Steuertipp 14: Islamic Finance als alternative Finanzierungsmöglichkeit

Steuertipp 14: Islamic Finance als alternative Finanzierungsmöglichkeit

Drohende Staatspleiten und Bankenkrisen bestimmen das Weltgeschehen. Bei Investoren und Anlegern steigt die Verunsicherung stetig. In Zeiten von knappen finanziellen Ressourcen wird der Ruf nach alternativen Geldquellen und auch Veranlagungen laut.

In jüngster Zeit wird hier auch eine in Europa bisher noch größtenteils recht unbekannte Form der alternativen Finanzierung genannt – Islamic Finance. Bei islamischen Banken sind nämlich noch beträchtliche liquide Überschüsse vorhanden, wodurch sich diese Finanzierungsform sowohl als Chance als auch Alternative gleichermaßen anbieten kann.

Dass auch in Europa die Nachfrage von Marktseite gegeben ist, zeigt die Eröffnung der ersten Islamischen Bank in Europa in London im Jahr 2004. Großbritannien hat sich in Europa als führendes Finanzzentrum für islamkonforme Anlagen und Finanzierungen ua. durch die Schaffung von Steuererleichterungen für Islamic Finance Produkte etabliert. Die Chancen, die diese alternative Finanzierungsmöglichkeit bieten, werden nun auch im Rest von Europa verstärkt wahrgenommen. Demnächst soll es auch in Deutschland zur Eröffnung eines islamischen Bankinstituts kommen.

Auch in Österreich scheint das Thema Islamic Finance angekommen zu sein. Schon derzeit befinden sich in Österreich und den umliegenden Ländern diverse Projekte in Planung, bei denen Investitionspläne nach islamischen Gesichtspunkten gefragt sind. Die Beratungsnachfrage betreffend Islamic Finance Vertragsmodelle sowie diesbezüglicher steuerlicher Konsequenzen ist daher in den letzten Jahren zunehmend gestiegen, wodurch sich auch TPA Horwath mit diesem Thema verstärkt auseinandersetzt.

Das Rahmenkonstrukt für das islamische Bankensystem bildet das islamische Rechtssystem (Shariah). Daraus wurden einige grundlegende Rechtsgrundsätze abgeleitet, die bei einer shariah-konformen Finanzierungstätigkeit zu beachten sind. Neben dem Verbot von Glücksspiel (Gharar) und der Vermeidung von Unsicherheit sowie Spekulation (Maysir), bildet dabei vor allem das Zinsverbot einen Eckpfeiler des islamischen Wertesystems. Das Zinsverbot (Riba) umfasst dabei sowohl das Verbot sich aus Darlehenszinsen, als auch über Zinserträge im Handel zu bereichern. Jegliche Bereicherung aus Zinserträgen rein aus dem Besitz von Geld, wird dabei als unmoralisch und als unehrenhafte Bereicherung angesehen.

Im islamischen Recht herrscht zwar grundsätzlich Vertragsfreiheit, jedoch haben sich aufgrund der beschriebenen Vorschriften und Verbote im Laufe der Zeit einige grundlegende Islamic Finance Vertragsmodelle herausgebildet. Besondere Bedeutung hat der Markt für islamkonforme Anleihen. Hier werden Zertifikate (Sukuk) ausgestellt, die für einen Anteil an einem bestimmten Vermögensgegenstand gelten. Sukuk-Modelle bieten sich sowohl als transparente Finanzierungsform als auch als interessantes Anlageprodukt an.

Mehr zu Islamic Finance erfahren Sie unter anderem beim Real Estate Circle 2012 wo sich Mag. Gerald Weiß, Partner bei TPA Horwath dem Thema widmet.

Und beim 16. Jahresforum für Recht und Steuern. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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