TPA Horwath, sich – rechtzeitig – mit dieser Materie auseinanderzusetzen.

Im heuer erschienenen Informationsfolder „Unternehmensnachfolge – Erfolgreich übergeben und übernehmen“ hat TPA Horwath die wesentlichen wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Eckpunkte zum umfangreichen Thema der Unternehmensnachfolge zusammengefasst.

Im Folgenden soll ein Überblick über einige Fallgestaltungen und Lösungsvarianten gegeben werden, welche sich im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolgen in der Praxis häufig stellen.

Im ersten Teil dieses Steuertipps zur Unternehmensnachfolge werden an Hand von drei Beispielen drei Lösungsvarianten für eine steueroptimale Betriebsübergabe erläutert. Außerdem werden die Vorteile der besprochenen Varianten präsentiert.

FORMEN DER ÜBERGABE

Je nach Intention des Übergebers oder Übernehmers bzw. je nach Anlassfall bietet sich eine Reihe verschiedener Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge an:

1. Schenkung
2. Übertragung gegen Rente
3. Übertragung gegen Einräumung eines Fruchtgenusses
4. Übertragung von Todes wegen (gesetzliche Erbfolge, letztwillige Verfügung)
5. Verkauf
6. Übertragung eines Mitunternehmer- bzw. Kapitalanteils
7. Umgründung
8. Verpachtung
9. Betriebsaufgabe

Die Form und der Zeitpunkt der Unternehmensübergabe sind in Abhängigkeit Ihrer persönlichen steuerlichen Situation sowie der Rechtsform Ihres Unternehmens entscheidende Faktoren für eine steueroptimale Vorgehensweise. Auch Sozialabgaben, das Pensionsrecht und Haftungsfragen haben häufig entscheidenden Einfluss auf die Übergabe.

Beispiel 1 – Gründung OG/KG

Sie wollen Ihr Einzelunternehmen unentgeltlich übertragen, Ihr Liegenschaftsvermögen aber vorerst noch nicht übergeben?

Lösungsvariante: Gründung einer OG oder KG unter Anwendung des Artikel IV Umgründungssteuergesetz gemeinsam mit Ihrem Nachfolger unter Zurückbehaltung der betrieblich genutzten Liegenschaften im steuerlichen Sonderbetriebsvermögen (d.h. in Ihrem zivilrechtlichen Privatvermögen). Die Liegenschaften werden an die OG/KG vermietet.

Vorteil:
* Laufende Mieteinnahmen, auch wenn Sie nicht mehr aktiv in der Gesellschaft mitarbeiten wollen.

Bei der Gesellschaftsgründung übertragen Sie Ihr Unternehmen, Ihr Nachfolger bringt als Komplementär seine Arbeitskraft ein. Zur weiteren möglichen Vorgehensweise siehe Beispiel 4 (nächste Woche).

Einzelunternehmer > Kommanditist (Liegenschaften): 100 %
Übernehmer > Komplementär: 0 %
gründen gemeinsam = KG

Beispiel 1: Schematische Darstellung als pdf zum Downloaden

Beispiel 2 – Betriebsaufspaltung

Sie haben eine Kapitalgesellschaft und wollen Ihr (angespartes, wesentliches) Betriebsvermögen (z.B. Liegenschaften) vorerst noch nicht übergeben?

Lösungsvariante: Aufspaltung des Unternehmens gemäß Artikel VI Umgründungssteuergesetz in eine Besitz- und eine Betriebsgesellschaft; Vermietung der Liegenschaft an die neue Betriebsgesellschaft.

Besitzgesellschaft GmbH (hält die Liegenschaften) und
vermietet diese an die
Betriebsgesellschaft GmbH

Beispiel 2: Schematische Darstellung als pdf zum Downloaden

Vorteile:
* Haftungsmäßige Trennung zwischen dem Liegenschaftsvermögen und dem Betrieb (mit Schulden, Risiko und Haftungen).
* Versorgung des Übergebers auch nach Beendigung seiner Tätigkeit durch laufende Mieteinnahmen in der Besitzgesellschaft, die bei Bedarf ausgeschüttet werden.
* Schaffung von klaren Strukturen und Entscheidungsverhältnissen.

Beispiel 3 – Schenkung GmbH-Anteil

Sie haben Grundstücke im Betriebsvermögen einer Ihnen zu 100 % gehörenden GmbH und möchten den gesamten Anteil an Ihr Kind übertragen? Bei der Übertragung von inländischen Grundstücken – egal ob entgeltlich oder unentgeltlich – fällt immer Grunderwerbsteuer an.

Achtung!
Werden alle Anteile an einer grundstücksbesitzenden Gesellschaft übertragen, kommt es hinsichtlich der Grundstücke zur so genannten Anteilsvereinigung, diese löst eine 3,5%ige Grunderwerbsteuerpflicht aus. Bemessungsgrundlage ist der dreifache Einheitswert.

Lösung: Zurückbehalten eines Teiles des Anteils (Sie behalten z.B. 10%).

Beispiel 3: Schematische Darstellung als pdf zum Downloaden

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Steuertipps

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Start-ups

Steuern sparen für Anfänger: Zehn Tipps für Start-ups