Steuertipp 13: Zuverdienstgrenzen für Studenten

Steuertipp 13: Zuverdienstgrenzen für Studenten

In knapp einem Monat startet wieder der Universtitätsalltag. Um ihren Lebensunterhalt zumindest zum Teil zu finanzieren, aber auch um bereits während des Studiums erste berufliche Erfahrungen zu gewinnen, arbeitet eine Vielzahl der österreichischen Student/Innnen in Nebenjobs. Dabi gilt es verschiedene Zuverdienstgrenzen zu beachten um nicht Gefahr zu laufen, dass staatliche Beihilfen zurückgezahlt werden müssen. Die Zusammenfassung der Experten von TPA Horwath gibt einen guten Überblick.

Für Studierende gibt es unterschiedliche Zuverdienstgrenzen, die zu beachten sind. Einerseits geht es um den Zuverdienst bei Stipendien, die Zuverdienstregeln für die Familienbeihilfe, andererseits aber auch um die Zuverdienstregeln für Bezieher von Kinderbetreuungsgeld.

Zuverdienstgrenzen bei Stipendium bzw. Studienbeihilfe

Das Einkommen vor Bezug von Studienbeihilfe hat grundsätzlich keine Auswirkung auf das laufende Stipendium. Sie dürfen neben dem Bezug von Studienbeihilfe EUR 8.000,00 im Kalenderjahr dazuverdienen. Es gilt seit einigen Jahren eine Jahresbetrachtung, dh. wie viel in einzelnen Monaten verdient wird ist nicht relevant.

Unter Einkommen im Sinne des Studienförderungsgesetzes ist das Bruttoeinkommen (bei nicht selbständiger Tätigkeit) abzüglich Sozialversicherungsbeiträge, Werbungskosten und Sonderausgaben zu verstehen. Sonderzahlungen und Überstunden werden ebenfalls zum Einkommen gerechnet. Bei selbständigen Einkünften treten an Stelle der Werbungskosten die Betriebsausgaben.

Als Einkommen gelten neben den Einkünften aus Erwerbstätigkeit auch Waisenpensionen, Waisenrenten oder Leistungen wie z.B. Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Krankengeld. Wird in einem Monaten kein Stipendium bezogen, weil dieses ev. auf Grund einer Vollbeschäftigung ruht, so bleiben die Einkünfte dieses Monats außer Betracht.

Die Einkommensgrenze von EUR 8.000,00 p.a. erhöht sich für jene Studierenden, die eine Unterhaltsverpflichtung gegenüber einem Kind haben, um EUR 2.762,00 p.a. für jedes Kind bis zum 6. Lebensjahr, um EUR 3.707,00 für jedes Kind zw. 6 und 14, um EUR 4.216,00 für jedes Kind zw. 14 und 18 und für jedes noch in Ausbildung befindliche Kind über 18 um EUR 5.088,00 bzw. EUR 7.272,00 falls das Kind auswärts studiert.

Überschreitet der Studierende seine Zuverdienstgrenze, so wird die Studienbeihilfe in jenem Ausmaß gekürzt, in welchem der Zuverdienst die Grenze von EUR 8.000,00 überschreitet.

Zuverdienstgrenzen bei der Familienbeihilfe

Die Einkommensgrenze für den Bezug von Familienbeihilfe liegt bei EUR 10.000,00 pro Kalenderjahr. Übersteigt das steuerpflichtige Einkommen des Studierenden diese Grenze, so steht für dieses Jahr keine Familienbeihilfe zu und die für dieses Jahr bereits bezogene Familienbeihilfe ist zur Gänze an das Finanzamt zurückzuerstatten.

Nicht in die Einkommensgrenze für die Familienbeihilfe mit einbezogen werden Einkünfte, die vor oder nach dem Zeitraum erzielt werden, für die Familienbeihilfe zusteht sowie Lehrlingsentschädigungen, Waisenpensionen und Waisenversorgungsgenüsse und einkommensteuerfreie Bezüge wie z.B. Studienbeihilfe.

Kinderbetreuungsgeld

Bezieht ein Student Kinderbetreuungsgeld so ist hinsichtlich der Zuverdienstgrenzen zu beachten, für welche Bezugsvariante sich der Student entschieden hat.

Beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld gilt eine individuelle Zuverdienstgrenze von 60% der Letzteinkünfte, diese darf jedoch mindestens EUR 16.200,00 p.a. betragen. Nicht zu den relevanten Einkünften zählen Familienbeihilfe, Wochengeld, Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf Grund einer nichtselbständigen Beschäftigung oder Studienbeihilfe.

In die Zuverdienstgrenze mit einbezogen werden aber das Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Pensionen.

Der Zuverdienst ist durch eine spezielle Berechnungsmethode zu ermitteln. Zur vereinfachten Berechnung kann der Online-Rechner auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums genutzt werden.

Beim einkommenabhängigen Kinderbetreuungsgeld ist ein Zuverdienst bis max. EUR 6.100,00 pro Kalenderjahr möglich. Die Berechnung des Zuverdiensts ist dieselbe wie für das pauschale Kinderbetreuungsgeld, auch hier dürfen wir auf den Online-Rechner verweisen.

Wird die jährliche Zuverdienstgrenze überschritten, so ist bei beiden Varianten nur jener Betrag zurückzuzahlen, um den die Zuverdienstgrenze überschritten wird (s.g. Einschleifregelung). Um eine mögliche Überschreitung der Zuverdienstgrenze zu vermeiden, kann auf das Kinderbetreuungsgeld bereits im Vorhinein für eine bestimmte Zeit (nur ganze Kalendermonate) verzichtet werden.

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